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Naumburg und Haithabu neu im UNESCO-Weltkulturerbe

Der Naumburger Dom ist jetzt Weltkulturerbe

Am Wochenende hat die UNESCO zwei weitere Stätten in Deutschland in ihre Welterbeliste aufgenommen: Den Naumburger Dom und den Archäologischen Grenzkomplex Haithabu und Danewerk. Das mittelalterliche Bodendenkmal in Schleswig-Holstein sei „ein einzigartiges Zeugnis der Wikingerzeit und ihrer kulturellen Traditionen“, so die Begründung des Komitees. Haithabu war vom 9. bis 11. Jahrhundert ein wichtiger Handelsort der Wikingerzeit und in die Grenzbefestigung des Danewerks eingebunden. Das Befestigungssystem und der Seehandelsplatz waren bereits 2015 für das Welterbe nominiert, allerdings empfahl die UNESCO damals eine Überarbeitung.

Nach ersten Versuchen 2015 und 2017 ist nun auch der Naumburger Dom in der Liste der UNESCO verzeichnet. Bei der zwischen 1213 und 1250 erbauten Kathedrale mit weitgehend unveränderter Architektur würdigte das Komitee die künstlerischen Qualitäten. Sie gewähre einen Einblick in Kunst sowie Technologie ihrer Zeit. „Mit dem Kreuzgang, der Doppelstruktur, dem Domgarten und den umliegenden Kuriengebäuden ist der Naumburger Dom ein herausragendes Architekturensemble der Spätromanik und Frühgotik. Weltbekannt ist er für die Arbeiten des sogenannten Naumburger Meisters, der die beeindruckenden Stifterfiguren des Westchores, darunter Uta von Naumburg, und den Westlettner mit den Passionsreliefs schuf“, so Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission. Das hochmittelalterliche Bauwerk stehe in einer Reihe mit den Kathedralen von Amiens in Frankreich, Burgos in Spanien und Modena in Italien. Mit diesen Neuaufnahmen verzeichnet Deutschland nun insgesamt 44. UNESCO-Weltkulturerbestätten.

Das Ausland darf sich über vier Neuzugänge in die Welterbeliste freuen. Dazu gehört die Kulturlandschaft zwischen Aasivissuit und Nipisat, die Jagdgründe der Inuit in Westgrönland. Die Stätte beheimatet Relikte von 4.200 Jahren menschlicher Geschichte. In Indien wartet Mumbai mit einem Gebäudeensemble im viktorianisch-neugotischen Stil des 19. Jahrhunderts auf, das indische Elemente integriert. Hinzu kommt ein Art Déco-Bau um den Platz Oval Maidan, der indisches Design aufnimmt und später als „Indo-Deco“ bezeichnet wurde. Die Region Fars im Iran wurde mit ihren archäologischen Stätten in Firuzabad, Bischapur und Sarvestan aufgenommen. Zur Zeit des Sassanidenreiches vom 3. bis 7. Jahrhundert entstanden dort Befestigungsanalgen, Paläste, Felsenreliefs und Stadtpläne. Dazu gehört noch ein Monument, das den Übergang zwischen der sassanidischen und der islamischen Epoche zwischen dem 7. und 8. Jahrhundert illustriert.

Eine verborgene christliche Stätte des 17. und 19. Jahrhunderts in der japanischen Region Nagasaki kam ebenfalls auf der Welterbeliste hinzu. Im Nordwesten der japanischen Insel Kyushu umfasst sie zehn Dörfer, das Schloss von Hara und eine Kathedrale und verdeutlicht die ältesten Aktivitäten christlicher Missionare in Japan, die Verfolgung der Christen und die 1873 beendete Phase des Religionsverbots. Im südkoreanischen Sansa sind noch heute aktive buddhistische Bergklöster nun Teil des Kulturerbes. Die sieben Tempel des 7. bis 9. Jahrhunderts zeigen eine für Korea spezifische räumliche Gestaltung, darunter den offenen Hof „Madang“. Zu ihnen gehören auch noch weitere herausragende Objekte, Dokumente und Schreine.

Das UNESCO-Welterbekomitee setzt sich aus 21 gewählten Vertragsstaaten der Welterbekonvention zusammen. Jährlich wird über Einschreibungen neuer Kultur- und Naturstätten entschieden. Ein weiteres Thema ist die Auseinandersetzung mit den Bedrohungen von Welterbestätten. 167 Länder verzeichnen momentan auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes 1.086 Kultur- und Naturstätten. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 4. Juli in Manama in Bahrain.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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