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Martha Jungwirth hat den Oskar Kokoschka-Preis 2018 erhalten. Die Albertina in Wien widmet ihr aus diesem Anlass eine Retrospektive

Farbspektrum der Gefühle



Martha Jungwirth, Spittelauer Lände, 1993

Martha Jungwirth, Spittelauer Lände, 1993

Sie wird als die bekannteste unbekannte Künstlerin des Landes bezeichnet. Nun hat Martha Jungwirth, die große Einzelgängerin der österreichischen Kunstszene, ihre erste Personale in der Albertina. Die 1940 in Wien geborene Künstlerin teilt mit berühmten Kolleginnen wie Louise Bourgeois, Joan Mitchell oder Maria Lassnig das Los der späten Entdeckung. Dabei wurde sie bereits Ende der 1960er Jahre durch die Ausstellung „Wirklichkeiten“ in der Wiener Secession einer breiten Öffentlichkeit bekannt, in der ihre Arbeiten gemeinsam mit denen von Franz Ringel, Peter Pongratz, Wolfgang Herzig, Robert Zeppel-Sperl und Kurt Kocherscheidt gezeigt wurden. 1977 folgte eine Einladung zur Documenta 6. Danach wurde es für viele Jahre still um Martha Jungwirth.


Beteiligungen an Gruppenausstellungen gaben zwar Zeugnis von einem unermüdlichen Schaffenseifer, aber erst eine Präsentation der Sammlung Essl in Klosterneuburg im Jahre 2010 durch Albert Oehlen, der Arbeiten der hochgeschätzte Kollegin prononciert präsentierte, unterstrich die herausragende Qualität dieses zu Unrecht für viele Jahre zu wenig beachteten Œuvres. 2014 folgte eine umfangreiche Retrospektive in der Kunsthalle Krems, und dass Martha Jungwirth mit der Präsentation in der Albertina zugleich die höchste Auszeichnung für österreichische Kunstschaffende – den Oskar Kokoschka-Preis – erhält, unterstreicht ihre Relevanz für die hiesige Kunstlandschaft.

In der aktuellen Ausstellung liegt der Schwerpunkt bei Werken, die ab den 1980er Jahren bis heute entstanden sind, ergänzt um wenige frühe Arbeiten. Von Beginn an experimentiert Martha Jungwirth mit ihren Materialien, mit unterschiedlichen Papieren beispielsweise, die häufig so wirken, als wäre der Fuß der Zeit schon einige Male über sie hinweggehüpft, bevor die Künstlerin sie mit ihren so zufällig anmutenden und doch ungemein stimmig komponierten Bildfindungen bedeckt. An der Grenze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit erkundet Martha Jungwirth in Werken wie der 1975 entstandenen Papierarbeit „Indesit“ die Möglichkeiten des Zusammenspiels von differenzierter Koloristik und dem ebenso mit Leidenschaft gesetzten, wie fragil suchenden Bleistift und Kohlestrich. Auch wenn die Titel eine gegenstandsbezogene Lesart der Zeichnungen, Gouachen, Aquarelle und Mischtechniken nahelegen, sind die Gegenstände, Körper oder Landschaften für Martha Jungwirth doch nur als realer Ausgangspunkt für eine Verwandlung ins Eigene notwendig.

Großformatige Blätter wie „hier und jetzt und nie wieder I, II und III“ von 1982/83 zeugen von einem einzigartigen koloristischen Zusammenspiel, von lasierten Farblachen, Flecken und Strichen, die wie absichtslos gesetzt scheinen können, um sich an anderer Stelle zu bündeln, um Konturen anzudeuten und Figürlichkeit zu fassen, die aber niemals ‚nur’ ein konkret Gesehenes meinen, sondern stets Erlebtes und Erinnertes im vorsatzlosen und überraschenden Zusammenspiel mit dem Mal- und Zeichnungsprozess. All jene Zustände und Entwicklungen, die bei diesem Prozess eine Rolle spielen, führt Martha Jungwirth in ihren Arbeiten vor: Das Schichten und Zusammenwachsen der Formen und Linien der im Verlauf von Stunden, Tagen oder Wochen bearbeiteten Papiere, die Trocknungsprozesse der wässrigen Farben, aber auch die Mühen des Schaffensprozesses, die körperlichen Anstrengungen beispielsweise, mit der die Künstlerin die häufig auf dem Boden liegenden Papiere von allen Seiten bearbeitet, lässt Martha Jungwirth als wesentliches Element in ihre Arbeit einfließen.

