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Hans Haackes Ludwig-Kritik für das Museum Ludwig

Das Museum Ludwig in Köln darf sich über die Neuerwerbung der Collage „Der Pralinenmeister“ von Hans Haacke freuen. Dieses Schlüsselwerk schuf der Konzeptkünstler 1981, der sich auch mit dieser Arbeit als Mitbegründer des Genres der institutionskritischen Kunst ausweist. Den Ankauf unterstützten die Kulturstiftung der Länder, die Peter und Irene Ludwig Stiftung, das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Perlensucher am Museum Ludwig, ein Freundeskreis des Kölner Hauses.

Der 1936 in Köln geborene Hans Haacke stellt im „Pralinenmeister“ den Sammler und Mäzen Peter Ludwig an den Pranger, der mit den Millionengewinnen aus der Schokoladenfabrik der Familie seiner Frau Irene, geborene Monheim, eine der progressivsten Kunstsammlungen der Nachkriegszeit aufgebaut hatte. In Anlehnung an die Form des Diptychons nutzt Haacke sieben Doppeldarstellungen des Kakao-Magnaten Ludwig und kritisiert ihn als gewieften Steuerabschreiber und Profiteur eines kapitalistischen Konzerns: Links ist eine repräsentative Portraitaufnahme von Peter Ludwig vor einer Wand mit Gemälden zu sehen; rechts positioniert Haacke Aufnahmen anonymer Arbeiterinnen aus der Produktion des Monheim-Unternehmens. In Foto und Text kontrastiert der Künstler die Machtkonzentration des Konzernlenkers und die Ohnmacht der abhängigen Beschäftigten.

Die Collage entstand für die Ausstellung „Westkunst“ in den Kölner Messehallen im Jahr 1981. Da die Arbeit dort nicht angenommen wurde, war sie stattdessen gleichzeitig in der Kölner Galerie Paul Maenz zu sehen. Haacke verfügte ein Ankaufsverbot für Peter Ludwig, der sich für das Werk interessiert hatte. So gelang „Der Pralinenmeister“ in die amerikanische Sammlung von Gilbert und Lila Silverman, die das Werk für zahlreiche Ausstellungen wie die Documenta 7 oder „Das XX. Jahrhundert“ in der Nationalgalerie Berlin ausliehen. „Der Pralinenmeister“ passt haargenau zur Sammlung des Kölner Hauses. Denn die Schenkung von etwa 350 Werken aus der Sammlung des Ehepaars Ludwig an die Stadt Köln führte 1976 zur Gründung des Museums Ludwig, das seither auch den Namen der Sammler trägt.

Frank Druffner, kommissarischer Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, sagt: „Die Erwerbung des ‚Pralinenmeisters‘ durch das Kölner Museum Ludwig belegt dessen selbstkritischen Umgang mit den eigenen Anfängen. Denn Hans Haackes Werk ist ein wichtiges Zeitzeugnis unbequemer, politischer Kunst. Er geht mit dem Schokoladenfabrikanten und Sammler Peter Ludwig 1981 hart ins Gericht, indem er dessen Geschäftsgebaren, aber auch sein Mäzenatentum schonungslos hinterfragt.“

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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