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Die Produktionsmethode der Cranach-Werkstatt

Lucas Cranach d.Ä., Musizierendes Paar, um 1530

Die Fränkische Galerie auf der Festung Rosenberg in Kronach widmet sich in ihrer aktuellen Schau der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä. und stellt die Frage nach Musterblättern für die Kompositionen des Malers und seiner Schüler. In Kooperation mit der Graphischen Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und dem Bayerischen Nationalmuseum in München werden die Ergebnisse zur bisher unerforschten Produktionsmethoden des Wittenberger „Maler-Unternehmens“ anhand von 86 restaurierten Zeichnungen vorgestellt. Der Bogen spannt sich von Vorlagen für komplette Bildprogramme über Heilige und Herrscherbildnisse bis zu Tierstudien. Nach Ausstellungsende werden die Zeichnungen aus konservatorischen Gründen auf Jahre nicht mehr zu sehen sein.

Als geschickter Geschäftsmann wusste Lucas Cranach d.Ä. um den Wert einer organisierten und qualitätvollen Arbeitsteilung, die eine schnellere Ausführung erlaubte. So wurde er von Zeitgenossen auch als „Schnellmaler“ bezeichnet. Zwischen 1520 und 1525 schuf die Cranach-Werkstatt allein für die Ausstattung der Neuen Stiftskirche in Halle sechszehn Altäre mit 142 Gemälden, wozu die Ausstellung mehrere Entwürfe präsentiert. Cranach selbst begleitete die Projekte, bis die Aufgabe künstlerisch und programmatisch umrissen war. Der Meister selbst erstellte für seine Auftraggeber sogenannte „Besteller-Zeichnungen“, die dann in aller Regel beim Kunden blieben. Diese konnten so die Pläne überdenken und nach eigenem Gusto verändern. Die Werkstattarbeiter fügten die Wünsche der Kunden in die Entwürfe ein und fertigten später Kopien davon an, die archiviert wurden, um als Vorlagenvorrat wiederholt Verwendung zu finden. Die Ausführung der Gemälde oblag dann bewährten Meisterschülern. Cranach behielt die Oberaufsicht, war meist bereits aber mit neuen Aufträgen beschäftigt.

Damit nicht genug: Neben dem Atelier führte Cranach in Wittenberg auch eine Apotheke, über die er seine Farben und Malmittel bezog. Sein Produktionsverfahren in der vom Teamwork getriebenen Werkstatt setzte auf Qualität und die eigene Handschrift des Meisters: Porträts wurden bei Lucas Cranach d.Ä. zu Charakterstudien, seine Landschaftsmalerei galt als richtungsweisend. Zielgruppen gerecht belieferte er den Adel und den Klerus. In einer Zeit des religiösen Aufbruchs prägte er das katholische Bildprogramm und war gleichzeitig Erfinder neuer protestantischer Themen. Aber auch mythologische Motive, wie Nymphen und Faune, sind in seinem Werk anzutreffen.

Die Ausstellung „Zeichnen in Cranachs Werkstatt. Zeichnungsschatz aus der Wittenberger Bildermanufaktur“ läuft bis zum 24. Juni. Die Fränkische Galerie und Festung Rosenberg sind täglich außer montags von 9.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 7 Euro, ermäßigt 4,50 Euro. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Fränkische Galerie Kronach – Festung Rosenberg
Festung 1
D-96317 Kronach

Telefon: +49 (0)9261 – 60 41 0
Telefax: +49 (0)9261 – 60 41 18


04.04.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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