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Ernst Caramelle in Herford

Ernst Caramelle, Ohne Titel, 2011

Im Marta Herford läuft seit letztem Wochenende die Personale „Very angenehme Konzeptkunst“ zum Schaffen Ernst Caramelles. In seinen abstrakten Wandgemälden weiß der 1952 in Tirol geborene Künstler, die Grenzen zwischen Schein und Sein verschwimmen zu lassen. Der Künstler führe die Besucher durch illusionistische Doppeldeutigkeiten gekonnt in die Irre, die nur durch genaues Hinschauen aufzulösen seien, so die Kuratoren Franziska Brückmann, Friederike Fast, Ann Kristin Kreisel und Eva Wolpers. Ernst Caramelle, der nach einer Ausbildung zum Glasmaler an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien und 1974 am Massachusetts Institute of Technology in Boston studierte, erklärt selbst, dass Alles in Wirklichkeit nicht wirklich sei. Neben Zeichnungen, Film und den Blättern aus der Serie „Lichtarbeiten“ ist auch eine eigens für Herford konzipierte Wandmalerei zu sehen.

In dieser Wandmalerei arbeitet Caramelle mit geometrischen bunten Formen, die aus der Entfernung zunächst wie eine zweidimensionale Arbeit wirken. Erst bei räumlicher Annäherung wird deutlich, dass sich das großflächige Werk in einem dahinterliegenden Raum befindet. Dank des Einsatzes von Doppelungen, Symmetrien und Spiegelbildern löst Caramelle die Grenzen zwischen Ausstellungsraum und Malerei auf. Damit diese Illusion überzeugen kann, berechnet er die Größenverhältnisse, Perspektive und entsprechende Blickwinkel in Proportion zur Architektur. Die eingesetzte wasserlösliche Farbe trägt er teils mit Schwämmen direkt auf die Wand auf und wäscht sie partiell auch wieder ab.

Das Spiel mit der Perspektive und der Position des Betrachters zieht sich auch in das zeichnerische Werk des Künstlers. In den sogenannten „Gesso-Pieces“ formen sich Gesichter aus wenigen Linien: Zwei Postkarten bilden die Augen und ein Strich den Mund. Mit derart simplen Mitteln stellt Caramalle die Fragen nach dem Sehen und Gesehenwerden, dem Sichtbaren und dem Verborgenen. Die Blätter der Serie „Lichtarbeiten“ beziehungsweise „Sonne auf Papier“ widmen sich der Zeit als Faktor bei der Umsetzung. Zwei Monate lang legte hier Ernst Caramelle farbiges Papier in die Sonne, wobei er einzelne Sequenzen mit Zick-Zack-Schablonen abdeckte. Dem Video ist der Künstler seit Anfang der 1970er Jahre verbunden. Mit ihm hält er kleine Veränderungen oder Auffälligkeiten in seiner Umgebung fest.

Die Ausstellung „Ernst Caramelle – Very angenehme Konzeptkunst“ läuft bis zum 26. August. Das Marta Herford hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie jeden ersten Mittwoch im Monat bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4,50 Euro und für Familien 17 Euro. Zur Ausstellung erscheint eine 17teilige Postkarten-Serie mit Informationen rund um das Werk von Ernst Caramelle für 2 Euro.

Marta Herford
Goebenstraße 2-10
D-32052 Herford

Telefon: +49 (0)5221 – 99 44 300
Telefon: +49 (0)5221 – 99 44 30 23

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


13.05.2018, Ernst Caramelle – Very angenehme Konzeptkunst

Bei:


Marta Herford

Variabilder:

Ernst Caramelle, Ohne Titel, 2011
Ernst Caramelle, Ohne Titel, 2011

Künstler:

Ernst Caramelle








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