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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit seinem Schwerpunkt auf Glas und Keramik konnte das Heilbronner Auktionshaus Fischer in dieser Saison wieder punkten. Besonders gut kam die New Yorker Privatsammlung mit Keramiken von Emile Gallé an. Für eine kleine Sensation sorgte zudem ein fernöstliches Rollbild

Ein ungleiches Pärchen



Emile Gallé, Sitzende französische Bulldogge „Bully“, um 1884/89

Emile Gallé, Sitzende französische Bulldogge „Bully“, um 1884/89

Der Name Emile Gallé ist heute meist mit Glas des französischen Art Nouveau verknüpft. Seine künstlerischen Ursprünge in der Keramik finden oft wenig Beachtung. Anders sah dies der New Yorker Sammler Leo Kaplan und legte seinen Schwerpunkt auf eben jene frühe Phase im Schaffen Gallés. Seine exquisite, mit Sachverstand und Leidenschaft aufgebaute Privatsammlung hat der New Yorker Kunsthändler dem Auktionshaus Fischer zur Veräußerung anvertraut, was nicht zu seinem Nachteil war. Kaum eines der 88 Objekte blieb liegen, und häufig stritten sich die Kunden um die lustigen, teils abenteuerlichen Stücke aus dem Übergang vom späten Historismus zum Jugendstil, etwa bei der französischen Bulldogge namens „Bully“ aus der zweiten Hälfte der 1880er Jahre. „Bully“, angezogen mit einem bunten Rautenmuster in Gelb, Rot, Grün und Schwarz, hob seine Schätzung von 2.500 Euro auf einen Endpreis von 4.200 Euro an.


Preislicher Höhepunkt aus Kaplans Besitz war ein reizendes Pärchen aus einer Katze und einem weiteren Exemplar des „Bully“. Der Hund hat die Mundwinkel typisch nach unten verzogen und stiert mit leicht nach oben gerichtetem Kopf zur Seite. Das bunte Harlekinmuster verleiht dem düster drein blickenden Tier einen skurril ironischen Charakter. Freundlicher hat Gallé die Katze gestaltet. Ihre Mundwinkel gehen weit nach oben, braunschwarze Farbtupfer bilden einen Kontrast zu ihrem ansonsten schneeweißen Fell. Um den Hals trägt sie ein Freundschaftsmedaillon mit einem Porträt der Bulldogge an einem rosafarbenen Band. Fischer verkaufte das ungleiche Pärchen, das den Katalog der Versteigerung zierte, zusammen für taxkonforme 7.600 Euro.

Am 11. und 12. Mai standen in Heilbronn nicht nur die Gallé-Werke zum Verkauf, sondern auch ein breites Spektrum an Antiquitäten sowie russische Kunst und Ikonen. Die New Yorker Keramiksammlung erfreute sich bei einem Bruttoumsatz von fast einer Viertelmillion Euro großer Beliebtheit: Sie ging zur 93 Prozent weg. Zusammen mit der Rubrik der „Kunst & Antiquitäten“, die auf eine losbezogene Zuschlagsquote von akzeptablen 47 Prozent kam, konnte sich Fischer über den Absatz von etwas über 55 Prozent der Einlieferungen freuen. Spektakulär war unter den Antiquitäten der Bieterwettstreit um ein exotisches, wohl aus Tibet stammendes Rollbild des 19. Jahrhunderts mit der frontalen Darstellung eines Lamas auf einem Thron in Tempera und Gold auf Leinwand. 300 bis 350 Euro waren dafür zu wenig. Die internationale Kundschaft ließ nicht locker, bis stolze 36.000 Euro erreicht waren.

