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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Winterberg besticht in seinem Frühjahrsprogramm mit einer Vielfalt quer durch Epochen, Gattungen und Preisklassen

Ein Blick hinter die Maske



Otto Dix ist bekannt für seine charakterbetonten Figuren. Er zeichnete Menschen nicht, wie sie gesehen werden wollten, sondern übte sich darin, hinter ihre Masken zu blicken. Schmeichelhaft mussten die Ergebnisse dabei nicht sein. Der Künstler schreckte keineswegs davor zurück, seine Dargestellten bis zur abstrakten Karikatur ihrer selbst zu überziehen. Seine scharfsinnige Beobachtungsgabe benötigte allerdings auch technische Finesse. Ein in Bleistift ausgeführter Jünglingskopf im Profil von 1934 beweist das zeichnerische Talent des Künstlers. Dix führte die Studie des nach links gewandten jungen Mannes mit geschlossenen Lidern in großer Sicherheit und mit feinen Details aus. Auf freien Stellen des Blattes studierte er die Darstellung der Augen in verschiedenen Positionen und aus unterschiedlichen Winkeln. Modell stand wohl Martin Wenzel Koch, der Sohn seiner Frau aus erster Ehe.


Winterberg ruft für das Blatt nun für 7.800 Euro auf. Am 21. April offeriert der Heidelberger Versteigerer Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Grafik des 15. bis zum 21. Jahrhundert. Unter den vielfältigen Offerten finden sich ebenso Werke für kleinere Brieftaschen. Von Otto Dix ist für 2.600 Euro unter anderem eine Lithografie von 1922 zu haben. Das Selbstporträt im Profil nach links präsentiert den Künstler mit seinem scharfen Blick. Ein Druck von 1966, der den Künstler mit Enkelkind abbildet, und wohl Teil eines Plakats war, geht schon für 350 Euro an den Start.

Stadt, Land, Fluss

Einen Schwerpunkt setzt Winterberg in seinen Highlights auf Landschaftsmalerei und Darstellungen ländlichen Lebens des 19. Jahrhunderts. Carl Ludwig Fahrbach bildete den Heidelberger Stadtwald 1882 ab. Die Leinwand besticht vor allem mit ihren satten Grüntönen (Taxe 4.800 EUR). In Heidelberg wurde auch Carl Rottmann geboren. Um 1840 schuf er das Ölgemälde „Gosausee mit Dachstein“. Die in rötliches Licht getauchte Bergformation soll 5.400 Euro kosten. Im Süden Deutschlands war zudem Hans Thoma tätig. Sein „Schwarzwaldtal bei Bernau“ von 1880 soll immerhin 12.000 Euro einbringen. Die kleinformatige Darstellung umreißt eine Felsformation, die der Maler in der Gegend mehrfach festheilt. Ein Bachlauf links und eine Personengruppe rechts komplettieren diese. Wer nicht in solchen Höhen mitgehen möchte, kann auf eine Druckgrafik Hans Thomas von 1897 zurückgreifen, die den Blick auf eine Weggabelung in der „Karlsruher Landschaft I“ an einem Regentag richtet. Gefordert sind hier nur 300 Euro.

Gleich mehrfach vertreten ist der aus Altona stammende Friedrich Kallmorgen. Er befasste sich ab 1889 zunehmend mit Landschaftsmalerei, womit die um 1892 bei Grötzingen entstandene Arbeit ein frühes Werk des Künstlers in jener Gattung ist. Ganz ähnlich wie bei Fahrbach ist rechts Vegetation zu sehen, während die Mitte den Blick in die Weite freigibt (Taxe 1.800 EUR). Heraus sticht seine „Gänseliesel“ von 1923. Ein junges Mädchen steht am Flussufer vor einem Kahn und betrachtet die vier Tiere. Perspektivisch und kompositorisch sorgfältig gegliedert, sollen 11.500 Euro möglich sein. Eine weitere Landschaft Kallmorgens, die die Felder bei Grötzingen um 1915/20 einfängt, ist weniger detailreich ausgearbeitet. Ihr Stil changiert zwischen Realismus und den Reflexen des Impressionismus. Der unverstellte Blick auf den Horizont verleiht der Arbeit eine besondere Tiefenwirkung (Taxe 9.800 EUR). Ein ähnlicher Effekt lässt sich bei Hermann Goebels sonnigen „Blick auf den Starnberger See“ von 1924 für 2.800 Euro beobachten.

