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Nürnberg schwelgt in vergangenem Luxus

in der Ausstellung „Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts“

Das Germanische Nationalmuseum (GNM) in Nürnberg zeigt derzeit anlässlich einer Neuerwerbung die Ausstellung „Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts“. Rund um ein bodenlanges, einteiliges Seidenkleid mit betonter Taille und weiter Rückenfalte aus der Zeit um 1760 – eine sogenannte Taille-Andrienne, eine Sonderform der „Robe à la française“ – arrangiert die Kuratorin Adelheid Rasche einen detailreichen Einblick in die opulente Welt der Damenmode des 18. Jahrhunderts. Zu der Robe, die von einer 17jährigen Braut getragen und anschließend von ihrer Familie über 250 Jahre verwahrt wurde, gehört ein für die Zeit innovativer Reifrock aus rotem Atlas und Fischbein, der das nötige Volumen ohne das sonst bei Unterröcken übliche Gewicht garantierte. Er ist separat neben dem Kleid in einer eigenen Vitrine zu sehen.

„Heutzutage ist es kaum noch möglich, originale Kleidung des 18. Jahrhunderts aus dem ursprünglichen Familienzusammenhang erwerben zu können, und dass sich die Familie an uns gewendet hat, zeugt auch von dem hervorragenden Renommee, das das Germanische Nationalmuseum im Umgang mit historischen Textilien genießt“, freut sich Generaldirektor Ulrich Großmann über den besonderen Neuzugang und seine jetzige Präsentation.

Anhand eigener Bestände des GNM stellt die Schau dar, wie die übrige Garderobe zu so einem Kleidungstück ausgesehen haben muss. Mehrere Paar Schuhe und vor allem die zugehörigen schützenden Überschuhe sowie verschiedene Schmuckstücke oder aufwendig verzierte Fächer und Schirme geben die grundlegenden Elemente der Garderobe einer wohlhabenden Dame der Gesellschaft wieder. Besonders prächtig ist eine reich bestickte Steckergarnitur. Die einzelnen Stoffelemente konnten – ähnlich einer Bordüre oder einem Spitzenbesatz – vorn oder am Kragen auf ein beliebiges Kleid appliziert werden. Neben den Textilien belegen Dokumente, darunter Journale, Berichte aber auch maßstabsgetreue Modepuppen, wie sich Formen und Trends in ganz Europa verbreiten konnten.

Die Ausstellung „Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts“ ist bis zum 6. Januar 2019 zu sehen. Das Germanische Nationalmuseum hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der begleitende Katalog erschien als Band 19 in der Reihe „Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum“ und kostet 12,50 Euro.

Germanisches Nationalmuseum
Kartäusergasse 1
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 13 31 0
Telefax: +49 (0)911 – 13 31 20

Quelle: Kunstmark.com/Maria Schabel

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in der Ausstellung „Luxus in Seide. Mode des 18. Jahrhunderts“
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