Gallés fabelhafte Tierwelt

Neben dem Tierpärchen waren noch weitere „Sitzende Katzen“ aus der Sammlung Leo Kaplans zu haben, die zumeist gute Preise erzielten. Eine solche Katze, in ein schwarzes Kopftuch und ein blaues Gewand mit floralem Ornament gehüllt, aus der Zeit um 1884/89 und in beinahe tadellosen Zustand brachte es auf 4.400 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Wer nicht so viel Geld aufbringen wollte, konnte auf eine stärker restaurierte, gleich bewertete Katze mit grün gestreiftem Überzug für 1.500 Euro zurückgreifen. In ein blau gemaltes Jackett mit Blumenbouquets ist eine weitere Version der französischen Bulldogge gekleidet, deren spitze Zähne für 4.500 Euro bedrohlich aus dem Maul ragen (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Auf Gegenliebe stieß ebenso Gallés „Sitzendes Kaninchen“, das vor 1878 entstand. Auf einem naturalistisch bemalten Sockel ist es sprungbereit und blickt aus seinen braunen Glasaugen zum Betrachter. Für letztlich 2.200 Euro ging das Kaninchen mit weiß staffiertem Körper und Streublumen weg (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Vögel waren ähnlich begehrt wie die kleinen Haustiere. Ein prächtiger rufender „Hahn mit kleiner Vase“ um 1878, der auf einem Wiesenstück steht und dessen Gefieder mit Blütenzweigen geschmückt ist, kletterte auf 2.500 Euro, ebenso wie der „Falke“ mit Haube und Glöckchen an den Krallen, auf dessen Federkleid türkisblaue Akzente gesetzt sind (Taxe je 1.000 bis 1.500 EUR). Die naturalistisch gestaltete „Eule“ um 1889 auf einem braunen Sockel mit fein marmorierten braunen Federn und tiefgrünen eindringlichen Augen machte einen Sprung von 3.000 Euro auf 6.000 Euro oder verwandelte sich für 1.400 Euro in einen kleinen Krug (Taxe 500 bis 650 EUR).

Welche hypertrophen Formen Emile Gallé ersinnen konnte, machten etwa ein Krug in Gestalt einer Heuschrecke mit Krone um 1882/84 für 5.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR), eine Kaffeekanne in tiefen Rippenmuster mit vegetabilem Henkel, Vogelkopfausguss, Löwenmaskaron und angepappter Anthurie für 2.500 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) oder ein Henkelkorb in ägyptisierendem Dekor für 3.500 Euro deutlich (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Nicht minder eigenwillig war eine Jardiniere aus Pilzen und Mohnblättern für 6.000 Euro. Dagegen nahmen sich Gallés Vase, an der für nun 6.000 Euro Lotosblüten und Mohnkapseln ranken (Taxe je 3.000 bis 5.000 EUR), oder seine Vase mit plastischer Katze und Maus auf dem Deckel für 3.100 Euro geradezu brav aus (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Deutlich am Rokoko orientierte sich Gallé um 1876 bei einer dreiteiligen Kamingarnitur, die mit ihrer schwungvoll verspielten Gestaltung für einen Zuschlag bei 4.000 Euro sorgte (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).

Ambergs „Hochzeitszug“ pikiert

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwarf Adolph Amberg wohl für die Hochzeit des preußischen Kronprinzen Wilhelm einen Tafelaufsatz aus zwanzig Porzellanfiguren. Wegen seiner Nacktheit, so wird es kolportiert, stieß der „Hochzeitszug“ allerdings bei dessen Mutter, Kaiserin Auguste Viktoria, auf wenig Gegenliebe, weshalb ihn KPM erst ab 1908 verlegte. Aus der Berliner Privatsammlung Sendtner-Voelderndorff konnte Fischer nun einen kompletten Satz in verschiedenen Ausführungen anbieten. Am teuersten gingen die großen polychrom gefassten „Zwei Etrusker“ von 1917 für 12.000 Euro weg, die zusammen eine Rüstung über den Schultern tragen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Beim „Goten“ von 1919 mit Hund und grünem langem Schurz überschlugen sich die Gebote bis 6.500 Euro und damit bis weit über der Erwartung von 2.000 bis 2.500 Euro, zu der beispielsweise auch die „Perserin“ in Tanzpose mit Tamburin in der Hand offeriert war und die es auf 4.400 Euro brachte. Ein gleich bewerteter „Inder“ mit Lendentuch, Turban und einem Truthahn stieg auf 4.000 Euro, der „Afrikaner“ mit Waldhorn auf 5.000 Euro, während der „Bräutigam“ zu Pferde seine Schätzung von 3.500 Euro respektierte. Keinen Abnehmer fand überraschenderweise die „Braut“ als Europa auf dem Stier für 2.500 bis 3.000 Euro, ebenso wie alle unbemalten Figuren.

