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Forschungsportal zur Sammlung Mosse geht online

Aus der Mosse-Sammlung: Gari Melchers, „Schlittschuhläufer“, 1880/1900

Die Freie Universität Berlin hat in dieser Woche die bisherigen Forschungsergebnisse zur Kunstsammlung von Rudolf Mosse im Internet veröffentlicht. Das Projekt „Mosse Art Reasearch Initative“ (MARI) untersucht seit 2017 in enger Zusammenarbeit mit der Erbengemeinschaft und dem Deutschen Zentrum Kulturgutverluste sowie der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) Aufbau, Bedeutung und Verlust der Kunstsammlung des jüdischen Verlegers und Mäzenaten. Rudolf Mosse (1843-1920) zahlte zu den wichtigsten deutschen Kunstsammler im ausgehenden 19. Jahrhundert und präsentierte seine seit den 1880er Jahren in großem Umfang zusammengetragenen Schätze in seinem Berliner Palais der Öffentlichkeit.

Die MARI-Forscher suchen nach den Spuren von tausenden Bildern, Skulpturen, kunstgewerblichen Objekten, Büchern und Antiquitäten, die die Tochter Felicia Lachmann-Mosse und ihr Ehemann Hans Lachmann 1933 erzwungenermaßen an eine vom Reichsinnenministerium gegründete Stiftung abtraten. Fast vollständig wurden die Besitztümer der Familie Mosse dann in einer mehrtägigen Auktionsrunde im Mai 1934 in alle Welt verkauft.

Projektleiterin Meike Hoffmann berichtete bei der Vorstellung der Website über den aktuellen Stand: „Wir haben bisher die Forschung zu 115 Werken aufgenommen, zu 68 Werken haben sich belastbare Spuren ergeben. Für 30 Werke sind im heute freigeschalteten MARI-Online-Portal alle Informationen hinterlegt, die in unsere Forschung eingegangen sind.“ 24 Werke konnten die Provenienzforscherinnen und -forscher bereits eindeutig identifizieren, acht sogar lokalisieren. Dazu gehören das Gemälde „Dichter Wald im Frühling“ von Emil Jakob Schindler, das sich noch im Belvedere in Wien befindet, aber vom österreichischen Kunstrückgabebeirat bereits zur Restitution empfohlen wurde, und die Werke „Durch Nacht zum Licht“ von Jozef Israëls im Tel Aviv Museum, „Blondes Bauernmädchen am Fenster“ von Anders Zorn in Privatbesitz sowie „Schlittschuhläufer“ von Gari Melchers im Arkell Museum in Canajoharie im US-Bundesstaat New York.

Zusätzlich verweist in der Alten Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin eine neue Medienstation auf das Projekt und eine geglückte Restitution aus der Sammlung Mosse: 2015 und 2016 restituierte die SPK als eine der ersten deutschen Einrichtungen neun Werke an die Erben von Felicia Lachmann-Mosse. Davon konnten mittlerweile ein römischer Kindersarkophag, die Skulptur „Susanna“ von Reinhold Begas und eine Löwenstatue von August Gaul für die Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin erworben werden.


Infos: mari-portal.de


02.05.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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