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Stephan Dillemuth in München

in der Ausstellung „Stephan Dillemuth. Regulär 10 Euro. Ermäßigt 5“

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus wendet sich in ihrer aktuellen Schau dem Werk Stephan Dillemuths zu. In seinem Schaffen fragt er stets nach der Rolle, die Künstlerinnen und Künstler in der Gesellschaft und im Kunstsystem übernehmen. Dafür schlüpft der 1954 in Büdingen geborene Dillemuth gerne in unterschiedliche Charaktere: er ist der Maler, der rauchend der Inspiration harrt; der Fernsehmoderator, der ein Video von Stephan Dillemuth ankündigt; er ist Friedrich Nietzsche, der gegen Richard Wagner ätzt und – in seiner beständigsten Rolle – der Professor für Kunstpädagogik an der Münchener Akademie der Bildenden Künste. In der Ausstellung sind neben gemalten Arbeiten und Plastiken auch Installationen und Fotomontagen von den 1980er Jahren bis in die Gegenwart zu sehen.

In Anspielung auf die Schönheitsgalerie im Schloss Nymphenburg mit ihren 36 Bildnissen „schöner“ Frauen, die Josef Karl Stieler im Auftrag König Ludwigs I. malte, fragte sich Dillemuth in den 1980er Jahren, was schön oder hässlich sei. Mit den Bewegungen des Punk und der Neue Welle wurden die traditionellen Vorstellungen auf den Kopf gestellt. Der Absolvent der Akademien in Düsseldorf und München malte in seiner Schönheitsgalerie von 1985 die Nymphenburger Portraits neu. Er überzog die Bilder mit einer schlammig braunen Schicht, so dass die Gesichter wie verschleiert wirken. Die Schönheit der Damen ist damit kaum erkennbar. Laut Kuratorin Stephanie Weber spürte Stephan Dillemuth so dem „ästhetischen Umbruch“ nach. Zugleich habe er mit seiner Motivwahl das Pathos männlicher Identität unterlaufen, mit dem gerade die deutsche neoexpressionistische Malerei quasi gleichbedeutend geworden war.

Stephan Dillemuth nutzt Bayern wiederholt als biografische und historische Reibungsfläche, wie in der Installation „Erfolg“ von 2007. Der Bezugspunkt ist der gleichnamige Roman von Lion Feuchtwanger aus dem Jahr 1930. Der Schriftsteller skizzierte am Beispiel München ein Räderwerk aus scheinbar nebensächlichen politischen Entscheidungen und persönlichen Befindlichkeiten, die den Nationalsozialisten den Weg ebneten. Das Zahnrad als Metapher für ein System, dessen Teile auf dem Weg in die falsche Richtung perfekt ineinander greifen, ist ebenfalls bei Dillemuth anzutreffen. Kreaturen aus Zahnrädern und Körperabgüssen bevölkern seine aktuellen Installationen. Ihre glänzenden Oberflächen orientieren sich an die Prachtkabinette des Barock und Rokoko und wollen den „Betrachter in ein narzisstisches Spiel unendlicher Spiegelung verwickeln“, so Weber. „Für Dillemuth sind diese Räume auch im übertragenen Sinne Spiegelungen eines gesellschaftlichen Istzustandes, den er als ‚Corporate Rokoko‘ bezeichnet – als ebenso unhaltbares wie allumfassendes Moment eines kapitalistischen Exzesses.“

Die Ausstellung „Stephan Dillemuth. Regulär 10 Euro. Ermäßigt 5“ läuft bis zum 9. September. Das Lenbachhaus hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, dienstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Städtische Galerie im Lenbachhaus
Luisenstraße 33
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 233 320 00
Telefax: +49 (0)89 – 233 320 03

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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17.04.2018, Stephan Dillemuth - Regulär: 10 Euro. Ermäßigt: 5

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