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Philippe Parreno in Berlin

in der Ausstellung „Philippe Parreno“

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin präsentiert seit dem Wochenende Arbeiten von Philippe Parreno. Der 1964 geborene Künstler, der bereits in der Kunsthalle Zürich oder dem Palais de Tokyo in Paris zu sehen war, versteht die Schau als einen lebendigen Organismus, der durch Licht, Klänge und Bilder in Bewegung versetzt werden kann. In den Räumen steuern und synchronisieren Algorithmen etwa das Verhalten der Objekte. Entsprechend liegt der Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel der Einzelteile. Die als Gesamtkunstwerk konzipierte Schau nutzt Zufallsmethoden, damit das Werk zum Leben erwacht und eine eigene Präsenz entwickeln kann. Laut Kuratorin Angela Rosenberg entstehen performative Momente, bei denen die Objekte mehr als die Summe ihrer Teile produzieren – eine Choreografie von Absenz und Präsenz, die das Wissen über die Gleichzeitigkeit der Dinge und deren Kontrolle herausfordere.

Philippe Parrenos Filme „Anywhere“ von 2017 und „The Crowd“ von 2018 werden in neu geschnittener Fassung vorgestellt. Eine ganze Wand bedeckt die gelbe Tapete mit schwarzen Blumen. Sie diente 2012 im Film „Marilyn“ als Hintergrund und tritt nun in den Vordergrund. Eines von Parrenos durch Algorithmen gesteuerten Werken ist „Fireflies“: Hunderte von gezeichneten Leuchtkäfern blitzen auf einem großen LED-Bildschirm auf und erlöschen wieder. Die Basis ihrer Lebensdauer definiert ein Algorithmus.

Schwebende Werke wirken aufeinander und den Besucher. So steuern in einem Raum drei unterschiedliche Luftwirbel die Bewegung von Ballonfischen auf einem Rundkurs. Die Lichtverhältnisse in den Räumen regelt eine unbekannte Instanz mit Rollläden, die automatisch hoch- oder heruntergelassen werden. Live-Klänge von irgendwo in oder außerhalb der Stadt sickern in den Gropiusbau ein und verbreiten sich von einem Raum zum nächsten. Die Oberfläche des Wasserbeckens im Lichthof wandelt Klänge in visuelle Muster von Seerosen um.

Der Ausstellungsbesucher entwickelt beim Gang durch die Räume wohl das Gefühl, „in eine Dimension eingetreten zu sein, die unsere gewohnten Raumkoordinaten nicht erfassen. Wir sind in einem inneren Raum, einer vollkommen mentalen Landschaft, an einem von Fuzzylogik beseelten Ort“, erklärt Angela Rosenberg. In einer abgedichteten Koje findet sich ein Becherglas mit Hefekulturen, die ebenfalls auf die Schau einwirken. Die Mikroorganismen sind mit einem Computer verbunden, der das Geschehen der Ausstellung steuert. Die Bakterien vermehren sich, passen sich der Umgebung an und mutieren. Im Lauf der Zeit entwickeln sie ein Gedächtnis und kollektive Intelligenz, erlernen die wechselnden Rhythmen der Ausstellung und bilden die Fähigkeit heraus, zukünftige Variationen vorauszuahnen.

Die Ausstellung „Philippe Parreno“ ist bis zum 5. August zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro; bis 16 Jahre ist er frei. Begleitend zur Schaus erscheint ein Katalog.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 254 86 236
Telefax: +49 (0)30 – 254 86 235


28.05.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


25.05.2018, Philippe Parreno

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Variabilder:

in der Ausstellung „Philippe Parreno“
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in der Ausstellung „Philippe Parreno“
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in der Ausstellung „Philippe Parreno“
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in der Ausstellung „Philippe Parreno“
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Künstler:

Philippe Parreno








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