Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 27.10.2018 Auktion 49

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Nature morte au crane / Pablo Picasso

Nature morte au crane / Pablo Picasso
© Galerie Weick


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Axel Hütte gibt in der Kunsthalle Krems einen Einblick in sein fotografisches Schaffen, das mehr als das vordergründig Gesehene zeigen will

Imperial, Majestic, Magical



Imperiale Bauten, majestätische Berge und magische Landschaften – die Kunsthalle Krems zeigt in ihrer Frühjahrsausstellung einen spannenden Ausschnitt aus dem fotografischen Schaffen des Düsseldorfer Fotografen Axel Hütte. Es ist ein Dialog zwischen älteren Zyklen und neueren Werkblöcken mit ähnlichen Themenbereichen: frühe „Porträts“ von Künstlerkolleg*innen aus der Düsseldorfer Künstlerszene treffen auf großformatige ab 2002 entstandene Wasserlandschaften mit gleichem Titel, Bergbilder der 1990er Jahre konfrontiert Hütte mit neueren alpinen Fotografien und frühe Aufnahmen von U-Bahnhöfen und Treppenaufgängen mit Innenansichten imperialer Bauten.


Künstler und Künstlerinnen wie Albert Oehlen, Katharina Fritsch und Walter Dahn, die Szene des Ratinger Hofes, einem Treff der Undergroundkultur, versammelte der damalige Student der Düsseldorfer Kunstakademie und Schüler von Bernd und Hilla Becher für seine farbigen Büstenportraits vom Ende der 1970er Jahre. Axel Hütte war einer der ersten Studenten des Fotografenpaares, der Begründer der sachlich-kühlen Düsseldorfer Fotoschule. Wie auf einem Kontaktbogen mit überdimensionierten Passbildern reihen sich die in klarer Frontalsicht aufgenommenen Portraits aneinander. Mit präziser Sorgfalt wählte Hütte seinen Standpunkt, die Objektivbrennweite, den Ausschnitt und das Licht für die Aufnahmen und stellte Figur und Grund im gleichen Maß scharf. Eine zweite Portraitserie, die in Krems gezeigt wird, entstand von Mitte der 1980er Jahre bis Mitte der 1990er Jahre. Im Vergleich zu den frühen Farbportraits entschied sich Hütte bei diesen Aufnahmen von US-amerikanischen Künstlern wie Jeff Koons, Ross Bleckner oder Christopher Wool für wesentlich größere schwarz-weiße Abzüge, die vor allem durch die Gleichzeitigkeit von Schärfe und Unschärfe in den Gesichtern irritieren.

Mit „Portrait“ betitelt Axel Hütte auch seine ab 2000 entstandene Folge von Wasserspiegelungen, für die er die Aufnahmen auf den Kopf stellte. Hier ist der Himmel das Wasser, und in die Luft recken sich durch die Spiegelung verzerrte Baumstämme. Er wolle „Traumbilder“ schaffen, sagt Hütte. „Deshalb sieht man nicht wie bei Monet eine konkrete Realität, etwa Seerosen, sondern man sieht die gespiegelte Welt, die aber im Bild nicht als real auftaucht.“ Hütte will keine Realität im Sinne eines Dokumentes abbilden, denn sie stellt sich im Foto anders dar als in der Wahrnehmung durch das menschliche Auge. Die flimmernden Wasserflächen mit ihren Effekten der Unschärfe erinnern an Gerhard Richters mit der Rakel ausgeführte „Abstrakte Bilder“. Das Auge kann die faktische räumliche Verortung nicht fixieren. Die schimmernden Oberflächen mit ihren diffusen Erscheinungen von Landschaft und menschlicher Figur lassen ein halluzinatorisches Vexierbild entstehen, das zwischen Tiefe und Fläche changiert. „Die Magie der Erscheinung, das halluzinatorische Element, das rätselhaft bleibt, aber eingebunden ist in einer ansonsten sachlichen Darstellung, erzeugt die Ästhetik des gerade noch Erkennbaren“, so Hütte. „In diesem Moment beginnt die Erinnerung, der Versuch einer Rekonstruktion von Wirklichkeit, die sich unserer Ratio entzieht.“

