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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die 23. Ausgabe der wichtigsten Basler Satellitenmesse „Liste“ war die letzte unter der bewährten Direktion des Messegründers Peter Bläuer. Das Erfolgskonzept der „Liste“ sollte aber auch in den kommenden Jahren aufgehen – davon profitieren entdeckungsfreudige Besucher und Sammler

Abschied und Aufbruch



Die Liste 2018 in Basel

Die Liste 2018 in Basel

Eine Ära geht zu Ende. Auf dem abendlichen Empfang der Entdeckermesse „Liste“ in Basel wurde der Messegründer und langjährige Direktor Peter Bläuer mit Standing Ovation verabschiedet. 1996 hatte er die „Liste“ als erste Satellitenmesse im Dunstkreis der übermächtigen Art Basel gegründet, als Reaktion junger aufstrebender Galerien, für die die Teilnahme an der etablierten, weltweit wichtigsten Kunstverkaufsschau damals noch unerreichbar war. Ein paar Gehminuten entfernt vom schicken Messegelände etablierte Peter Bläuer zusammen mit einigen Mitstreitern die unkonventionelle „Liste“ im Werkraum Warteck pp, einem labyrinthartigen ehemaligen Brauereigebäude mit industriellem Charme, in dem schon lange kein Bier mehr gebraut wurde. Kreative Basler aber, von den Betreibern einer Druckwerkstatt über diverse Gastronomen bis zu den Inhabern eines Tanzstudios, haben hier ihre Heimat gefunden. Einmal im Jahr während der Art Basel Woche bespielen dann junge internationale Galerien die verschachtelten Räume.


Auch in diesem Jahr hatte eine fachkundige Jury aus Kuratoren und Kunstschaffenden für die 23. Ausgabe der „Liste“ aus 250 Bewerbern 79 Galerien aus 32 Ländern ausgewählt. Die internationalen Nachwuchsgalerien kamen nicht nur aus den vermeintlichen Zentren des Kunstbetriebs, sondern auch aus Ländern wie Kuba, Kolumbien, Estland, Rumänien oder Ägypten und präsentierten über 170 Künstler, die überwiegend jünger als 40 Jahre alt sind. So machte die Galerie Gypsum aus Kairo unter anderem auf digitale Fotomontagen der in Berlin lebenden Deutsch-Iranerin Setareh Shahbazi, Jahrgang 1978, aufmerksam. Shahbazi benutzt Bilder aus dem Internet und den sozialen Netzwerken, Familienfotos, Film Stills, Postkarten und medizinische Aufnahmen, um aus diesem Archiv mittels Photoshop vielschichtige Collagen an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine herzustellen. Die ebenso komplexen wie farbenfrohen Fotocollagen waren für 2.900 Euro im Angebot (Auflage: 3 + 1 AP).

Die Pariser Galerie Balice Hertling überzeugte mit Fotografien des in Los Angeles lebenden US-Amerikaners Buck Ellison, Jahrgang 1987. Der an der New Yorker Columbia University sowie an der Städelschule in Frankfurt am Main ausgebildete Künstler untersucht in seinen Aufnahmen die Verhaltensweisen, sozialen Codes und typischen Outfits der weißen amerikanischen Mittel- und Oberschicht. Für seine inszenierten Gruppen- und Einzelporträts castet er Schauspieler und Models, die prototypische Markenkleidung und Accessoires tragen, um auf ironische Art die scheinbare gesellschaftliche Dominanz der weißen Elite zu entlarven. Die Fotografien kosten zwischen 8.000 und 12.000 Euro (Auflage: 3 bzw. 5).

Die Galerie Overduin & Co. aus Los Angeles hatte in einer Solo Show auf atelierfrische Gemälde von Eliza Douglas konzentriert. Die 1984 in New York City geborene Partnerin der deutschen Biennale-Künstlerin Anne Imhof versammelt auf ihren Bildern die Oberkörper von Männern in poppig-bunten Hawaii-Hemden. Das Irritierende dabei: Zwischen den farbenfrohen, harmonisch wirkenden Palmen, Papageien und Sonnenuntergängen verbergen sich in den Hemdtaschen jeweils verstörende Fotos zum Beispiel aus Antiraucherkampagnen, wie sie auf Zigarettenschachteln zu finden sind (Preise auf Anfrage).