Teils idyllisch wie diese Malerei wirken Giovanni Battista Piranesis Veduten des 18. Jahrhunderts. Seine Radierung um 1756 zeigt ein altes Grabmal an der Straße nach Tivoli als von der Natur überwachsenes und teils verfallen Denkmal (Taxe 680 EUR). Piranesis detailreiche „Vedute di Roma“ wurden gemeinsam publiziert, sind heute aber als Einzelblätter gefragte Sammlerstücke. Die „Piazza della Rotonda“ mit einem Blick auf das geschäftige Treiben vor dem Pantheon von 1751 soll immerhin 5.000 Euro einbringen, die ein Jahr ältere Radierung der „Basilica di S. Lorenzo“ 2.200 Euro. Stadt und Natur finden sich schon bei den Alten Meistern, allerdings meist um darin mythologische oder christliche Szenen einzubetten. Ein Könner im Bereich des Holzschnitts war Albrecht Dürer, von dem „Joachim und Anna unter der Goldenen Pforte“ aus dem „Marienleben“ von 1504 für 2.400 Euro zum Verkauf stehen. Der Abdruck der Szene, die in einem reich ornamentierten Torrahmen vor einer dörflichen Kulisse spielt, datiert in die Zeit um 1580.

Peter Anton von Verschaffelt, der 1752 als Hofbildhauer von Kurfürst Karl Theodor nach Mannheim berufen wurde, zeichnet für den Wettkampf zwischen Apollon und dem Satyr Marsyas verantwortlich. Die schwarzbraune Feder- und Rötelzeichnung verlangt ebenso wie sein gleich gestaltetes Zusammentreffen „Der Kentaur Nessos, Dejanira und Herakles“ an einem Flussufer 2.800 Euro. Mythologie verarbeitete ebenso Johann Heinrich Wilhelm Tischbein in der kleinen, aber dramatischen Zeichnung „Hektors Abschied“ (Taxe 900 EUR). Ruhiger geht es da bei seinen Klassizismus-Kollegen Christoph Nathe und der Tuschezeichnung eines Reiters auf baumbestandenem Weg (Taxe 4.800 EUR) sowie Heinrich Theodor Wehle und seiner arkadischen Landschaft mit einem Paar an einem antiken Grabmal zu (Taxe 6.500 EUR).

Stil- und Preispluralismus in der Moderne

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Strömung des Jugendstils stark. Winterberg widmet dieser Richtung eine gesonderte Rubrik im Katalog, die Freunde preisgünstiger Arbeiten erfreuen dürfte. Eine Illustrationsvorlage für die namengebende Zeitschrift „Jugend“ von Richard Rost aus dem Jahr 1914, die „In der Blumenausstellung“ betitelt ist und gut beleibte Besucher in karikierender Weise vorführt, soll 280 Euro erreichen. Ähnlich charakterbetont zeichnete Erich Schilling in „Entente Cordiale“ ein elegantes Paar, das neben einer Bombe steht, als Vorarbeit für den „Simplicissimus“ um 1925 für 320 Euro. In die Musik versunken ist auf Lucien Pissarros rundem Farbholzschnitt um 1900 eine Lautenspielerin mit übergroßem Instrument in der Natur. 200 Euro sind für die nur acht Zentimeter messende Grafik angesetzt.

