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Luke Willis Thompson in Basel

Die Kunsthalle Basel präsentiert die aktuelle Videoarbeit „_Human“ von Luke Willis Thompson. Das Werk des 1988 im neuseeländischen Auckland geborenen Künstlers, der eben mit dem Deutsche Börse Photography Prize ausgezeichnet wurde und in diesem Jahr zu den Finalisten des Turner Prize zählt, ist eng mit seinem schwarzen britischen Kollegen Donald Rodney verbunden, der 1998 an den Folgen seiner Sichelzellenanämie mit 36 Jahren starb. Wie viele Arbeiten des Neuseeländers sei auch dieser 35 Millimeter Farbfilm ein Destillat: „Es ist das Produkt einer engen Verflechtung von persönlichen und universellen Geschichten und abwechselnd mal aufwendiges Dokument, hingebungsvolle Hommage, kunstgeschichtliche Wiederbelebung, Porträt, Selbstbildnis oder beißendes Manifest“, so die Kuratorin Elena Filipovic. Zentrale Themen im Schaffen und diesem neuen neuneinhalb Minuten langen Film von Luke Willis Thompson sind Rassismus und Vererbung.

Donald Rodney, 1961 in Birmingham geboren, litt aufgrund seines afrikanischen Erbes an der Sichelzellenanämie. Diese vererbbare Genmodifikation diente eigentlich zur Abwehr von Malaria. In seiner Kunst nutzte Rodney seinen Körper als Zeugnis und Metapher, als ein Dokument des Rassismus, der Polizeigewalt und der körperlichen Traumata, das sowohl historisch als auch wortwörtlich immer wieder neu beschrieben wurde. 1997 schuf er aus seiner Haut, Stecknadeln und Klebeband die winzige Skulptur eines Hauses mit dem Titel „My Mother, My Father, My Sister, My Brother“. Das fragile Objekt voller Leiden und Erinnerung bildet die Grundlage für Thompsons Film. Thompson führt die Kamera im Zoom auf die Arbeit, so dass die Stecknadeln wie metallen glänzende monumentale Rundpfeiler wirken und die brüchige Haut als solche nicht mehr erkennbar ist. Dazwischen blendet sich immer wieder eine dunkelblau-schwarze Fläche ein, die die Kamerafahrt der Details unterbricht und rhythmisiert. Im Rassismus ist es die schwarze Hautfarbe, die zur Idee einer „weißen Überlegenheit“ führte. Filipovic erklärt, dass Rodney seine eigene Haut, in eine Metapher für Verlust, Erinnerung, Liebe und Heimat verwandelte sowie ein Denken einforderte, das die Fixierung auf die Hautfarbe einerseits anklagt und andererseits weit darüber hinausreichen soll.

Nach drei Minuten ändert Luke Willis Thompson die Kameraführung und gleicht sie dem Schnitt und Bildwechsel an, die Überwachungshubschrauber einfangen, so etwa beim Brand des Grenfell Tower in London, eines Wohnbauprojekts für Haushalte mit niedrigem Einkommen. Damit verbindet der Neuseeländer das Haus Rodneys mit Orten zeitgenössischer Katastrophen. Eine weitere Ebene liegt in der persönlichen Geschichte des Künstlers. Litt Rodney an Sichelzellenanämie, die als eine „schwarze Krankheit“ gilt, zeichnet Thompsons Familie mit Huntington ein eher typisch europäisches Leiden aus, ein ebenfalls zum frühen Tod führender Gendefekt. 42 unterschiedliche Sequenzen definieren den Film „_Human“, womit sich Thompson auf den Wiederholungswert des CAG Basentripletts eines bestimmten Gens bezieht, der die verkürzte Lebenserwartung des an Huntington Leidenden angibt. Laut Thompson ist für ihn das Vermächtnis von Rodneys „My Mother, My Father, My Sister, My Brother“ der Versuch, sich etwas vorzustellen, das nicht in der ungerechten Gegenwart verharrt, sondern über das Ende dieser hinweg weiter existiert.

Die Ausstellung „Luke Willis Thompson _Human“ läuft vom 8. Juni bis zum 19. August. Die Kunsthalle Basel hat dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20:30 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag schließt sie bereits um 17 Uhr. Während der Art Basel vom 11. Bis zum 17. Juni verlängern sich die Öffnungszeiten. Der Eintritt beträgt regulär 12 Schweizer Franken, ermäßigt 8 Schweizer Franken.

Kunsthalle Basel
Steinenberg 7
CH-4051 Basel

Telefon: +41 (0)61 – 206 99 00
Telefax: +41 (0)61 – 206 99 19

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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08.06.2018, Luke Willis Thompson _Human

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Kunsthalle Basel

Künstler:

Luke Willis Thompson

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Donald Rodney








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