Um 1904/31 produzierte die Württembergische Porzellan-Manufactur Schorndorf die Gruppe „Herkules fängt den erymanthischen Eber“ als Figur von gut einem halben Meter Höhe. Für den jugendlich attraktiven Helden, der wenig angestrengt den Kopf des fast niedlichen mythologischen Tieres fasst, rechneten die Experten bei Fischer mit 600 bis 800 Euro, die die Bieter im Wettstreit mit 4.200 Euro deutlich überboten. Spannungsvoll geschwungen steht nicht nur Herkules da, sondern auch die „Tanzgruppe“ der Aeltesten Volkstedter Porzellanfabrik aus den 1920er Jahren. Mit der gleichen Taxierung versehen, kletterte das bunte Pärchen in pseudo-antikischer Kleidung auf immerhin 1.400 Euro. Den selben Sprung machte der von Philipp Kittler gestaltete, ausholende „Speerwerfer“ aus Bronze um 1924. Eine Vase von Theodor Hermann Schmuz-Baudiss mit zwei Fröschen als Handhaben, die 1903 bei KPM in Berlin vom Band lief, fuhr gute 1.000 Euro ein (Taxe 400 bis 600 EUR).

Dänischer Jugendstil auf der Einkaufsliste

Henry van de Velde gilt als einer der Hauptvertreter des Jugendstils. Nach einer Idee von 1903 führte die Porzellanmanufaktur Meißen vor 1924 seinen kobaltblauen Dekor „Peitschenhieb“ auf einem Teller aus. Dieser begeisterte für 1.000 Euro noch heute (Taxe 300 bis 400 EUR). Die Tischlampe der Firma Vienna Faience Schauer um 1906 ist da verspielter. Drei Mädchen in wallenden wasserblauen Gewändern stützen über ihren Köpfen einen Kranz aus Rosen, auf dem ein Glasschirm aus der Produktion Emile Gallés liegt. Die Majolika fand für 1.800 Euro einen neuen Liebhaber (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR). Gerhard Heilmann bemalte 1912 eine Vase von Royal Copenhagen mit dem sympathischen Wassergeist „Nöck“ in Blau- und Grautönen. Das Gefäß mit seinem lustigen Bewohner zog bei 2.800 Euro von dannen (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Noch mehr überraschte die aus Blüten und Blättern der Klematis gestaltete Vase, die Effie Hegermann-Lindencrone 1900/01 entwarf und bei Bing & Grøndahl ausführte. Das grazile Gefäß mit seiner durchbrochenen Wandung umwarben die Kunden bei 7.000 Euro und damit beim Vierfachen seiner Schätzung. Auch ihre kleinere Vase mit ausladenden Orchideenblüten schnitt bei 1.900 Euro gut ab (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Aus Bronze fertigte Gustav Gurschner um 1905 seine Vase mit einem reliefierten Dekor aus Spiralen, Kreuzen und zwei Drachen, die nun 3.800 Euro einbrachte (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR). Knapp hundert Jahre älter war ein ebenfalls aus Österreich stammendes Leuchterpaar. Die klassizistisch elegante Wiener Silberarbeit von 1810 spielte 1.200 Euro ein (Taxe 900 bis 950 EUR). Die Jahreszahl im Bischofswappen datiert eine Fayenceplatte mit Johannes dem Täufer in das Jahr 1685, ein Etikett auf der Unterseite der nun 1.600 Euro teuren Breitrandplatte verweist zudem auf das Erzbistum Salzburg (Taxe 500 bis 600 EUR). Die Bezeichnung „Tigerware“ bürgerte sich im England des 16. Jahrhunderts für braun gefleckte Steinzeugwaren ein, die aus dem Kölner Raum importiert oder auf der Insel imitiert wurden. Fischer gab einen wohl englischen Krug vom Ende des 16. Jahrhunderts mit vergoldeter Silberfassung samt Portraitmedaillons, Rankenwerk, Früchtebändern und Puttoknauf im Rahmen der Schätzung bei 10.000 Euro ab.