Für Liebhaber der japanischen Konzeptkunst hatte die Galerie Aoyama Meguro aus Tokio nicht nur Arbeiten des Japaners Katsunobu Yaguchi, Jahrgang 1978, mit nach Basel gebracht, sondern auch den Künstler selbst eingeflogen. Neben konzeptuellen Zeichnungen von Vintage-Ventilatoren unterbreitete er dem Publikum hochwertige Schwarz-Weiß-Drucke von Magazinseiten aus amerikanischen Zeitschriften mit Werbeanzeigen für japanische High Tech-Produkte der Nachkriegszeit. Die Motive ließ Katsunobu Yaguchi in einem fast ausgestorbenen analogen Verfahren auf feines Japanpapier drucken, das in seiner Heimatstadt Ibaraki in der Präfektur Osaka produziert wird. Die delikaten Blätter aus der Serie standen für je 1.200 Euro zum Verkauf (Auflage: 9 + 1 AP).

Für großes Interesse sorgte in Basel die von Sabine Himmelsbach kuratierte Ausstellung „Anti-Bodies“ der US-amerikanischen Medienkünstlerin Lynn Hershman Leeson, Jahrgang 1941, im Haus der elektronischen Künste. Passend dazu hatte die New Yorker Galerie Bridget Donahue auf der „Liste“ eine Collage und mehrere Zeichnungen aus dem Frühwerk der zur Zeit gefeierten Künstlerin und Filmemacherin aus San Francisco gehängt, die sich bereits seit Jahrzehnten kritisch mit den neuesten Entwicklungen in der digitalen Welt, der Gentechnik, der Pharmazie, der Medizin und den Neurowissenschaften beschäftigt. Die direkt aus dem Atelier der Künstlerin stammenden Arbeiten waren für jeweils 45.000 US-Dollar zu haben.

Der Hamburger Nachwuchskünstler Gerrit Frohne-Brinkmann, Jahrgang 1990, entführte den Besucher der „Liste“ in die geheimnisvolle Welt der Tropfsteinhöhlen. Von der Decke am Stand der Galerie Noah Klink aus Berlin hingen Stalaktiten, die Frohne-Brinkmann zunächst gescannt und dann mit dem 3D-Drucker reproduziert hat. Hierbei verweist der Konzeptkünstler auf die extrem unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei der Entstehung dieser bizarren Gebilde einerseits in der Natur und andererseits im High-Tech-Herstellungsprozess als Kunstobjekt.

Einen Stand der besonderen Art präsentierte die Galerie Sabot aus dem rumänischen Cluj. Galeristin Daria Dumitrescu nahm den Namen der Galerie – er bezeichnet im Rumänischen einen Holzschuh – zum Anlass, auf der „Liste“ den „Sabot Shoe Shop“ aufzubauen. Hier zeigten neun Künstler aus dem Galerieprogramm, die jünger als 40 Jahre alt sind, zum neunjährigen Bestehen der Galerie Arbeiten, die sich formal oder im übertragenen Sinne mit dem Thema Schuh auseinandersetzen. Ob ein Schweinefuß mit angedeuteten Adidas-Streifen, ein Gemälde aus Schuhcreme oder eine speziell für die Messe designte Tapete mit Babyschuhen – die überwiegend für die „Liste“ neu entstandenen Arbeiten kamen beim Publikum extrem gut an.

Rund 22.000 Besucher, sowohl Fachpublikum wie Sammler und Kuratoren als auch viele überwiegend junge Kunstinteressierte, haben in diesem Jahr die „Liste“ gesehen. Nach der 23. Ausgabe wird Gründer Peter Bläuer der Kunstmesse nur noch als Berater zur Verfügung stehen. Eine sechsköpfige Kommission wird in Kürze seine Nachfolge bestimmen. Gleichzeitig wurde die Überführung der nicht-kommerziell ausgerichteten Veranstaltung in eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung junger Galerien eingeleitet. Man darf hoffen, dass trotz eines immer schwieriger werdenden Umfelds das Messemodell der „Liste“ für jüngere und kleinere Galerien in solider Schweizer Kontinuität um einige weitere erfolgreiche Kapitel ergänzt wird.

Der 240 Seiten starke Katalog der diesjährigen Ausgabe kostet 15 Franken. Die „Liste 2019“ findet vom 10. bis zum 16. Juni statt.

www.liste.ch



02.07.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Gerrit Frohne-Brinkmann am Stand der Galerie Noah Klink aus Berlin

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