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Kunst & Kohle: Andreas Golinski in Bochum

Andreas Golinski, Untitled (Excavation Dust), 2015

In diesem Jahr endet in Deutschland die Förderung der Steinkohle. 17 Museen in 13 Städten des Ruhrgebiets widmen sich diesem Thema im Projekt „Kunst & Kohle“. Andreas Golinski schuf hierfür im Kunstmuseum Bochum die Rauminstallation „In den Tiefen der Erinnerung“ mit Stahleinheiten, Videos, Skulpturen und Zementplatten. Der Künstler imaginiere hier eine „spezifische Geistigkeit der Region am Ende des Bergbaus“, so die Mitteilung des Museums. Der 1979 in Essen geborene Künstler vereint Fiktives, wie vermeintliche Grabfunde, mit Realem, etwa seinen Recherchen zu aufgegebenen Industrieanlagen, technischen Zukunftsvisionen, unkalkulierbaren Risiken, Bergschäden an Häusern und Einbrüchen.

Im Obergeschoß des Museum entfaltet sich nun eine labyrinthische Rauminstallation, die laut Museum „aus den Tiefen der Erinnerung“ zu einem hellen und Raum für Assoziationen lassenden Schlusspunkt führt. Zentral ist die Frage, was sich unter dem Boden abspielen könnte. Andreas Golinski geht es um die metaphorische Durchdringung der Oberfläche zur Erkennung des Darunterliegenden. Bedrohlich wird diese Idee mit dem durchgängigen Motiv des Risses im Boden. Die Installation ist ein gewaltiges begehbares Metallkonstrukt, das an eine unterirdische Industrieanlage erinnert. Hier finden sich eine Trümmerfläche aus Stahl- und Betonteilen, die an eine archäologische Ausgrabungsstätte denken lassen. Hierauf folgt eine vom Akropolismuseum in Athen inspirierte helle Ausstellungshalle mit fiktiven „Grabungsfunden“. Diesen Metallteilen verleiht Golinski durch die museale Präsentation auf Sockeln eine ästhetische Qualität.

Andreas Golinski, der an der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel und bei Alfredo Jaar in der Fondazione Antonio Ratti in Como studierte, war auch im Erdgeschoß tätig und will hier den Besucher zu neuen Blickwinkeln auf die Sammlung anregen. Dafür hat er Arbeiten von Walter Pichler, Kasimir Malewitsch, Giovanni Battista Piranesi oder Pierre Soulages, die sich mit Dunkelheit und Unterwelt beschäftigen, auf kunstvolle Weise neu geordnet.

Die Ausstellung „Andreas Golinski. In den Tiefen der Erinnerung“ läuft bis zum 16. September. Das Kunstmuseum Bochum hat dienstags und donnerstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis zu 14 Jahren ist er frei.

Kunstmuseum Bochum
Kortumstraße 147
D-44787 Bochum

Telefon: +49 (0)234 – 910 42 30
Telefax: +49 (0)234 – 910 42 10


09.05.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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06.05.2018, Andreas Golinski. In den Tiefen der Erinnerung

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Andreas Golinski, Untitled (Excavation Dust), 2015
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Künstler:

Andreas Golinski








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