Russische Kunst und Ikonen

Schon tags zuvor stand in Heilbronn die Kunst aus Russland auf dem Programm. So überhitzt, wie noch vor einigen Jahren, scheint der Markt in diesem Segment nicht mehr zu sein. Die Käufer sind wählerischer, achten vermehrt auf Qualität und haben, wenn sie aus Russland kommen, angesichts der angespannten Wirtschaftslage vielleicht auch nicht mehr so viel Geld in der Tasche. Letzteres konstatierte jedenfalls das Auktionshaus Fischer und konnte nicht einmal ein Viertel der 376 Objekte sicher an den Mann bringen. Realisieren sich noch alle Vorbehaltszuschläge, steigt die Quote wenigstens auf 39 Prozent. Auch wenn es nicht seine Erwartung erreichte, mutierte ein Opernglas aus dem Hause Fabergé zum teuersten Objekt der Auktion. Werkmeister Henrik Emanuel Wigström verzierte das goldene rechteckige Gestell um 1908/17 mit Blüten und Blattranken auf Perlmutt, Saphircabochons und Diamanten im Rosenschliff. 22.000 Euro hieß das Schlussgebot (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR).

Deutlich energischer war der Kampf um einen großen Kowsch in Cloisonné-Email um 1908/17. Mit seinem traditionellen, fein emaillierten Pflanzendekor des 20. Moskauer Silberartels – ein Artel ist ein Zusammenschluss mehrerer Meister zu gemeinsamen wirtschaftlichen Aktivitäten – kam das Gefäß in Schiffchenform auf unvorhergesehene 11.000 Euro (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Auch der Pokal mit dem geschnittenen Bildnis der Zarin Elisabeth aus der Mitte des 18. Jahrhunderts stieg auf 7.200 Euro gewinnbringend an (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Aus der Kaiserlichen Glasmanufaktur St. Petersburg folgten ihm gleichfalls noch eine geschliffene Pokalvase mit einer biedermeierlichen transparenten Emailmalerei auf der Kuppa bei 4.000 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR) und die ovale Jugendstil-Schale in amethystfarbenem Glas mit Blumenkranz von 1914 bei 1.000 Euro zur unteren Schätzung.

Während eine 104 Zentimeter hohe südrussische Ikone mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts, die um 1800 deutlich einem westeuropäischem Einfluss folgt, bei 8.500 Euro nur unter Vorbehalt zugeschlagen wurde (Taxe 11.000 bis 12.000 EUR), sicherte sich ein Liebhaber die kleinteiligere Ikone mit der „Sophia“, der göttlichen Weisheit, die eben ihr gut bestelltes Haus baut, aus Newjansk am Ostrand des mittleren Urals zum Ende des 19. Jahrhunderts bei 10.500 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Die Sammler honorierten dann noch die russische Ikone der Neun Märtyrer von Kyzikos aus dem 19. Jahrhundert mit 5.400 Euro (Taxe 3.500 bis 3.700 EUR). Einzigartig sind die Zeichnungen für das suprematistische Schachspiel „Supremus“ aus dem Jahr 1929 von Nina Kogan. Die Mappe aus Karton mit acht Aquarellen, die die Figuren des Spiels zu konstruktivistischen Gebilden verändern, verlockte einen Kunden zu taxkonformen 7.000 Euro.

