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Wenn Roland auf Pinocchio und Papageno trifft

Roland Topor, Marteau pilon poil au menton (Fallhammer – Haare am Kinn), 1972

Seit dem Wochenende zeigt das Museum Folkwang in Essen die Ausstellung „Roland Topor. Panoptikum“. Der französische Zeichner und Illustrator, Autor, Filmemacher und Schauspieler, Kostüm- und Bühnenbildner wäre heuer 80 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass entwarf Kurator Tobias Burg eine Retrospektive seines vielfältigen Schaffens mit über 200 Exponaten. In sechs Kapiteln werden die Besucher von frühen Tuschezeichnungen und Illustrationen – zu den bekanntesten zählen dabei die Szenen zu Carlo Collodis „Pinocchio“ – über Linolschnitte der 1970er Jahre und eine Auswahl seiner Kurzfilme, wie „Les Escargots“ von 1965, zu seinem Beitrag für die Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“ im Essener Aalto-Theater im Jahr 1990 geführt.

Verbindendes Element dieser breit gefächerten Aktivitäten ist Topors Faszination für die Absurditäten und Unzulänglichkeiten des Daseins. Mit besonderer Vorliebe blickt er in die Abgründe des menschlichen Miteinanders, wie sie sich vor allem – aber nicht nur – im Verhältnis zwischen Mann und Frau auftun. Doch auch das Individuum mit seinen Ängsten und Obsessionen, Leidenschaften und Begehrlichkeiten ist ein bevorzugtes Studienobjekt. Topors Beobachtungen fließen in surreale Szenen ein, die zwischen Witz und Schrecken changieren und im Idealfall beim Betrachter, Leser oder Zuschauer ein Moment der Erkenntnis stiften.

Roland Topor wurde 1938 als Kind polnisch jüdischer Einwanderer in Paris geboren. Der Verfolgung im Zweiten Weltkrieg entgingen er und seine Schwester durch Flucht und die Aufnahme in eine Pflegefamilie in Savoyen. 1955 bis 1964 studierte er an der École des Beaux-Arts in Paris, davon zwei Jahre in der Druckgrafikklasse von Édouard Goerg. Bereits 1958 wurden erste Zeichnungen in den humoristischen Zeitschriften „Bizarre“, „Arts“ und „Le Rire“ veröffentlicht. Ab 1964 wandte er sich parallel dem Film zu. Im selben Jahr erschien mit „Le Locataire chimérique“ sein erster Roman. 1973 wird der Film „La Planète sauvage“ von René Laloux und Roland Topor in Cannes mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Roland Topor verstarb 1997 im Alter von 59 Jahren in Paris.

Die Ausstellung „Roland Topor. Panoptikum“ läuft bis zum 30. September. Das Museum Folkwang hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags und freitags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 25 Euro.

Museum Folkwang
Museumsplatz 1
D-45128 Essen

Telefon: +49 (0)201 – 88 45 301
Telefax: +49 (0)201 – 88 45 330

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


29.06.2018, Roland Topor - Panoptikum

Bei:


Museum Folkwang

Variabilder:

Roland Topor, Marteau pilon poil au menton (Fallhammer –
 Haare am Kinn), 1972
Roland Topor, Marteau pilon poil au menton (Fallhammer – Haare am Kinn), 1972

Künstler:

Roland Topor








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