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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die asiatische Kunst bei Van Ham in Köln mit Netsuke-Schnitzereien im Umsatzhoch

Holländer mit Kaninchen übertrifft fernöstliches Mischwesen



Netsuke: Sitzender Kirin, Japan, Edo-Zeit 18. Jahrhundert

Netsuke: Sitzender Kirin, Japan, Edo-Zeit 18. Jahrhundert

Netsuke gehörten in Japan zum Alltag. Die kleinen geschnitzten Figuren dienten als Gegengewicht zur Befestigung eines Sagemono, eines hängenden Gefäßes, am Gürtel des taschenlosen Kimonos. Die vierscheidenartigen Netsuke, die zugleich Schmuckstücke am Gewand waren, wurden vom ausgehenden 17. Jahrhundert bis in die 1880er Jahre hinein produziert; dann kam der Kimono aus der Mode. Üblicherweise bilden mythologische Figuren, Götterwesen, Tiere und Blumen sowie Szenerien und Gegenstände die Darstellungen dieser filigranen Holzschnitzereien. Heute sind die Netsuke beliebte Sammelstücke, für die schon einmal ein erkleckliches Sümmchen hingeblättert werden muss. Das demonstrierte eindrucksvoll das Angebot der letzten Asiatika-Auktion bei Van Ham. Dort ging es etwa um einen Holländer. Auch wenn man der Figur mit 13,8 Zentimeter Höhe aus Elfenbein schon tief in die Augen sehen musste, um zu erkennen, dass es sich um einen Europäer handeln soll, versammelte das Objekt aus dem 18. Jahrhundert in seiner Schlichtheit und seinem Detailreichtum die internationale Sammlerschaft hinter sich. Denn aus 26.000 bis 30.000 Euro wurden nach ergiebigem Bietgefecht schließlich 165.000 Euro.


Japanische Netsuke aus einer renommierten italienischen Sammlung

Mit diesem Zuschlag für die qualitätvolle Elfenbeinfigur konnte das Kölner Auktionshaus eine doppelte Höchstleistung vermelden: Der Holländer mit Kaninchen ist damit nicht nur das teuerste Netsuke in Deutschland, sondern erbrachte auch den höchsten Preis für ein Netsuke auf dem internationalen Auktionsmarkt im Jahr 2017. Er gehörte zu einer renommierten italienischen Netsuke-Sammlung der Edo-Zeit, die allen anderen Positionen des Tages die Schau stahl: Alle 26 Objekte gingen bis auf einen Ausnahme über ihren Erwartungen weg und belegten die vordersten Plätze auf der Zuschlagsliste. So landete auf Platz 2 das Wundertier Kirin, ein Mischwesen aus Einhorn und Drache, bei seinem unteren Schätzwert von 100.000 Euro. Dann folgte ein weibliches Gespenst aus Buchsbaum des 18. Jahrhunderts. Der Geist der Frau, der aus braun-rötlichen Flammen emporsteigt und mit knochiger Hand sein eigenes Haar umfasst, steigerte sich von 5.000 Euro auf sagenhafte 80.000 Euro.

Gerade mit diesen Ausreißern konnte das Kölner Auktionshaus einen hauseigenen Rekord in Sachen asiatischer Kunst aufstellen: bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 60 Prozent gab Van Ham gab das Gesamtergebnis der Versteigerung vom 7. Dezember 2017 mit 1,7 Millionen Euro an, das sich vor allem aus der unerwarteten internationalen Kauffreudigkeit an japanischer Netsuke-Kunst speiste. Denn auf die italienische Sammlung entfielen allein knapp 850.000 Euro. Mit der Vermittlung dieser Kollektion, die noch bis Oktober 2017 im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln zu sehen war, zieht sich nun die Kölner Asiatika-Expertin Trudel Klefisch nach über 45 Jahren Tätigkeit aus dem aktiven Geschäftsleben zurück, wird Van Ham aber aus ihrer neuen Heimat München noch als Beraterin zur Verfügung stehen.

Netsuke menschlich und tierisch

Überraschend waren in der Auktion diese zahlreichen menschlichen Darstellungen, denen in der Tradition der Netsuke-Schnitzerei eher weniger Gewicht beigemessen wurde. Doch dann kam schon eine Schildkröte zum Zug, die von Goho signiert ist. Ebenfalls aus Buchsbaum, aber als massigen schweren Körper formte der in Hiroshima zwischen 1804 und 1817 tätige Schnitzer das Tier, das mit großen Augen aus schwarzem Horn unter seinem Panzer hervorlugt. 50.000 Euro waren sein Lohn (Taxe 3.500 bis 4.200 EUR). Diesen Preis gab es zudem für ein gewichtiges, aber entspannt dreinschauendes liegendes Rind. Ein fein ausgeführtes Seil windet sich über den Körper des Tieres, umschlingt den Kopf wie auch den Nasenring. Unterwürfig fügt sich das Rind seinem Schicksal und besticht in hellem Elfenbein, wie auch durch seinen starken Blick aus bernsteinfarbenen Augen mit tiefschwarzer Pupille (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Weniger liebreizend blickt da die Hirschkuh mit Jungtier aus der Kyoto-Schule drein. Sie reckt den Kopf empor und öffnet das Maul, als wolle sie einen Angreifer abwehren. Ihr Jungtier hingegen schmiegt sich zart an ihre Flanke. Das typisch dunkel verzierte Fell und die wiederum kraftvollen Augen der Hirschkuh ermöglichten einen Zuschlag von 28.000 Euro (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR).

