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Robert Delaunay im Kunsthaus Zürich

Robert Delaunay, Drame politique, 1914

Seit dem Wochenende bestreitet das Kunsthaus Zürich mit einer umfangreichen Ausstellung zu Robert Delaunay sein Herbstprogramm und hat dafür 80 Gemälde und Arbeiten auf Papier versammelt. Mit ihnen will Kuratorin Simonetta Fraquelli die Bandbreite im Œuvre des 1885 geborenen Franzosen vermitteln: von seinen frühen „divisionistischen“ und vom Stil der Fauves geprägten Porträts der Jahre 1906/07 über die frühen abstrakten Farbmalereien bis hin zu den Entwürfen für das Palais des Chemins de Fer und das Palais de l’Air bei der Weltausstellung 1937 und seine letzte große Gemäldeserie „Rythmes sans fin“. Thematisch kreisen die Exponate um Paris, die frühe Luftfahrt, den Sport oder die Farbe am Beginn der Moderne. Ergänzend sind Fotos und Filme aus dem frühen 20. Jahrhundert etwa von Germaine Krull, Man Ray, André Kertész, Ilse Bing und René Le Somptier zu sehen, die sich ebenfalls von der Stadt an der Seine inspirieren ließen.

Delaunays Arbeiten waren von zukunftsweisender Natur. Er untersuchte den Einsatz von Farbe in der Darstellung von Bewegung, Technik und Sport und die Frage, wie er sich selbst als zentrale Figur innerhalb der Entwicklung einer dynamischen, neuen und modernen Welt positionierte. Herauskamen eine auf Farbkontrasten basierende Bildsprache und der Einsatz von Kreisen als formale Elemente und kosmische Symbole, die zu Markenzeichen seiner Kunst wurden. Die Ausstellung zeigt Beispiele seiner berühmten Serien, wie die geschwungenen Gewölbe und die Buntglasfenster der gotischen Kirche Saint Séverin im Quartier Latin in Paris und seine Darstellungen des Eiffelturms, Pariser Wahrzeichen und Symbol der Moderne par excellence. Pariser Dachlandschaften, ein gigantisches Riesenrad, Flugzeuge sowie die Sonne beherrschen die Bildfläche.

Mit der Serie „Les Fenêtres“ schuf Robert Delaunay eine neue Art der Malerei. Als Gegenstück zum Zusammenspiel von Licht, Raum und Bewegung, basierte sie völlig auf Farbkontrasten. In diesen Arbeiten scheint sich das Gefüge der Stadt in einer Fläche aus gebrochenen Farbtönen aufzulösen. Guillaume Apollinaire, Kritiker und Unterstützer von Delaunays Kunst, ordnete diese optischen Effekte, die auf den in sich geschlossenen Beziehungen, Spannungen und Harmonien reiner Farbe beruhen, seinem eigenen Konzept des „Orphismus“ zu. Delaunay bezeichnete seine Gemälde lieber als „reine Malerei“, ein Konzept, das seine höchste Vollendung in seinem „Disque (Le premier disque)“ von 1913 fand, in dem er alle erkennbaren Bezüge auf eine sichtbare Welt eliminierte und stattdessen eine konkrete Darstellung prismatischer Lichteffekte bot. In seiner Serie „Rythmes sans fin“ näherte sich Delaunay der Welt geometrischer Abstraktion an, die zu Beginn der 1930er Jahre in Paris an Dynamik gewonnen hatte. Seine Arbeiten sollten später der Op-Art als Vorbild dienen und wurden richtungsweisend für Künstler, die sich eines konkreten konstruktivistischen Stils bedienten.

Die Ausstellung „Robert Delaunay und Paris“ ist bis zum 18. November zu sehen. Das Kunsthaus Zürich hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 23 Franken, ermäßigt 18 Franken. Bis 16 Jahre ist er frei. Der Katalog aus dem Kehrer Verlag kostet 51 Franken.

Kunsthaus Zürich
Heimplatz 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 253 84 84
Telefax: +41 (0)44 – 253 84 33


04.09.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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31.08.2018, Robert Delaunay und Paris

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Robert Delaunay, Drame politique, 1914
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Robert Delaunay, Rythme. Joie de vivre, 1930
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Robert Delaunay, Saint-Séverin, 1909
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Künstler:


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