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Deutsche Börse Photography Prize in Frankfurt

Seit heute läuft im Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt die Ausstellung „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018“. Zu sehen sind dort Arbeiten aller Künstler der Shortlist des diesjährigen Wettbewerbs. Von den vier Finalisten konnte sich Luke Willis Thompson gegen seine Konkurrenten Mathieu Asselin, Rafal Milach und Batia Suter erfolgreich durchsetzen und darf sich nun über 30.000 Britische Pfund freuen. Die Jury zeichnete damit die nun derzeit in Frankfurt ausgestellte Videoinstallation „Autoportrait“ des aus Neuseeland stammenden Künstlers aus.

Darin geht es um Diamond Reynolds, deren Freund Philando Castile im Juli 2016 bei einer Verkehrskontrolle in Minnesota erschossen wurde. Die junge Afroamerikanerin saß währenddessen direkt neben ihm im Auto. Unmittelbar nach dem Schuss startete Reynolds einen Livestream auf Facebook, um das Ereignis mit der Öffentlichkeit zu teilen. Das Video verbreitete sich um die ganze Welt und wurde über sechs Millionen Mal angeklickt. Das Resultat der Zusammenarbeit von Reynolds und Thompson ist nun ein Gegenentwurf zum Bild der im Schock der Situation gefangenen Person. Im Stil von Andy Warhols „Screen Tests“ zeigt er die junge Frau in Schwarz-Weiß, ruhig, gefasst, stark, aber gleichzeitig voll Trauer, gemischt mit Wut und Verzweiflung.

Die Serie „Refusal“ des 1978 in Polen geborenen Rafal Milach besteht unter anderem aus Fotografien von handgefertigten Objekten, die er in Schachschulen in einem aserbaidschanischen Kulturzentrum fand. Diese Objekte wurden zur optischen Täuschung gestaltet, um junge Aserbaidschaner in räumlicher Vorstellungskraft und abstrakter Denkfähigkeit zu schulen. Sie zeigen, wie der menschliche Geist manipuliert und kontrolliert werden kann. Daneben offenbaren Fotografien von Landschaften und Städten die gescheiterten politischen Ambitionen neuer Regierungen. Milachs fotografische Projekte thematisieren Methoden staatlicher Kontrolle und die ideologische Manipulation. In seinen Werken geht Milach den immateriellen Mechanismen von Propaganda sowie deren visueller Manifestation in Architektur, Stadtplanung und Objekten in den postsowjetischen Staaten Weißrussland, Georgien, Ukraine und Aserbaidschan nach. Dabei legt er zugleich die Stärke sowie die Fragilität von politischen und sozialen Systemen offen.

Mathieu Asselin, 1973 in Aix-en-Provence geboren, stellt seine Publikation „Monsanto: A Photographic Investigation“ vor. Auf Basis zahlreicher Dokumente und Fotografien seziert Asselin die Geschichte des globalen Biotechnologiekonzerns und offenbart die verheerenden Auswirkungen, die dessen Produkte auf Menschen und Umwelt haben. Gleichzeitig deckt er Monsantos Bemühungen auf, das negative öffentliche Image mithilfe von Marketingkampagnen zu beeinflussen. Ausgehend von den Aktivitäten des Unternehmens in den USA legt Asselin die Produktion von Agrochemikalien und ihre ökologische Folgen für Städte und ganze Landschaften offen. Darüber hinaus verweist seine Recherche auf die Rolle des Konzerns während des Vietnamkrieges als einer der Hauptproduzenten des hochgiftigen Entlaubungsmittels Agent Orange und auf die jüngsten Tätigkeiten im Bereich gentechnisch veränderten Saatguts. Durch das Zusammenführen von Text und Dokument, Ephemera und Fotografie offenbart „Monsanto: A Photographic Investigation“ auch die teilweise unter Verschluss gehaltenen Kapitel der Unternehmensgeschichte.

Ebenfalls auf Recherche basiert die Arbeit der 1967 in der Schweiz geborenen Batia Suter, von der die Publikation „Parallel Encyclopedia #2“ in Frankfurt zu sehen ist. Suter widmet sich in ihrer künstlerischen Praxis den Umdeutungen von Bildern sowie den Bedingungen, unter denen diese mit Assoziationen aufgeladen werden. Sie kombiniert gefundenes Bildmaterial und setzt es in neue Zusammenhänge, sodass verdeckte Potenziale sichtbar werden. Ihre Publikation ist eine Serie visueller Dialoge, die Bilder von Natur, Objekten und wissenschaftlichen Analysen aus verschiedenen Epochen und Kulturen aus ihrer etablierten Lesart herauslösen und ihnen zu neuer Bedeutung verhelfen. Suter präsentiert eine Komposition großformatiger Reproduktionen aus zahlreichen Publikationen, die von Sachbüchern über Lehrbücher und historische Bände bis hin zu Anzeigen und Magazinen reichen.

Die Ausstellung „Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018“ läuft bis zum 9. September. Das MMK 3 hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr und mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Ein begleitender Ausstellungskatalog ist für 24 Euro im MMK 1 erhältlich.

MMK Museum für Moderne Kunst – MMK 3
Domstraße 3
D-60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 – 212 304 47
Telefax: +49 (0)69 – 212 378 82

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


22.06.2018, Deutsche Börse Photography Foundation Prize 2018

Bei:


Museum für Moderne Kunst

Künstler:

Batia Suter

Künstler:

Rafal Milach

Künstler:

Mathieu Asselin

Künstler:

Luke Willis Thompson








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