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„Hello World“ in Berlin

Walter Spies, Rehjagd, 1932

Am Samstag eröffnet der Hamburger Bahnhof die Ausstellung „Hello World. Revision einer Sammlung“. Passend zum Gallery Weekend Berlin hinterfragt das Museum der Gegenwart der Staatlichen Museen zu Berlin dabei unter anderem die Rolle von Kunstproduktion und Kunstmarkt für die Ausprägung der eigenen Sammlung. Insgesamt werden die Einflüsse politischer und kultureller Strömungen auf die eigenen Bestände untersucht. Gleichzeitig will die Präsentation Wege aufzeigen, wie eine vorrangig der Kunst Westeuropas und Nordamerikas verpflichtete Sammlung ihre Ausrichtung um nicht-westliche Kunstströmungen und transkulturelle Ansätze erweitern kann.

In 13 jeweils von unterschiedlichen Kuratoren gestalteten Sektionen – auch hier setzt das Museum auf einen multiperspektivischen Ansatz – versammelt die Schau thematisch strukturiert rund 750 Objekte, davon stammen etwa 350 aus den eigenen Beständen der Staatlichen Museen zu Berlin. Der Blick der Kuratoren ging bei der Konzeption zwar meist in historischer Perspektive zurück, doch wurde auch durchgehend auf Aktualität und mögliche zukünftige Herangehensweisen geachtet. Der eigene Standort der Sammlungen in der ehemals geteilten Stadt Berlin ermöglicht in mehreren Sektionen einen Vergleich des divergierenden Kunstverständnisses in BRD und DDR. Bedeutsamer aber noch ist der Blick etwas weiter nach links und rechts. Japanischer Farbholzschnitt gilt sowohl für den Impressionismus als auch für den Jugendstil als prägend. Der mexikanische Muralismo lieferte bedeutende Impulse für den europäischen Surrealismus. Im Hamburger Bahnhof sollen diese „fremden“ Einflüsse nun als gleichwertig etabliert werden.

Ein großes Thema der Ausstellung sind Aspekte – auch negative – eines im Zuge des Kolonialismus nicht immer freiwillig erfolgten Kulturtransfers und dessen Folgen und Auswirkungen bis heute. „Hello World“ zeigt beispielsweise mit den „architectural case studies“ der Künstler-Architektin Marjetica Potrc den Widerstreit von indigener Wohnkultur und westlicher Modernisierung. In der 2012 entstandenen Installation „Caracas: Growing Houses“, die zwei Wohngebäude in illegal angelegten Vororten der Hauptstadt Venezuelas in den Blick nimmt, offenbart sich der dominierende Wille zu dörflicher Gemeinschaft, der sich zwar moderner Infrastruktur für Wasser und Strom oder auch Telekommunikation bedient, sich aber ansonsten vehement dem modernen Individualismus der aufstrebenden Millionenmetropole zu entziehen sucht.

Die Ausstellung „Hello World. Revision einer Sammlung“ läuft vom 28. April bis zum 26. August. Der Hamburger Bahnhof hat dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr und am Wochenende von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt 7 Euro. Ein Katalog erscheint im Sommer.

Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Invalidenstraße 50/51
D-10557 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 39 78 34 39
Telefax: +49 (0)30 – 39 78 34 13

Quelle: Kunstmarkt.com/Maria Schabel

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