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Friedrich Werthmann gestorben

Friedrich Werthmann, Hommage à Mercator, 1963/65

Friedrich Werthmann ist tot. Wie das Lehmbruck Museum jetzt mitteilte, starb der 90jährige Bildhauer bereits am 9. Juni in Düsseldorf. Als Mitglied der Gruppe 53 zählt er zu den Begründern des Informel in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Werthmann wurde 1927 im heutigen Wuppertal geboren. Seine Schulzeit wurde 1944/45 von Militärdienst und Kriegsgefangenschaft unterbrochen. Den Weg zum Abitur brach er 1948 endgültig ab und begab sich auf mehrere Reisen, die ihn schließlich zurück nach Wuppertal, zur Bildhauerei und in eine Maurerlehre führten. Bereits in den 1950er Jahren fand Friedrich Werthmann zu seinem Hauptmotiv: Seine Werke, die er meist aus Metall fertigte, behandeln immer das Werden einer Form während des Herstellungsprozesses. Seine Skulpturen folgen weder dem Figürlichen noch der Geometrie, sie folgen dem Schweißen, dem Biegen und dem Schneiden.

Obwohl er diese Künstler noch gar nicht kannte, schuf Werthmann seine ersten Plastiken nach dem Vorbild von Hans Arp oder Constantin Brancusi. Ab 1955 wandte er sich dann der eigenen „Motiven“ zu, die er meist mehrfach in Variationen bearbeitete, und tendierte zu filigranen, an Puzzle erinnernden Konstruktionen. Seine Kunst konzipierte er häufig für den öffentlichen Raum; noch heute steht häufig an ihrem ursprünglichen Ort. Dies gilt beispielsweise für zwei kugelförmige Brunnenskulpturen in Düsseldorf und Wuppertal. Die Kugel bestimmt auch eines seiner bekanntesten Objekte, die „Hommage à Mercator“, 1963 bis 1965 in Duisburg entstanden. Mitte der 1970er Jahren begann Werthmann, seine Skulpturen mithilfe von Dynamitsprengungen zu formen. Die sogenannten „Dynas“, mit denen er beispielsweise anlässlich seines 90. Geburtstages auf der Cologne Fine Art 2017 vertreten war, zeichnen sich durch eine kompakte und geometrisch inspirierte Gestalt aus, die durch die Explosion eine willkürliche und unerwartet weich anmutende Verformung erfahren. Seine letzten Arbeiten schuf der Bildhauer bereits 2003. Dabei handelt es sich vor allem um kleine, feinteilige Schweißarbeiten und als „Loop“ bezeichnete Konstruktionen aus ein- oder mehrbahnigen aufgestellten Reifen.

Friedrich Werthmanns Werke befinden sich nicht nur in zahlreichen Städten, hauptsächlich im Rhein- und Ruhrgebiet, in Hamburg, in Hannover oder in San Nazzaro im Tessin, sondern auch in europäischen Sammlungen. Vor allem in den frühen 2000er Jahren widmeten ihm mehrere Häuser, allen voran das Märkische Museum in Witten und das Von der Heydt-Museum in Wuppertal, diverse Retrospektiven und würdigten so seinen Beitrag für das deutsche Informel. Werthmann hinterlässt ein Œuvre von rund 800 plastischen Arbeiten sowie zahlreiche Druckgrafiken und Zeichnungen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Friedrich Werthmann, Hommage à Mercator, 1963/65
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