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Kunst & Kohle: Bernd und Hilla Becher in Bottrop

Auch das Josef Albers Museum in Bottrop beteiligt sich am Ausstellungsreigen „Kunst & Kohle“ der RuhrKunstMuseen, der das Ende der Steinkohleförderung in Deutschland begleitet, und thematisiert dazu ab heute die „Bergwerke“ von Bernd und Hilla Becher. Anfang der 1960er Jahre begann das Fotografenpaar, Zechenanlagen, deren Großgeräte und Funktionsbauten abzulichten. So entstand ein Bildatlas der Industriebauten des Ruhrgebiets, der heute ein wichtiger Beitrag zur Industriearchäologie ist und einem visuellen und künstlerischen Gedächtnis einer Bergbauregion gleichkommt. In der Schau bilden ihre Typologien von Fördertürmen einen Schwerpunkt. Diese Aufzugsmaschinen, die das Ruhrgebiet geprägt haben, ziehen nicht nur die gewonnenen Rohstoffe an die Oberfläche, sondern auch die Bergleute. Die Türme entwickelten trotz einer gewissen Beschränkung der Form unterschiedliche Prototypen in diversen Ländern und Zeiten. Die Formvielfalt und zerbrechliche Schönheit, denen sich Bernd und Hilla Becher in ihren Fotos widmeten, charakterisieren die Fördertürme. Das Künstlerpaar ist in der Ausstellung auch mit Aufnahmen von Industrielandschaften vertreten, die die Zusammenhänge der Werkanlagen verdeutlichen. Zusammen mit den Typologien der Fördertürme stehen sie symbolisch für das nun eintretende Ende des Zeitalters der Steinkohle.

Zu Beginn zeichnete Bernd Becher die industriellen Objekte. Als 1957 die Abbrucharbeiten der Grube Eisernhardter Tiefbau in der Nähe von Siegen schneller fortschritten, als Becher sie festhalten konnte, wechselte er zum Medium der Fotografie, um den raschen Wandel zu dokumentieren. Seine Aufnahmen dienten zunächst als Vorlagen für Zeichnungen, Gemälde und Collagen der Industriekomplexe, später wurden sie zu eigenständigen Kunstwerken. Von seinem Elternhaus könne er einen Hochofen „hören, sehen und riechen“, erzählte Bernd Becher, der aus Siegen stammte. Ende der 1950er Jahre lernte Bernd Becher in einer Düsseldorfer Werbeagentur die Fotografin Hilla Wobeser kennen, die ebenfalls Interesse an der Industriekultur hatte. Die beiden arbeiteten nun gemeinsam und gaben damit die Initialzündung der kollektiven Autorschaft ihrer Werke.

Ausgehend vom Ruhrgebiet und Siegerland entwickelte das Ehepaar ein in der Kunstgeschichte außergewöhnliches fotografisches Langzeitprojekt, das später auch Europa und die USA einschloss. Über fünf Jahrzehnte hielten sie in Schwarz-Weiß-Fotos Industriebauten mit Fördertürmen, Hochöfen, Kohlebunkern, Kühltürmen, Fabrikhallen, Gasometern, Kieswerken und Getreidesilos fest und stellten sie zu thematischen Tableaus zusammen, die sie seit Anfang der 1970er Jahre als „Typologien“ bezeichneten. Die in den Typologien vereinten unterschiedlichen Aufnahmeorte und Entstehungszeiten ermöglichen auf der Basis standardisierter Aufnahmebedingungen das vergleichende Betrachten. Die Methode entlehnten die Bechers den Naturwissenschaften, was ihnen die Untersuchung der verschiedenen ästhetischen Grundformen, Materialien und Variationen einer Konstruktionsart und eine exemplarische Bildzusammenstellungen erlaubte. Die sachliche Form der Fotografien ist eine bewusste Wahl, bei der Bernd und Hilla Becher auf interpretierende Schatten verzichteten und konsequent ein diffuses Licht einsetzten.

Die Ausstellung „Bernd und Hilla Becher. Bergwerke“ läuft vom 4. Mai bis zum 16. September. Das Josef Albers Museum hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, sonn- und feiertags bereits ab 10 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.

Josef Albers Museum – Quadrat Bottrop
Im Stadtgarten 20
D-46236 Bottrop

Telefon: +49 (0)2041 – 29 716
Telefax: +49 (0)2041 – 22 578

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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04.05.2018, Kunst & Kohle: Bernd und Hilla Becher. Bergwerke








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