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Jutta Koether im Museum Brandhorst

Jutta Koether, Emma, 1984

Das Werk der 1958 geborenen Malerin Jutta Koether ist derzeit in einer Ausstellung des Münchner Museums Brandhorst zu sehen. Präsentiert werden in einer Art Retrospektive auf zwei Etagen des Hauses mehr als 150 Gemälde, Zeichnungen und Assemblagen von den Anfängen ihrer Arbeit bis hinein in die Gegenwart. Höhepunkt der Schau ist ein neu geschaffener, 15teiliger Gemäldezyklus, der auf den im Museum Brandhorst dauerhaft ausgestellten monumentalen Zyklus „Lepanto“ von Cy Twombly reagiert. Koether, die von 1977 bis 1981 Kunstpädagogik an der Universität Köln studierte, wurde in den 1980er Jahren mit ihren zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changierenden, gestisch ausgreifenden Malereien im Umfeld der Kölner Neoexpressionisten-Szene bekannt. Sie tritt seither als prononciert feministische Künstlerin auf, die den männlich dominierten Kanon der Kunstgeschichte mit Aneignung künstlerischer Positionen von Kolleginnen wie Georgia O’Keeffe, Eva Hesse oder Louise Bourgeois infrage stellt.

Markenzeichen ihrer Arbeit war vor allem in der frühen Schaffensphase, aber auch später noch immer wieder eine unübersehbare Affinität zur Farbe Rot, die je nach Bildthema mit Schmerz, Scham, Hysterie, Intensität, Aggression, Provokation, Schminke, Begehren, Weiblichkeit assoziiert werden kann. Anfang der 1990er Jahre übersiedelte Jutta Koether nach New York, wo sie großformatige Gemälde mit Motiven aus Popkultur, Literatur und Kunstgeschichte schuf. Nach der Jahrtausendwende erweiterte Koether ihr formales Repertoire um Performance und Musik; auch aus dieser Phase sind Arbeiten zu sehen: tiefschwarze Leinwänden und Assemblagen mit Devotionalien der Punk- und Noise-Kultur. In ihrem letzten Kapitel widmet sich die Ausstellung Koethers Hinwendung zur Historienmalerei und anderen Themen der klassischen Kunstgeschichte. Das Museum Brandhorst möchte Koether, die seit 2010 eine Professur für Malerei und Zeichnen an der Hochschule für bildende Künste Hamburg innehat, mit dieser Schau als „eine der relevantesten deutschen Malerinnen der letzten Jahrzehnte“ in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rücken.

Die Ausstellung „Jutta Koether – Tour de Madame“ läuft bis zum 21. Oktober. Das Museum Brandhorst hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5 Euro und sonntags 1 Euro. Der Ausstellungskatalog kostet im Buchhandel 49,80 Euro.

Museum Brandhorst
Theresienstraße 35 a
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 23 80 52 286
Telefax: +49 (0)89 – 23 80 51 304

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Jutta Koether, Emma, 1984
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