Volle Pracht der Blüte und mystische Wesen

Wesentlich ruhiger ist eine Päonienblüte aus Elfenbein. Fein entwickelte und gravierte Blütenblätter umfangen die innenliegende Staublätter und Stempel. Als Symbol des Frühlings, des Glücks und der Freude erreichte dieses gerade einmal 4,5 Zentimeter breite Netsuke einen Wert von 20.000 Euro (Taxe 3.400 bis 3.800 EUR). Auch auf göttliche Wesen richtete sich die Aufmerksamkeit der Kunden bei Van Ham. Der muskulöse sitzende Oni, mit Krallen und Hammer bestückt, machte seinem Ruf aus der japanischen Mythologie alle Ehre. Handelt es sich doch um einen dummen Unhold oder einen abgrundtief bösen Dämon. Aus dem zwiespältigen Gesichtsausdruck lässt sich eine eindeutige Zuordnung nicht ableiten. Trotz dieser gefährlichen Physiognomie ergatterte sich der Oni einen Zuschlag von 17.000 Euro (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR).

Gleiches gilt für den mächtigen Shôki von Yoshinaga Koyoken aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, dessen tigerfellartiges Ken-Gewand bereits Eindruck schindet. Mit dem Schwert in der Hand hält er Ausschau nach dem von ihm gejagten affenähnlichen Teufelchen, das auf seinem Rücken sitzt. Wer den Kampf gewinnt, ist noch nicht entschieden. In der Auktion behielt ein Sammler bei 16.000 Euro die Oberhand (Taxe 7.500 bis 8.500 EUR). Die weiße Bestie Hakutaku aus dem 19. Jahrhundert scheint dagegen siegessicher und mächtig. Dieses mystische Tier aus chinesischen Legenden war in Japan dafür bekannt, alles Böse bekämpfen zu können. Kraftvoll und stark hat es das Maul geöffnet, als würde es einen Widersacher gerade bezwungen haben. Der Zuschlagspreis für das Netsuke, das nicht zur italienischen Sammlung gehörte, lag bei 19.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Eine japanische Deckeldose um 1900 mit einer Hannya-Maske aus dem No-Theater samt langen, leicht gebogenen Hörnern, die auf einem Brokattuch liegt, verzehnfachte ihren Schätzwert auf 15.000 Euro.

In großen Fußstapfen

Eine große chinesische Vase des 20. Jahrhunderts zeigt die neun Söhne des Drachens und erzielte aufgrund ihres tiefen Reliefschnitts aus grüner Jade letztlich einen Zuschlag von 15.000 Euro. Mit knapp zehn Kilogramm war sie im Vergleich zu den Netsuke ein deutliches Gegengewicht (Taxe 900 bis 1.200 EUR). Viel Bieterlaune erzeugte ebenfalls der rechte Bronzefuß einer buddhistischen Figur, deren Größe sich aus der Fußlänge von 38 Zentimetern erahnen lässt. Wiederum ein Käufer aus China sicherte sich diesen monumentalen Körperteil für 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ein aus dunklem Holz geschnitzter chinesischer Stellschirm der Qing-Dynastie des 18. oder 19. Jahrhunderts mit vier Paneelen aus Satinseide und einer Hundertschaft an Vögeln verabschiedete sich bei 18.000 Euro wiederum in seine Heimat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Ein Ausreißer aus Burma

Nach Burma ging es mit einem Bronze-Buddha von 1876 in Ruhe und Eleganz. Spirituell durchdrungen, strahlt die sitzende Gottheit, die nun 42.000 Euro einfuhr, Frieden und Weisheit aus (Taxe 43.000 bis 50.000 EUR). Taxgerecht kam der Torso einer weiblichen Gottheit der Khmer im typisch schmalen und anmutigen Baphuon-Stil des elften Jahrhunderts bei 20.000 Euro ans Ziel. Die thailändische Kunst war mit einem auf dem Lotos-Sockel sitzenden Buddha im Dvaravati-Stil des achten Jahrhunderts vertreten. Die kleine schlichte Bronzeskulptur mit Resten einer silbernen Patina spielte 8.500 Euro in die Kassen des Auktionshauses (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Die Ergebnisse versehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



04.04.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Andreas Hausknecht

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