Eine ähnliche Strategie verfolgte der Fotograf bereits 1994 bei Aufnahmen wie „Furkablick, Schweiz“. Axel Hütte betont die vertikalen und horizontalen Achsen der angeschnittenen Hotelfassade und des Parkplatzes, während er den Blick auf das titelgebende Motiv verwehrt. Dichte Nebelschwaden verhüllen die Sicht auf die majestätische Gebirgskette. Sie begrenzen das Sichtfeld auf wenige Meter, reißen den Ort aus dem landschaftlichen und räumlichen Zusammenhang, so dass er nicht mehr zu verorten ist. Die Orientierung geht verloren, und anstelle des illusionistischen Blicks in den Tiefenraum dominiert die Fläche. Man starrt auf eine weiße Wand und kämpft mit dem Schwindelgefühl, weil dem Blick die dritte Dimension fast komplett abhanden gekommen ist.

Überwältigend sind auch Hüttes neuere Aufnahmen der österreichischen, schweizerischen und italienischen Bergwelt, die in der Ausstellung mit dreiteiligen Aufnahmen von Berliner U-Bahnhöfen, etwa „Hermannplatz“ von 1978/84, und Schwarzweißfotos von Hausfluren, Garagen und Treppenaufgängen konfrontiert werden, die Axel Hütte ab Ende der 1970er Jahre fertigte. In Werken wie „Raucheck“ und „Staller Sattel“ von 2011 sowie „Ortler“ von 2012 macht sich der Fotograf abermals die Imagination seiner Betrachter zunutze, um etwas zu erzählen, das auf den Arbeiten gar nicht zu sehen ist: die Dramatik des Gebirges, ebenso wie Weite, Stille und Unberührtheit. Auch hier lässt Hütte Nebel und Dunst für sich arbeiten. Gerade durch die Verschleierung, die bewusste Vernebelung der Motive rückt er sie näher an die Betrachter heran, schärft deren Aufmerksamkeit. Eine Sogwirkung entsteht, der Blick folgt dem Wunsch, ein hinter dem Nebel Erscheinendes zu erspähen.

Mit Innenräumen, die von der perspektivischen Blickführung stark manipulierend sind, beschäftigt sich Axel Hütte in seinem jüngsten Werkblock. Es handelt sich um opulente Ansichten prachtvoller Innenräume, unter anderem der Frari-Kirche in Venedig, des Marmorsaales in St. Florian, der Kirche und der Bibliothek des Stifte Melk und Admont, der Bibliothek und des Mineralienkabinetts Benediktinerstifts Seitenstetten, des Belvedere und des Winterpalais’ in Wien. Für diese seit 2012 entstandene Serie verwendete Axel Hütte Glas- und Metallplatten anstelle von Fotopapier. Auf die spiegelnden Untergründe gedruckt, scheinen die Arbeiten zwischen Positiv und Negativ zu kippen. Durch den Einsatz von Glasplatten als fotografischem Bildträger ändert sich der räumliche Eindruck je nach Blickpunkt.

Auch diese neuen Werke sind präzise komponiert, spielen mit Symmetrie und Zentralperspektive, mit waagerechten und senkrechten Achsen und den vorhandenen Spiegelungen architektonischer Details. Indem Hütte durch die prachtvollen Kulissen hindurch den Blick des Betrachters auf tatsächlich spiegelnde Details treffen lässt, wird dieser quasi selbst Teil der fotografierten Situation. Bei den Aufnahmen wiederum, deren strenge Komposition den Blick auf Fenster treffen lässt, durch deren Öffnungen umgekehrt Außenlicht in den Innenraum strahlt, wird der irritierende Effekt verstärkt. Axel Hütte setzt hier auf eine Überwältigungsstrategie, die ihre faszinierende Wirkung daraus bezieht, dass er in seinen Impressionen den Charakter des Sakral-Erhabenen intensiviert und gleichzeitig den Augenblick des Innehaltens zelebriert.

Die Ausstellung „Axel Hütte. Imperial – Majestic – Magical“ ist noch bis zum 10. Juni zu sehen. Die Kunsthalle Krems ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 9 Euro. Der Katalog aus dem Verlag der Buchhandlung Walther König kostet 24 Euro.

Kontakt:

Kunsthalle Krems

Franz Zeller Platz 3

AT-3500 Krems

Telefon:+43 (02732) 90 80 10

Telefax:+43 (02732) 90 80 11

E-Mail: office@kunsthalle.at



07.06.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:










Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce