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Giambolognas Mars wird nicht versteigert

Giambolognas Mars kommt zu den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Nach Protesten der Museumswelt und der Kulturpolitik wird Giambolognas Skulptur des Gottes Mars aus dem Besitz der Bayer AG nicht versteigert. Die muskulöse Bronzefigur des bedeutenden Renaissancebildhauers sollte eigentlich am 4. Juli bei Sotheby’s in London zur Auktion kommen. Doch in einer kurzfristigen gemeinsamen Anstrengung ist es den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gelungen, die Kleinbronze für einen Millionenbetrag zu erwerben. In der Versteigerung „Treasures“ hätte der Kriegsgott 3 bis 5 Millionen Pfund bringen sollen. An dem Ankauf beteiligten sich finanziell der Freistaat Sachsen, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Kulturstiftung der Länder und der Freundeskreis der SKD.

Marion Ackermann, Generaldirektorin der SKD, zeigte sich erfreut über den Neuzugang: „Ich bin sehr glücklich, dass es gelungen ist, den Mars von Giambologna für Sachsen zurückzugewinnen. Er kehrt damit zurück an den Ort, wo er hingehört, denn er war vom Künstler persönlich 1587 an den sächsischen Kurfürsten Christian I. geschenkt worden. Wir sind der Bayer AG dankbar, das Werk aus der Versteigerung zurückgezogen zu haben.“ Monika Grütters machte ihren Unmut über die nordrhein-westfälischen Behörden deutlich, die die Skulptur bisher nicht als „national wertvolles Kulturgut“ eingetragen haben, und ergänzte: „Ich bin erleichtert, dass die Bayer AG sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung zwar spät aber immerhin bewusst geworden ist und die Mars-Skulptur von Giambologna nun den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zum Kauf angeboten hat. Das kurzfristige finanzielle Engagement Vieler für einen solchen Erwerb ist ein klares Bekenntnis zur Kultur und auch Ausdruck eines schlagkräftigen ‚kooperativen Föderalismus‘ in Deutschland.“

Die manieristische Skulptur in gedrehter Haltung gehört zum ältesten Sammlungsbestand der SKD und gelangte 1587 als persönliches Geschenk Giambolognas an den damaligen Kurfürsten nach Dresden. Unter den zahlreichen Repliken des Mars ist das Christian I. von Sachsen verehrte Exemplar das einzige, das noch zu Lebzeiten des Künstlers dokumentiert ist. 1924 geriet das Kunstwerk im Rahmen der sogenannten „Fürstenabfindung“ in Privatbesitz. Seit 1983 gehörte es der Bayer AG. In der Vergangenheit hatten sich die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mehrfach bemüht, den Mars als Dauerleihgabe zu gewinnen. Er gesellt sich nun zu drei weiteren Kleinbronzen des Renaissancekünstlers, die sich im Besitz des Museumsverbundes erhalten haben. Die SKD planen, die Figur durch Sachsen reisen zu lassen und zur Finissage der aktuellen Giambologna-Ausstellung im Oktober in Dresden zu zeigen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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