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Ludwig Meidner in Rendsburg

Ludwig Meidner, Erinnerungen Leipziger Straße, 1913

In diesem Sommer widmet sich das Jüdische Museum Rendsburg dem Schaffen Ludwig Meidners. Dabei kann Museumsleiter Carsten Fleischhauer auf die Kunststiftung Dr. Hans-Joachim und Elisabeth Bönsch zurückgreifen, die seit 2016 eng mit der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf verbunden ist, und präsentiert seit dem Wochenende daraus knapp 80 Werke. Fleischhauer war es dabei ein wichtiges Anliegen, gerade Meidner die Jubiläumsausstellung zum 30jährigen Bestehen des Jüdischen Museums zu überlassen, der als Expressionist und Jude von den Nazis gebrandmarkt und verfolgt wurde.

Ludwig Meidner, 1884 in Schlesien geboren, trat schon vor dem Ersten Weltkrieg mit seiner Doppelbegabung als Maler und Dichter in Erscheinung. Bekannt wurde er ab 1912 für seine Darstellungen des urbanen hektischen Großstadtlebens, die er zu expressiven futuristischen Werken formte. Darin drangen schon bald Züge von Katastrophen ein. So geraten seine Stadtbilder aus den Fugen, Kometen fallen vom Himmel, Feuersäulen durchbrechen die Nacht, und Menschen irren in Panik ziellos umher. Die Welt und das Individuum können der Bedrohung nicht entkommen. Für seine „Apokalyptischen Landschaften“ steht in der Schau etwa die düster bedrohliche Tuschezeichnung „Erinnerungen Leipziger Straße“ von 1913.

Nach dem Ersten Weltkrieg, den Meidner von 1916 bis 1918 als Dolmetscher in einem Kriegsgefangenenlager verbrachte, verarbeitete er seine Erlebnisse von den dortigen Gräueln in eindringlicher Weise. Die Lithografien, mit denen er seine Publikationen „Im Nacken das Sternemeer“ von 1918 und „Septemberschrei“ von 1920 illustrierte, bilden einen der Schwerpunkte der Ausstellung. Daneben zeigt Carsten Fleischhauer auch Meidners Selbstbildnisse und Portraits von Freunden aus der Zeit der Weimarer Republik, religiöse Werke, in denen er sich mit seinem jüdischen Glauben auseinandersetzte, und eigenwillige Zeichnungen aus dem englischen Exil, in das der Künstler mit Ehefrau und Sohn 1939 ging. Trotz der Verfolgung vermisste Meidner Deutschland, kehrte 1953 zurück und starb 1966 in Darmstadt.

Die Ausstellung „Ludwig Meidner – Im Nacken das Sternemeer“ ist bis zum 21. Oktober zu sehen. Das Jüdische Museum Rendsburg hat dienstags bis samstags von 12 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro; sonntags ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 19,90 Euro.

Jüdisches Museum Rendsburg
Prinzessinstraße 7-9
D-24768 Rendsburg

Telefon: +49 (0)4331 – 440 430

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


06.07.2018, Ludwig Meidner. Im Nacken das Sternemeer

Bei:


Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Variabilder:

Ludwig Meidner, Erinnerungen Leipziger Straße, 1913
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Künstler:


Ludwig Meidner








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