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Wiesbaden erinnert an Hanna Bekker vom Rath

Hanna Bekker vom Rath, Blick vom Blauen Haus, um 1950

Noch heute trägt eine Frankfurter Galerie ihren Namen: Hanna Bekker vom Rath. Dass die 1983 verstorbene Mäzenin und Kunsthändlerin, die sich auch während der Nazi-Zeit für verfemte Künstler engagierte, selbst eine talentierte Malerin war, darauf macht ab heute das Museum Wiesbaden aufmerksam. Anlass ist der 125. Geburtstag Hanna Bekker vom Raths, von der in der Kabinettausstellung rund zwanzig Gemälde zu sehen sind. Die Werke aus den frühen 1920er bis 1960er Jahren zeichnen mit expressiven Porträts, Landschaften und Stillleben das künstlerische Schaffen der vielseitig begabten Persönlichkeit nach.

Hanna Bekker vom Rath, geboren als Kind einer wohlhabenden Familie am 7. September 1893 in Frankfurt am Main, erhielt früh privaten Mal- und Zeichenunterricht bei Marie Paquet-Steinhausen und Ottilie Wilhelmine Roederstein. Entscheidend für ihr künstlerisches Tun war zwischen 1915 und 1917 die expressionistische Prägung durch Ida Kerkovius in Stuttgart, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verband. Schnell fand sie Anschluss an die Avantgarde und kam mit Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Ludwig Meidner oder Karl Schmidt-Rottluff in Kontakt. So gründete sie 1929 in Wiesbaden die „Gesellschaft der Freunde der Kunst von Alexej von Jawlensky“. Während des Nazi-Regimes und der Kriegszeit organisierte Hanna Bekker in ihrer Berliner Atelierwohnung heimliche Ausstellungen mit Werken der „Entarteten Kunst“. 1947 gründete sie dann das „Frankfurter Kunstkabinett Hanna Bekker vom Rath“, das den diffamierten Künstlerfreunden ein Forum bot und sich auch neuen Kunstströmungen öffnete. Hier präsentierte sie Arbeiten von Gerhard Marcks, Oskar Kokoschka, Otto Dix, Eduardo Chillida, David Hockney, Gabriele Münter, Ernst Wilhelm Nay, Antonio Saura, Emy Roeder, Walter Stöhrer oder Mark Tobey.

Wesentliche Teile der Kunstsammlung Hanna Bekker vom Raths befinden sich seit 1987 im Museum Wiesbaden und bilden hier mit Werken von Max Beckmann oder Ernst Ludwig Kirchner expressionistische Höhepunkte der Abteilung Klassische Moderne. Daher würdigt die aktuelle Schau auch ihre Rolle als Sammlerin und präsentiert im angrenzenden Saal Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff, Wilhelm Lehmbruck und insbesondere Max Beckmann. Hier fügt sich die Neuerwerbung des Bildes „Viktoria-Luise-Platz“, das Hanna Bekker 1929 von ihrem Berliner Atelier in der Regensburger Straße aus gemalt hat, stilistisch zwischen den beiden Beckmann-Gemälden „Weiblicher Akt mit Hund“ von 1927 und „Ochsenstall“ von 1933 ein.

Die Ausstellung „Hanna Bekker als Malerin“ läuft vom 5. September bis zum 3. Februar 2019. Das Museum Wiesbaden hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, am Dienstag und Donnerstag zusätzlich bis 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro.

Museum Wiesbaden
Friedrich-Ebert-Allee 2
D-65185 Wiesbaden

Telefon: +49 (0)611 – 335 2250
Telefax: +49 (0)611 – 335 2192

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


05.09.2018, Hanna Bekker als Malerin

Bei:


Museum Wiesbaden

Variabilder:

Hanna Bekker vom Rath, Blick vom Blauen Haus, um 1950
Hanna Bekker vom Rath, Blick vom Blauen Haus, um 1950

Künstler:

Hanna Bekker vom Rath








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