Die große Qualität dieser Arbeiten ist die Offenheit und ein fabelhafter Umgang mit der Farbe. Nicht zufällig bekennt die Künstlerin, dass sie sich „immer dem Informellen wie dem Abstrakten Expressionismus nahe gefühlt (habe). Der Aspekt der Freiheit in diesen Ismen“, erklärt sie, „kommt meinem Naturell und meinem Denken entgegen. Inspirationsquellen jedoch sind immer persönliche, auch emotionale Impressionen aus bzw. über eine vermeintliche Wirklichkeit, wie Dingwelten, Landschaften oder Menschen. Mich interessiert dieser Zwischenbereich zwischen dem Gegenständlichen und seiner Abstraktion, die Metamorphose dieser Vor-Bilder.“ Die Gegenstandsfarbe wird so zur Gefühlsfarbe und überträgt das Sichtbare in eine dichte, einzigartige und unverwechselbare Bildsprache voller Expressivität und Sensibilität.

Eindrücke für ihre Arbeiten erfährt Marta Jungwirth durch Erkundungen der eigenen Empfindungen und Stimmungen, die in zahlreichen Selbstbildnissen ihren Ausdruck finden. Anregungen erhält sie ebenso auf Reisen, die sie bereits von Griechenland nach Istrien über die Kykladen bis nach Bali führten. Aber vor allem daheim, im Wiener Atelier und der burgenländischen Dependance, finden die spannenden Zwiegespräche statt, die die Künstlerin mit Pinsel und Farbe, mit Sonne und Schatten, Nebel und Regen, dem Lärm der Großstadt und der Stille auf dem Land führt. Solche Licht- und Hörerlebnisse fließen übersetzt in Farbspuren von nie gesehener Finesse mit ebensolcher Relevanz in die Arbeiten ein, wie es konkrete landschaftliche Details vermögen. Die Serie der großformatigen Aquarelle zum Thema „Spittelauer Lände“ aus dem Jahr 1993 gehört zu diesen herausragenden Arbeiten, die die Kuratorin Antonia Hoerschelmann mit sicherem Gespür für diese überaus sehenswerte Schau ausgesucht hat.

Zwei der jüngsten, in diesem Jahr entstandenen Werke, tragen den Titel „Vladimir Nabokov: Erinnerung, sprich“. Unter dem gleichen Titel erschien 1984 eine erweiterte Fassung von Lebenserinnerungen, die der russisch-amerikanische Schriftsteller 1964 verfasst hatte. Nabokovs Methode war es, die entlegensten Regionen seiner Vergangenheit nach dem zu durchforschen, was man thematische Ströme nennen kann. In ihren neuen Arbeiten hat Martha Jungwirth nun ihre eigenen Haupt- und Nebenwege, die sie ungestört vom Lärm des Kunstmarktes entwickeln konnte, mit souveräner Geste vereint.

Die Ausstellung „Martha Jungwirth“ ist bis zum 3. Juni zu sehen. Die Albertina hat täglich von 10 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 12,90 Euro, ermäßigt für Senioren 9,90 Euro und für Studenten 8,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren ist er frei. Der Ausstellungskatalog kostet 24,90 Euro.

Kontakt:

Albertina

Albertinaplatz 1

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 53 37 69 7

Telefon:+43 (01) 53 48 30



25.05.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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02.03.2018, Martha Jungwirth

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Albertina

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Oskar Kokoschka-Preis für Martha Jungwirth

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Martha Jungwirth in der Kunsthalle Krems

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Martha Jungwirth, Selbstporträt, 1982-1984
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Martha Jungwirth, Beschäftigung mit den
 Schwestern Fey III, 2017
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Martha Jungwirth, Ohne Titel, 2014
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Martha Jungwirth, Porträt, 1990-1991
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Martha Jungwirth, 2018
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Martha Jungwirth, Selbstporträt, 1982-1984

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Martha Jungwirth, Beschäftigung mit den Schwestern Fey III, 2017

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Martha Jungwirth, Ohne Titel, 2014

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Martha Jungwirth, Porträt, 1990-1991

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Martha Jungwirth, 2018

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Martha Jungwirth, Istanbul, 2017

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Martha Jungwirth, Istanbul. 10 Dez 2016, 2017

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Martha Jungwirth, Indesit, 1975

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Martha Jungwirth, hier und jetzt und nie wieder II, 1982/83

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Martha Jungwirth, Spittelauer Lände, 1993

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