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Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Zwei Jahre nach der Art Cologne feiert auch die Art Brussels ihren 50. Geburtstag. Doch die Freude ist etwas getrübt. Hat sich der Nachbarn aus dem Rheinland doch auf den angestammten Brüsseler Termin gesetzt. Das birgt Spannungen

Zurück zu den Anfängen



Die Art Brussels hat ihre Tore geöffnet

Die Art Brussels hat ihre Tore geöffnet

1968 riefen fünfzehn belgische Galerien eine Messe für zeitgenössische Kunst ins Leben und gaben ihr den Namen „Art Actuel“. Damit waren sie auf der Höhe der Zeit. Denn 1967 war mit dem Kölner Kunstmarkt, der heutigen Art Cologne, die erste Messe für Gegenwartskunst an den Start gegangen. Für ihre Schau luden die belgischen Galeristen jeweils einen Kollegen aus dem Ausland ein und brachten es damals auf die schon erkleckliche Zahl von über 30 Ausstellern. Nachdem man sie mehrere Male umbenannt hatte, übernahm 1998 Karen Renders die neue „Art Brussels“ und machte aus der alle zwei Jahre stattfindenden Veranstaltung eine jährliche Kunstmesse. Im Oktober 2012 starb Karen Renders früh im Alter von 54 Jahren. Eine erfolgreiche Ära ging zu Ende. Unter Renders, die die Messe in jedem Jahr ein wenig größer machte, wurden viele Experimente gestartet, wie zum Beispiel eine Sektion „Design“, die zum 25. Jubiläum etabliert wurde und auch gleich wieder verschwand.


Nach Karen Renders kam die Griechin Katerina Gregos an Bord, zeitgleich mit dem Standortwechsel vom Expo-Gelände hin zu den repräsentativen Hallen der ehemaligen Poststation Tour & Taxis. Gregos lebte und arbeitete schon einige Jahre als Kuratorin für Großprojekte in Brüssel, unter anderem brachte sie die Manifesta nach Genk. Bis 2016 leitete sie die künstlerischen Geschicke der Art Brussels. Seither zeichnet Anne Vierstraete als Managerin alleine für die Kunstmesse verantwortlich und präsentiert auf der diesjährigen Ausgabe ein Konzept, das sich auf seine Wurzeln zurückbesinnt und mehr belgische Künstler in belgischen, aber auch ausländischen Galerien versammelt. Waren 2017 nur 18 Prozent belgische Galerien vertreten, macht ihre Teilnahme heuer 38 Prozent aus. Dass hat auch mit der parallelen Laufzeit der Art Cologne zu tun. Vor allem die deutschen Aussteller haben sich nur für einen Messeauftritt entscheiden.

Insgesamt beteiligen sich 147 Galerien aus 32 Ländern in diesem Jahr an der Art Brussels. Die Internationalität bleibt also gewahrt. Sie richten allein 22 Einzelausstellungen aus. Bei 33 Galerien gibt es in der Sektion „Discovery“ Kunst von 2015 bis 2018 zu entdecken. Wie in jedem Jahr hat eine unabhängige Jury den mit 10.000 Euro dotierten Preis für die beste Solo-Show vergeben. Er geht heuer an den 1980 geborenen Schweizer Nicolas Party, vertreten von der Galerie Xavier Hufkens aus Brüssel. Den Discovery-Preis hat die südafrikanische Galerie SMAC für ihre Präsentation von Georgina Gratrix gewonnen. Interessant ist, dass sich beide Künstler mit der Natur beschäftigen, wobei Partys Waldimpressionen in blassen Rosatönen oder kräftigen Blaunuancen an die dekorative Malerei der 1950er Jahre erinnern. Die 1982 in Mexiko City geborene Gratrix bezieht sich in ihren energiegeladenen pastosen Blumenbildern und Skulpturen auf die mexikanische Farbwelt.

