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Kunst & Kohle: Helga Griffiths’ Duftwelten in Mülheim

Helga Griffiths, 18C – Erinnerung an eine verflüchtigte Landschaft, 2018

Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr beteiligt sich ebenfalls am Ausstellungsprojekt „Kunst & Kohle“ zum Ende der Steinkohleförderung in Deutschland und hat dazu Helga Griffiths eingeladen, die seit dem Wochenende die Museumsräume mit ihrer Duftkunst erfüllt. Ausgehend von dem Konzept „18C – Erinnerung an eine verflüchtigte Landschaft“ hat die 1959 in Ehingen an der Donau geborene Installationskünstlerin in Zusammenarbeit mit dem Parfümeur Karl-Heinz Bork aus der destillierten Essenz von Steinkohle den Duft „18C – Essenz der Kohle“ komponiert. Der Duft soll an den langen Entwicklungsprozess von Kohle erinnern, der von der Entstehung des Kohlenstoffs im Weltall, über die Urwälder der Karbonzeit, dem Prozess der „Inkohlung“ abgestorbener Pflanzen bis hin zu Abbau und Verbrennung reicht.

Ihr zweiter Erlebnisräum handelt ebenfalls von der Metamorphose der Kohle, führt aber vom Schwarz des Materials zum funkelnden Weiß. Hier glänzen aus einem Stück Steinkohle im Labor gezüchtete Diamanten im Licht. Zudem hat Helga Griffiths eine dynamisch gesteuerte, spiralförmige Lichtinstallation aufgebaut, die an die ungeheuren Energien und die (Farb-) Explosionen denken lässt, die die Entstehungs- und Transformationsprozesse von Kohle begleitet haben. Die abstrahierten, züngelnden und knisternden Licht- und Klangsequenzen veranschaulichen zudem auch den menschlichen Einfluss auf den Kohlenstoff-Zyklus und erinnern an die unterirdischen Kavernen, in denen die Steinkohle abgebaut wurde.

Helga Griffiths arbeitet an der Schnittstelle von Mensch, Umwelt und Kunst und hat den Geruch als ein Medium ihres Schaffens entdeckt. Auf diesem Gebiet gilt sie als Pionierin der zeitgenössischen Kunst. Anders als das Sehen führt das Riechen unmittelbar in die emotionalen Kerngebiete des Gehirns. Gerüche hinterlassen Spuren im Gedächtnis und lösen noch nach vielen Jahren Erinnerungen an bestimmte Orte, Menschen und Situationen aus. Griffiths, die an der Rutgers University in New Jersey, der Kunstakademie Stuttgart sowie der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe studiert hat, entwickelt seit gut 20 Jahren multisensuelle Wahrnehmungs- und Erlebnisräume aus Klängen, Lichtern, Bildern und Düften, bei denen sie auf Verfahren der Feldforschung und Spurensuche ebenso wie auf körperbezogene und partizipative Ansätze zurückgreift.

Die Ausstellung „Helga Griffiths – Die Essenz der Kohle“ ist bis zum 16. September zu sehen. Das Kunstmuseum Mülheim hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 2 Euro. Mittwochs ab 14 Uhr ist der Besuch frei. Während der Laufzeit der Ausstellung erscheint ein Katalog mit Griffiths’ aktuellen Installationen.

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Synagogenplatz 1
D-45468 Mülheim an der Ruhr

Telefon: +49 (0)208 – 455 41 71
Telefax: +49 (0)208 – 455 41 34

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Helga Griffiths, 18C – Erinnerung an eine verflüchtigte Landschaft,
 2018
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Künstler:

Helga Griffiths








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