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Till Velten: Kunst und Demenz in Zürich

Das Museum Haus Konstruktiv zeigt seit gestern das Projekt „Wenn die Ordnung zerbricht“ von Till Velten. Was passiert, wenn ein Mensch an Demenz erkrankt und seine kognitiven Fähigkeiten nachlassen? Und was ist, wenn dieser Mensch ein Konzeptkünstler wäre, dessen gesamte Arbeit auf Planung und geistiger Schaffenskraft beruht? Diesen Fragen widmet sich Till Velten in einer ortspezifisch entworfenen, begehbaren Installation. Er arbeitet seit mehreren Jahren mit dem Gespräch als Mittel zur Erforschung und Erschaffung seiner Kunstwerke. Mit der Thematik Demenz hatte sich Velten erstmals in Freiburg auseinandergesetzt. In der Begegnung mit Demenzkranken entdeckte er die Kreativität der Bewohner, die ihm wie in einer „Klasse an der Kunstakademie“ aufgehoben schienen.

Diesmal dienten ihm Unterhaltungen mit dem Pflegepersonal und anderen Mitarbeitenden sowie Angehörigen von Bewohnern des Demenz-Kompetenzzentrums Sonnweid in Wetzikon bei Zürich als Grundlage. Ausschnitte dieser Begegnungen fügte Till Velten in einer Collage aus Tonaufnahmen und Videos zusammen. Diese werden in einem geteilten Raum präsentiert. Eine verspiegelte Drehtür zwingt den Besucher, sich für eine der beiden Raumhälften zu entscheiden und steht damit symbolisch für die Idee des freien Willens. Während der eine Teil der Installation eine zauberhafte, in betörender Farbigkeit glitzernde Winterlandschaft evoziert und mit Liegewiesen zum Verweilen einlädt, wirkt der andere düster und bedrohlich: Darin schweben dunkel glänzende, an Gesichter erinnernde Bildtafeln mit integrierten Videoaufnahmen von Augenpaaren und Lippen, die sich synchron zu den gesprochenen Worten zu bewegen scheinen. Ein hängender, rotierender Kristall wirft verschiedene Spektralfarbenmuster auf die Wand.

Till Velten wurde 1961 in Wuppertal geboren. Von 1984 bis 1992 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf bei Fritz Schwegler und Gerhard Richter. 1996 bis 1998 schloss er ein Studium der Philosophie in Stuttgart an. Bisher war er mit Gruppen- und Einzelausstellungen europaweit vertreten, beispielsweise 2003 im Kunstverein Freiburg, 2006 im Kunsthaus Zürich, 2007 und 2011 im Kunsthaus Zug oder 2014 in der Galerie Stampa in Basel. Seine zweite Laufbahn ist die Lehre. Nach verschiedenen Assistenzposten und Lehraufträgen war Velten 2006/07 Professor an der Kunsthochschule Kassel. Von 2008 bis 2012 leitete er den Masterstudiengang „Art in Public Spheres“ der Design- und Kunsthochschule Luzern. Von 2013 bis 2014 hatte er eine Projektprofessur an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und bis jetzt verschiedene Gastprofessuren in Wien und Zürich inne.

Die Ausstellung „Till Velten. Wenn die Ordnung zerbricht“ läuft bis zum 2. September. Das Haus Konstruktiv ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 16 Franken, ermäßigt 12 Franken. Für Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei.

Museum Haus Konstruktiv – Stiftung für konstruktive und konkrete Kunst
Selnaustraße 25
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 (0)44 – 217 70 80
Telefax: +41 (0)44 – 217 70 90

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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Veranstaltung vom:


31.05.2018, Till Velten. Wenn die Ordnung zerbricht

Bei:


Haus Konstruktiv

Künstler:

Till Velten








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