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Elaine Reichek in Wien

Die Secession in Wien präsentiert erstmals in einer Einzelausstellung in Österreich Arbeiten von Elaine Reichek. Die 1943 in New York geborene Künstlerin setzt sich seit vierzig Jahren mit einer kritischen und feministischen Lesart von Geschichten und Mythen auseinander und nutzt dazu unterschiedliche Medien wie Drucktechnik, Sticken, Stricken oder Fotografie. In der Schau „Now if I had been writing this story“ sind Werke der letzten elf Jahre zu sehen, darunter die Serien „Ariadne’s Thread“ von 2008 bis 2012 und „Minoan Girls“ aus den Jahren 2012 bis 2016. Die Kunstwerke thematisieren Erzählungen von Lust, Verführung oder Grausamkeit und Verrat im Leben von Europa, Pasiphaë oder Ariadne. Reichek rückt diese Frauen in den Mittelpunkt „und nähert sich ihnen, indem sie Interpretationen und Darstellungen aus vielen Jahrhunderten kompiliert und mittels eklektischer Arrangements aus bildender Kunst und Literatur die Charaktere von allzu engen Zuschreibungen befreit: Appropriation wird bei Reichek zu emanzipatorischer Strategie“, erklärt Kuratorin Bettina Spörr.

Der Ausstellungstitel bezieht sich auf das Gedicht „Phèdre“ der englischen Schriftstellerin Stevie Smith. Phädra, Gattin des Theseus und Schwester der Ariadne, begeht Suizid, weil ihr Stiefsohn Hippolytos ihre Zuneigung abweist. Die Folge hiervon ist der Tod des Hippolytos durch einen erzürnten Theseus. Die vorwiegend gestickten Exponate der Ausstellung verbindet im übertragenen wie auch wörtlichen Sinn der Faden. Dank Ariadnes Hinweis half dieser einerseits Theseus, die Rückkehr aus dem Labyrinth des Minotaurus zu finden, andererseits ist der Stickfaden Teil der Bilder und Textpassagen in Reicheks ornamentalen Werken. In „Desire, Dread, Despair“ von 2012 sind auf ein graues Textil mehrere Quadrate aus Buchstaben geformt. Hierbei wiederholen sich andauernd die Namen: Theseus, Phädra und Ariadne. Mit weißen, gelben und rotem Garn treten bestimmte der sonst schwarzen Lettern hervor und geben den Werktitel preis.

Elaine Reichek, die nach ihrer Ausbildung am Brooklyn College an der Yale University bei Ad Reinhardt studierte, zitiert auch Arbeiten anderer Künstler, darunter von Gustav Klimt oder André Masson. Ihnen stellt sie Texte von Erika Mumford, Giorgio de Chirico oder Nonnus, einem byzantinischen Dichter des 5. Jahrhunderts, gegenüber. In den „Swatches: Matisse 1-9“ von 2007 spielt sie auf neun Drucken in unterschiedlichen leuchtenden Farben mit einer knienden Frau in der Art von Matisse. Reichek erklärt die Verbindung zwischen Mythen und ihrem künstlerischen Tun: „Ebenso, wie man beim Nähen wieder und wieder einen Faden um ein Gewebesubstrat schlingt, wiederholen und recyceln wir diese Mythen.… Und ebenso, wie das Nähen auf der Rückseite des Stoffes eine unsichtbare Hintergrundgeschichte erzeugt, waren diese antiken Mythen – Ur-Erzählungen, die grundlegende innere Antriebe behandeln – stets offen für Analyse, Interpretation und Dekonstruktion.“

Die Ausstellung „Elaine Reichek. Now If I had been Writing This Story“ läuft bis zum 3. Juni. Die Secession hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder unter zehn Jahren ist er kostenlos. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog für 33 Euro und ein Künstlerbuch.

Secession
Friedrichstraße 12
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 587 53 07
Telefax: +43 (0)1 – 587 53 07 34

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


13.04.2018, Elaine Reichek - Now If I Had Been Writing This Story

Bei:


Secession

Künstler:

Elaine Reichek








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