Glasauktion in Zwiesel

Am 30. Juni bestritt Fischer den Abschluss des ersten Halbjahrs mit seiner traditionellen Glasauktion in der Glasstadt Zwiesel. Hier lag die losbezogene Verkaufsrate wieder bei guten 55 Prozent, allerdings mit 62 Stücken unter Vorbehalt. Die „Portatrice d’Aqua“ von Pablo Picasso dominierte das Geschehen. Als trutzige Figur, die die Arme in die Hüfte stemmt und grimmig drein blickt, ging die Vasenskulptur aus Murano-Glas von 1954 für erfreuliche 11.000 Euro in eine deutsche Privatsammlung (Taxe 5.000 bis 6.500 EUR). Jünger war noch der Buddha-Kopf „Going Home“ aus dem Jahr 1990 von Erwin Eisch, für den 2.800 Euro gefragt waren (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Auch Kyohei Fujitas quadratische kobaltblaue Deckeldose mit gesprengter Gold- und Silberfolie konnte sich über 5.500 Euro freuen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Bei René Roubíceks wulstigem Vasenobjet von 1964 mit grün und blau unterfangenem Glas einigten sich Bieter erst bei 1.300 Euro (Taxe 500 bis 800 EUR), bei Helena Tynells kubistisch aufgesplitterter Vase „Nordlicht“ um 1960 in gleicher Farbstellung erst bei 1.200 Euro (Taxe 150 bis 180 EUR).

Dem gegenüber stand das historische Glas, etwa ein böhmischer Pokal um 1700 mit hohem, von Kugelnodi besetztem Schaft und Vogeldarstellungen auf der Kuppa für 1.700 Euro (Taxe 800 bis 1.200 EUR) und zum gleichen Preis ein Pokal mit dem Wappen der Freiherrn von Berlepsch, das der Weimarer Hofglasschneider Andreas Friedrich Sang samt Wahlspruch „Constant et Fidele“ um 1730 auf die Wandung bannte (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Ein Deckelbecher mit Maximilian I. Joseph von Bayern aus der Gräflich Harrachschen Glasfabrik im böhmischen Neuwelt um 1835 kam auf 3.300 Euro. Bestechend ist vor allem das gekonnt geschnittene Profilbildnis des Königs, das in dieser Qualität die Autorenschaft Dominik Biemanns nahelegt (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Etwa gleichaltrig ist der Pokal mit einer Sauhatz von Franz Anton Pelikan für 2.600 Euro, der sich bei der Jagdszene im Wald mit reicher Vegetation eine Vorlage von Johann Elias Ridinger holte (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Auch in Zwiesel war Jugendstil von Emile Gallé zu haben. Recht stilisiert zeigt sich seine frühe Vase mit Türkenbundlilie von 1889. Die dunklen Blütenranken auf rosafarbenem Grund überzeugten die Bieter zu 8.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Die bunt schimmernde Vierkantvase „Candia Phänomen GRE 7773“ der Manufaktur Lötz Witwe aus Klostermühle von 1899 verlangte einem Freund des spektakulären Farbenspiels 3.300 Euro ab (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Für den selben Hersteller entwarf Marie Kirschner um 1901 den kleinen dezenten Krug „Creta Norma“ mit einem Übergang von Grün zu Blau, für den Fischers Experten mit 400 bis 500 Euro rechneten. Das Interesse war aber so nachhaltig, dass das Bietgefecht erst bei 2.200 Euro ein Ende fand. Das geometrisch geformte grüne Likörglas von Otto Prutscher aus dem Jahr 1906 verdoppelte seinen Wert auf 3.000 Euro. Umkämpft war ebenso die um 1925 gefertigte Art Déco-Vase mit knallrotem vegetabilem Dekor, die auf Marey Beckert-Schider zurückgeht. Erst bei 7.000 Euro fiel der Hammer (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



04.09.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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