Nur zehn deutsche Galerien haben sich diesmal auf den Weg nach Brüssel gemacht. Die Galerie Michael Janssen aus Berlin setzt mit Stijn Ank auf das belgische Publikum und zeigt die abgespeckte Version einer „Endless Column“ des Brüsseler Künstlers, der auch ein Atelier in Berlin unterhält. Dass der Kopf der Medusa nicht nur aus Schlangen bestehen muss, sondern auch mit fünf schwarzen Hühnerköpfen inmitten der züngelnden Brut zum Eyecatcher wird, macht die Galerie Zwart Huis aus Brüssel und Knokke mit einer Skulptur des belgischen Hühnerflüsterers Koen Vanmechelen deutlich. Vor der Koje von Suzanne Tarasieve aus Paris steht für 150.000 Euro eine Skulptur von Johannes dem Täufer, unverwechselbar ein Werk von Markus Lüpertz, und an exponierter Stelle hängt an ihrem Stand Lüpertz’ Gemälde „Schwebend“ von 1964 aus der frühen „Dithyrambischen Malerei“ für 250.000 Euro.

Daniel Firmans ungewöhnliche hyperrealistische und oft humorvolle Skulpturenensembles ziehen die Blicke in der Soloschau bei Choi & Lager aus Köln auf sich. Der Franzose verbindet zwei Tanzfiguren zu einer Person, indem er die Figuren auseinandernimmt und neu zusammenfügt. Dabei gelingt es ihm, seiner 27.000 Euro teuren Gestalt, die nur auf einem Bein steht, neben der Ausdruckskraft auch eine Balance zu geben. Scheinbar dicke, in Wellen aufgetragene monochrome Farbbilder ergänzen diese Skulpturenwelt. Kunst von Firman findet sich auch bei Ceysson & Bénétière aus Paris; mit der atelierfrischen Arbeit gibt er sich hier aber sozialkritisch und komplett anders. Die Galerie Krinzinger aus Wien stellt zwei charakteristische Werke von Hans Op de Beeck vor: Ein Mädchen mit einem zarten Schmetterling und eine Vanitas-Darstellung komplett aus grauem Polyester, während sich Jonathan Meese in seiner neuen Werkreihe mit der Entstehung der Welt beschäftigt und malerisch ganz zahm wird. Selten ist auf der Art Brussels die Fotografie oder gar die Videokunst anzutreffen. Die Galerie Thomas Fischer aus Berlin bildet eine Ausnahme und hat schwarz-weiße Fotografien von Irmel Kamp mitgebracht, die zwischen 1987 und 1993 die dichte Bebauung mit moderner Bauhaus-Architektur in Tel Aviv eingefangen hat.

Die Galerie Conradi aus Hamburg war schon im letzten Jahr auf der Art Brussels zugegen. In der Sektion „Discovery“ stellt sie diesmal Suse Bauer mit einer Serie von abstrakt-ornamentalen Ölbildern auf Papier vor, die alle den Titel „When we start to think about trying“ tragen und je nach Größe zwischen 3.000 Euro und 9.800 Euro kosten. Schrift, Buch und Zeitungsinstallationen gibt es sowohl bei der Galerie Dohyang Lee aus Paris mit Arbeiten von Elisabeth S. Clark, als auch bei der Galerie Bank aus Shanghai, die der 1989 geborenen Chinesin Chen Zhe eine Soloschau ausrichtet – eine Rückbesinnung auf haptische Werte in einer Zeit der „Virtual Reality“. Die Art Brussels schließt die großen belgischen Galerien wie Xavier Hufkens, Nathalie Obadia oder Albert Baronian in friedlicher Koexistenz zu Ehren ihres Jubiläums zusammen. Die Messe kommt wie immer frisch und lebendig daher und protzt nur mit wenigen großen Künstlerpersönlichkeiten. Sie spezialisiert sich auf Neues und Unerwartetes und erweckt so beim Besucher immer wieder den Überraschungseffekt.

Die „36. Art Brussels“ hat bis zum 22. April täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 10 Euro. Für Kinder unter 16 Jahren ist er frei.

Tour & Taxis
Avenue du Port 86C
BE-1000 Brussels

www.artbrussels.com



20.04.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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