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Theaster Gates’ Schwarze Madonna in Basel

Das Kunstmuseum Basel richtet Theaster Gates seit dem Wochenende die Ausstellung „Black Madonna“ aus. Die künstlerische Praxis des 1973 in Chicago geborenen Amerikaners umfasst mehrere Genres und Materialien, die sich von urbanen Interventionen über Performances bis zur Arbeit mit Keramik spannen. Für die Schau in Basel setzt sich Gates mit dem Kult der Schwarzen Madonna in Objekten, Installationen, Videos und Performances auseinander. Er befragt diese oft üppig geschmückten oder bei Prozessionen getragenen Ikonen auf ihre politischen, ästhetischen und metaphorischen wie auch persönlichen Bedeutungsebenen. Hierbei bezieht er sich auch auf Werke des Kunstmuseums und hat dafür neue Arbeiten geschaffen.

Aufgrund des historischen Wandels ist die Rezeptionsgeschichte Schwarzer Madonnen vielgestaltig. Eine der wichtigsten Zäsuren, so die Kuratoren Josef Helfenstein und Søren Grammel, geschah im 19. Jahrhundert: Hier wurden diese sakralen Objekte nicht mehr als schwarze Darstellungen Mariens verstanden, sondern als eine schwarze Gottesmutter interpretiert. Ursprünglich galt die dunkle Hautfarbe etwa als authentischer Hinweis auf das Alter des Objekts, die Herkunft aus dem Osten oder eine schwarze Verfärbung aufgrund des Kerzenrauchs durch die Jahrhunderte hinweg. Dann setzte sich die Vorstellung durch, die dunkle Mariendarstellung sei ein Hinweis auf die Ethnie.

So wurde die Schwarze Madonna etwa im Umfeld der Black Power Bewegung in den USA im 20. Jahrhunderts rezipiert. Es begann ihre Gratwanderung zwischen einem religiösen und politischen Diskurs. Theaster Gates, Träger des Kurt-Schwitters-Preises 2017 und Teilnehmer der Documenta 2012, befragt die Kulturgeschichte der Black Madonna auch nach Konzepten und Rezeption von „Rasse“ und „Schönheit“. Er erweitert den Bedeutungskreis auf die Gegenwart und die transformative Macht weiblicher Figuren in Politik, Gesellschaft, Popkultur und im Alltag. In diesem Zusammenhang werden Michelle Obama, Aretha Franklin und Beyoncé zu zeitgenössischen Inkarnationen der Black Madonna.

Die Ausstellung „Theaster Gates. Black Madonna“ läuft bis zum 21. Oktober. Das Kunstmuseum Basel hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 26 Schweizer Franken, ermäßigt 8, 13 oder 18 Schweizer Franken. Die Schau begleitet ein vielseitiges Eventprogramm mit Performances, musikalischen Improvisationen, Aufnahmesituationen und Echtzeitaktivitäten.

Kunstmuseum Basel | Neubau & Gegenwart
St. Alban-Graben 20
CH-4010 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 62 62
Telefax: +41 (0)61 – 206 62 52

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


09.06.2018, Theaster Gates. The Black Madonna

Bei:


Kunstmuseum Basel

Künstler:

Theaster Gates








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