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„Märchenerzählerin“ für die Otto Modersohn Stiftung

Otto Modersohn, Die Märchenerzählerin, 1896

Die Otto Modersohn Stiftung in Fischerhude darf sich über den Neuerwerb der 1896 gemalten „Märchenerzählerin“ aus Schweizer Privatbesitz freuen. Auf dem nicht ganz quadratischen Format präsentiert Otto Modersohn eine idyllische Landschaft mit einer saftig grünen Wiese, einem Baum, weißen Blumen, einem Gewässer und einem Fachwerkhaus. Die Hauptperson ist die in einem Stuhl sitzende Märchenerzählerin mit Haube. Gebannt knien vor ihr zwei Mädchen, die ihrem erhobenen Zeigefinger konzentriert folgen. Otto Modersohns Malweise ist locker und mit einem impressionistisch anmutenden Pinselstrich. Die „Märchenerzählerin“ ist ein prominentes Beispiel des „subjektiven Naturalismus“ des Künstlers.

Otto Modersohn gehörte zu den Mitbegründern der 1889 im Teufelsmoor bei Bremen entstandenen Künstlerkolonie Worpswede. Hier suchten Fritz Mackensen, Hans am Ende und Modersohn nach Inspiration und Motiven. Durch einen Zufall kreuzten sich in der Bremer Kunsthalle bei der ersten großen Ausstellung der Worpsweder Künstler 1895 die Wege von Modersohn und Freiherr Eugen Ritter von Stieler, dem Präsidenten der Münchner Künstlergenossenschaft. Im selben Jahr stellten die „Worpsweder“ auch in München bei der Jahresausstellung aus, die ihnen zum nationalen Durchbruch verhalf. Rainer Maria Rilke, ein Freund von Modersohn erklärte: „Sie waren das Ereignis der Saison. Mackensen und Modersohn vor allem. Modersohn vielleicht noch mehr.“ Im Folgejahr weckte Otto Modersohn das Interesse der internationalen Kunstwelt, als er erstmals mit elf Bildern einen eigenen Saal auf der bayerischen Ausstellung erhielt. Der Schweizer Kunsthändler Oscar Miller erwarb hier sofort die Gemälde „Herbst im Moor“ und „Die Märchenerzählerin.

Das Gemälde mit einer intimen Stimmung zählt zu den wenigen Märchenbildern des Malers aus den 1890er Jahren. Hier experimentiert Modersohn mit einer für ihn neuen künstlerischen Technik und folgte der Tradition der französischen Freilichtmalerei. Die gewünschte Qualität erzielte er später durch mehrfaches Abschleifen und nachträgliches Lasieren im Atelier. Den Ankauf der „Märchenerzählerin“ ermöglichte die Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, der Stiftung der Kreissparkasse Verden, der Waldemar Koch Stiftung, einer privaten Spende aus Potsdam sowie zahlreichen privaten Spenden der Mitglieder der Gesellschaft-Otto-Modersohn-Museum e.V.

Der Neuzugang wird vom 26. Mai bis zum 29. Juli in der Schau „Otto Modersohn – Die Märchenbilder“ im Otto Modersohn Museum in Fischerhude zu sehen sein. Das Haus hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro; für Kinder bis zu 14 Jahren ist er kostenlos.

Otto Modersohn Museum
In der Bredenau 95
D-28870 Fischerhude

Telefon: +49 (0)4293 – 328
Telefax: +49 (0)4293 – 1435


14.05.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Otto Modersohn, Die Märchenerzählerin, 1896
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Otto Modersohn








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