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Labyrinth im Kulturspeicher Würzburg

Marc Wallinger, Labyrinth #58 Baker Street, 2013

Derzeit widmet sich das Museum im Kulturspeicher in Würzburg der Ausstellung „Labyrinth Konkret… mit Nebenwegen“. Darin untersucht Museumdirektorin Marlene Lauter die Bestände der hauseigenen „Sammlung Peter C. Ruppert. Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ auf labyrinthische Formstrukturen. Unter den 40 Exponaten befinden sich auch Leihgaben von weiteren Künstlern wie Mark Wallinger, Heinz Mack oder Vera Röhm. Ihre Beschäftigung mit Beziehungen von Liniensystemen in der Fläche bietet vielfach Berührungspunkte mit dem Thema.

Das Labyrinth ist ein antiker Mythos, dessen baulicher Ursprung lange im griechischen Palast von Knossos vermutet wurde. Es steht für ein Gangsystem, das durch zahlreiche Richtungsänderungen den Weg zum Zentrum verrätselt. Zugleich ist das Labyrinth eine der ältesten Varianten des Ornaments, das häufig dort zu finden ist, wo Künstler ihre Formen aus der Geometrie schöpfen. Auch wenn sich die Kunstwerke vordergründig mit rein formaler Flächengliederung befassen, so sind sie gleichzeitig Ausdruck der Suche nach Ordnungsprinzipien in der Welt um sie herum.

Das Labyrinth ist also nicht nur bloße Form, sondern auch immer wieder Träger einer Idee. Deutlich wird dies beispielsweise in „Mut“ und „Liebe“, zwei Textildrucken auf Vinyl von Lucia Dellefant. Die in das Zentrum eines Labyrinthes beinahe unsichtbar eingebetteten Worte stehen hier für die Schwierigkeiten und Hindernisse, die der Mensch überwinden muss, sowohl wenn er Mut zeigen will, als auch wenn er liebt. An der Schau sind unter anderem noch Arbeiten von Jakob Bill, Suzanne Daetwyler, Christoph Dahlhausen, Beate Gabriel, Julije Knifer, François Morellet, Waltraud Munz-Heiliger, Axel Rohlfs, Esther Stocker, Ludwig Wilding und Ryszard Winiarski beteiligt.

Die Ausstellung „Labyrinth Konkret… mit Nebenwegen“ läuft bis zum 15. Juli. Der Kulturspeicher ist dienstags von 13 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt grundsätzlich frei. Ein Katalog ist an der Museumskasse für 16,80 Euro erhältlich.

Museum im Kulturspeicher Würzburg
Oskar-Laredo-Platz 1
D-97080 Würzburg

Telefon: +49 (0)931 - 322 250
Telefax: +49 (0)931 – 322 25 18


24.05.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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