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Ars Viva-Preis 2019 vergeben

Ars Viva-Preise 2019 für Cana Bilir-Meier, Niko Abramidis & NE und Keto Logua

Die Träger der Ars Viva-Preise 2019 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft sind Niko Abramidis & NE, Cana Bilir-Meier und Keto Logua. Dies wurde im Rahmen der Veranstaltung „Es lebe die Kunst! 65 Jahre ars viva. Künstler und Förderer im Gespräch“ letzte Woche während der Art Cologne bekanntgegeben. Die Preisträger konnten sich gegen 46 Mitbewerber durchsetzen und dürfen sich auf zwei Ausstellungen in Düsseldorf und Bern, ein Preisgeld von je 5.000 Euro und eine Künstlerresidenz auf dem kanadischen Fogo Island freuen.

Niko Abramidis & NE, 1987 in München geboren, thematisiert in seinen Arbeiten Machtstrukturen, Zukunftsutopien oder globale Stadtentwicklung. Ausgehend von Skizzen, die im Notizbuch oder auf dem Handy entstehen, schafft er eigene Paralleluniversen: Rauminstallationen, die an Büroräume erinnern und dabei mit Symbolen der Macht, einer fiktiven Corporate Identity und dem Erscheinungsbild von Großstädten spielen. Seine Zeichnungen, Objekte und Digitalprints nutzen subversiven Humor und Bezüge, etwa zu Science Fiction, Philosophie oder ökonomischen Abläufen. Niko Abramidis & NE studierte Architektur an der Technischen Universität und Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. 2017 erhielt er ein Stipendium der Cité Internationale des Arts in Paris. 2015 gründete und kuratiert seither den Münchner Projektraum „easy!upstream“.

Der Ausgangspunkt und zugleich Kern der Film- und Soundarbeiten von Cana Bilir-Meier, 1986 in München geboren, ist die Arbeit mit Archivmaterialien aus familiärem Bestand. Mit ihnen nähert sich die Enkelin türkischer Einwanderer an universelle Narrative und kollektive Erinnerungen. Wichtig ist ihr die Offenlegung des Prozesses bei der Materialsichtung der Bild- und Tonaufnahmen, Briefe, Zeitungsartikel und Dokumente. Durch das Setzen der Schwerpunkte und die Kontextualisierung des Materials formt Bilir-Meier, die Künstlerisches Lehramt sowie Kunst und Digitale Medien an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, eine eigene künstlerische Sprache und Perspektive. Cana Bilir-Meier erhielt 2016 den Birgit-Jürgenssen-Preis und präsentierte ihre Arbeiten etwa in der Tensta Konsthall in Stockholm oder der Kunsthalle Wien.

Keto Loguas Skulpturen und Filmarbeiten beziehen sich immer wieder auf Naturphänomene und soziokulturelle Themen. Die gebürtige Georgierin nähert sich gefundenen oder selbst geschaffenen Objekten konzeptuell und kritisch an und unterzieht sie einer Komprimierung und Umformung. So entstanden etwa ein 3D-Druck der im vergangenen Jahr wissenschaftlich rekonstruierten Ur-Blume oder eine große Skulptur aus Bienenstockelementen. In einer weiteren Arbeit entwirft die 1988 geborene Künstlerin mögliche Überlebensszenarien unter Zuhilfenahme von Alltagsgegenständen und macht damit das Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit deutlich. Keto Logua studierte Malerei an der Staatlichen Akademie der Künste in Tiflis und wechselte später zur Universität der Künste in Berlin. 2017 nahm sie am Berlin Program for Artists teil und zeigte ihre Werke unter anderem im KW Institute for Contemporary Art in Berlin und beim Wettbewerb für Experimentalfilm und Videokunst im Museum Wiesbaden.

Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft vergibt den Ars Viva-Preis seit 1953 jährlich an junge, in Deutschland lebende Künstler, deren Arbeiten sich durch richtungsweisendes Potenzial und hohe künstlerische Qualität auszeichnen. Der Preis ist zudem mit der Herausgabe eines zweisprachigen Katalogs und einer Künstleredition verbunden. Zu den bisherigen Gewinnern zählen etwa Georg Baselitz, Jeanne Faust, Omer Fast und Marina Abramovic. Die erste Station der Ausstellung ist vom 7. Oktober bis zum 19. Januar 2019 das KAI 10 der Arthena Foundation in Düsseldorf. Die zweite Etappe bildet im Sommer 2019 das Kunstmuseum Bern.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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