Längst ein Klassiker der Moderne ist Ernst Ludwig Kirchner. Der Expressionist erzielt regelmäßig Höchstpreise. Ob seine ausdrucksstarke skizzenhafte Zeichnung „Zwei Mädchen im Gespräch“ aus der Zeit um 1912 allerdings 62.000 Euro erreicht, bleibt abzuwarten. Weniger gut betuchte Freunde des Expressionismus dürften an Erich Heckels „Liegender“ interessiert sein. Der Holzschnitt in Schwarz- und Rottönen von 1913 stellt eine Frau in gebeugter Haltung dar und soll 3.800 Euro einspielen. Sein „Männliches Bildnis“, ein Selbstporträt von 1919, ist als Lithografie für 9.500 Euro im Angebot. Ähnlich abstrahiert und eindrücklich arbeitete Lyonel Feininger. Seine „Hansaflotte“, ein Holzschnitt von 1918 mit mehreren Segelschiffen, ist auf 750 Euro geschätzt. Ein Jahr später fertigte Karl Schmidt-Rottluff seinen Holzschnitt „Christus (Kristus) unter den Frauen“. Das Blatt überzeugt mit seiner tief schwarz gearbeiteten Flächigkeit und durch seine aus diesen Kontrasten entspringende kraftvolle Wirkung. 3.200 Euro sind dementsprechend gefordert. Mit expressivem Gestus treten zudem Fritz Schaeflers Aquarell „Gekreuzigter“ von 1918 (Taxe 1.200 EUR), Edwin Scharffs aquarellierte Tuschfederzeichnung „Drei Akte in Landschaft“ von 1912 (Taxe 5.800 EUR) und als eine der wenigen Frauen Marta Hegemann mit ihren stilisiert im undefinierbaren Raum „Tanzenden“ von 1932 hinzu (Taxe 1.950 EUR).

Willi Baumeister wandte sich schon vor dem Zweiten Weltkrieg einer ungegenständlichen Arbeitsweise zu. Seine Tuschpinselzeichnung „Bewegung, Urformen“ von 1949 mit amöbenartigen Wesen in Schwarz ist auf 3.000 Euro taxiert. Die internationale Beliebtheit der Abstraktion beweist der heute noch hoch gehandelte und gefeierte russisch-französische Avantgardist Serge Poliakoff. Eine seiner ineinander verzahnten Farbflächenkompositionen von 1960 ist als Lithografie mit der Auflage von 300 Stück als Jahresgabe des Kunstvereins Hamburg erschienen und soll nun 3.200 Euro kosten. Dies übertrifft mit 5.400 Euro noch seine in gleicher Technik ausgeführte „Composition Lie-de-Vin et Orange“ von 1963. Ebenfalls mit Farbflächen experimentierte Ernst Wilhelm Nay. Seine „Farblitho 1968-2“ aus dem titelgebenden Jahr entstand nach einem Ölgemälde mit spindelförmigen bunten Gebilden (Taxe 450 EUR). Der Münchner Rupprecht Geiger führte die Fixierung auf die Farbe so weit, dass er sich hauptsächlich mit Rottönen beschäftigte. Auf 280 Euro ist nun eine Serigraphie „Rot-Orange auf Pink“ von 1986 veranschlagt, die dies in typischer Weise vorführt.

Den Menschen im Blick hatte besonders Horst Antes in seinem Schaffen. Die Köpfe des Künstlers, meist flach wie eine Scheibe und auf ihr Profil heruntergebrochen, abstrahieren und verallgemeinern die menschliche Gestalt. Das Figürliche stilisiert er beispielsweise in einer Stahlskulptur von 1977 auf diese Art und fügt einen kleinen knienden Menschen in einfachen Linien in den Kopf ein (Taxe 4.500 EUR). Die ähnliche Arbeit „KopfHaus“ aus Edelstahl von 2002 macht deutlich, wie lange sich Antes mit dem Thema auseinandergesetzt hat (Taxe 2.500 EUR). Ein Highlight der Auktion beweist, dass das Gegenständliche bis heute seinen Platz in der Kunst behaupten kann. Fabio Rieti schuf 2014 das Ölgemälde „Hotel Plaza – New York“, auf dem eine Straßenlaterne und ein antikisierender Brunnen vor einer verspiegelten Hochhausfassade stehen. Das technisch virtuose Werk, das mit dem Hyperrealismus und seinem Widerschein spielt, ist mit 6.800 Euro bewertet.

Die Auktion beginnt am 21. April um 10 Uhr bei Winterberg in Heidelberg. Eine Vorbesichtigung ist bis zum 18. April von 10 bis 19 Uhr möglich. Die zum Verkauf stehenden Werke sind online unter www.winterberg-kunst.de abrufbar.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



17.04.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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