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Steinzeit und Gegenwart: Petrit Halilaj in Bern

Petrit Halilaj, Shkrepëtima, 2018

Das Zentrum Paul Klee zeigt seit heute in Bern eine Ausstellung des aktuellen Mario-März-Kunstpreisträgers Petrit Halilaj. Der Künstler setzt sich darin mit Umwelt, Vergangenheit und Identität seiner kosovarischen Heimat auseinander. Der Ausstellungstitel „Shkrepëtima“ ist albanisch und bedeutet so viel wie „Funken“ oder „Blitz“, übertragen auch „intensives, plötzliches Gefühl“ oder „zündender Gedanke“. In der Schau, die mit der Fondazione Merz in Turin entwickelt wurde und im Oktober dahin wandert, geht es um das kosovarische Dorf Runik, in dem Halilaj aufgewachsen ist, bevor er – im Zuge des Kosovokrieges – mit seinen Eltern nach Albanien floh.

Der Künstler verbindet historische Artefakte aus der Jungsteinzeit, die in Runik immer wieder gefunden werden, mit der Frage nach ihrer Rolle im gesellschaftlichen und kulturellen Leben des Dorfes. Davon ausgehend erweitert er den Horizont auf die Frage nach Überlieferung, Mythos und Realität. Die Videoinstallation „The city roofs were so near that even a sleepwalking cat could pass over Runik without ever touching the ground“ von 2017 erzählt die Geschichte dieser steinzeitlichen Fundstücke und die Spekulationen, die sie umgeben. Gleichzeitig ist sie ein poetisches Porträt des Dorfes und eine Momentaufnahme, die auf den augenblicklichen Zustand des jungen Landes Kosovo verweist.

Auch Halilajs Skulpturen aus der Serie „RU“ nehmen Bezug auf die steinzeitliche Geschichte Runiks. Auf Basis archäologischer Aufzeichnungen hat Petrit Halilaj rund 500 Objekte originalgetreu hergestellt und gleichzeitig zu Skulpturen weiterentwickelt. Die steinzeitlichen Objekte verwandeln sich durch das Hinzufügen von Füßen, Beinen oder Flügeln aus Messingdraht in Zug- und Wandervögel, die sich über Grenzen hinwegsetzen und an neuen Orten „ansiedeln“ können.

Petrit Halilaj ist der Preisträger des zweijährlich von der Fondazione März in Turin vergebenen Mario-Merz-Preises 2018. Halilaj wurde 1986 in Kostërc geboren. Er lebt und arbeitet in Deutschland, Kosovo und Italien. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Palais de Tokyo in Paris (2018), im New Yorker New Museum (2017), im Kölnischen Kunstverein (2015), in der Bundeskunsthalle in Bonn (2015), in der kosovarischen Nationalgalerie in Pristina wie auch im Rahmen der 55. und der 57. Venedig-Biennale präsentiert (2013/2017).

Die Ausstellung „Petrit Halilaj – Shkrepëtima“ ist bis 19. August zu sehen. Das Zentrum Paul Klee hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Franken, ermäßigt 10 Franken, für Kinder bis 16 Jahre 7 Franken.

Zentrum Paul Klee
Monument im Fruchtland 3
CH-3006 Bern

Telefon: +41 (0)31 – 359 01 01
Telefax: +41 (0)31 – 359 01 02


20.07.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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20.07.2018, Petrit Halilaj – Shkrepëtima

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Zentrum Paul Klee

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Petrit Halilaj, Shkrepëtima, 2018
Petrit Halilaj, Shkrepëtima, 2018

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Petrit
 Halilaj, RU, 2017
Petrit Halilaj, RU, 2017

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Petrit Halilaj, The city roofs were so near that even
 a sleepwalking cat could pass over Runik without ever touching the ground, 2017
Petrit Halilaj, The city roofs were so near that even a sleepwalking cat could pass over Runik without ever touching the ground, 2017

Künstler:

Petrit Halilaj








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