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Trix und Robert Haussmann in Berlin

Trix und Robert Haussmann, Chair Fun: Neon-Stuhl, 1967/2012

Das KW Institute for Contemporary Art in Berlin widmet dem Architektur- und Design-Duo Trix und Robert Haussmann aktuell eine Retrospektive. Das vielseitige Werk der zwei Schweizer spannt einen Bogen von Architektur über Produktdesign wie Möbel und Textilien bis hin zum kreativen Spiel mit Form, Funktion und Sprache. Beide haben mehr als 650 Projekte realisiert, darunter die Züricher Projekte mit der Shopville im Hauptbahnhof, die Damenboutique Weinberg oder die Kronenhalle Bar, sowie Experimente mit künstlerisch und handwerklich gefertigten Möbeln. Neben Exponaten aus dem Privatarchiv der zwei Künstler sind auch Hauptarbeiten aus der Sammlung des Museums für Gestaltung in Zürich und aus der Privatsammlung Peter Röthlisberger zu sehen.

1967 gründeten Trix und Robert Haussmann die „Allgemeine Entwurfsanstalt“. Sie wurden zu Pionieren der Entwicklung, da sie laut den Kuratoren Fredi Fischli und Niels Olsen, „fortwährend die Prämissen moderner, kanonischer Ordnung und Ansätze zur spielerischen Umdeutung linguistischer, architekturtheoretischer Dogmen brachen“. So verweigerten sie sich der Idee des „form follows function“ und bevorzugten in ihren Arbeiten einen „kritischen Manierismus“, der die Kombination von Bewährtem und Neuartigem erlaubt wie auch Kontroversen erzeugt und mit Ambiguität, Widerspruch und Zufall arbeitet. So ignorierten Trix und Robert Haussmann etwa in der vom Schweizerischen Werkbund ausgerufenen Aktion „Chair Fun“ den Funktionalismus, indem sie 1967 einen „Anti-Chair“ aus leuchtenden Neonröhren formten. Dieser geht Gefahr, bei der geringsten Belastung in sich zusammenzubrechen.

Es folgten mehrere Innenraumgestaltungen, die etwa architekturhistorische Zitate beinhalteten. 1981 widmete ihnen das Studio Marconi in Mailand eine Schau, in der sie ihr Konzept eines „kritischen Manierismus“ vorstellten, der sich gegen eine erstarrte Klassizität der Architektur aussprach. Hierfür entstand die Modellserie der „Lehrstücke“. In „Lehrstück V“ etwa wird eine stark fragmentierte ionische Säule durch drehbare Segmente zu einem funktionalen Regal. 1980 entwickelten Trix und Robert Haussmann den Schieber „Log-O-Rithmic Slide Rule“. Dieser Begriffsschieber erlaubt, durch die Gegeneinanderbewegung zweier Skalen, die mit Adjektiven des Architekturdiskurses beschriftet sind, und durch zufällige Wortpaare die Idee der Stilvielfalt fantasievoll zu erweitern.

Die Ausstellung „Trix & Robert Haussmann. The Log-O-Rithmic Slide Rule: A Retrospective“ läuft bis zum 29. April. Das KW Institute for Contemporary Art hat täglich außer dienstags von 11 bis 19 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.

KW Institute for Contemporary Art – Kunst-Werke Berlin e.V.
Auguststraße 69
D-10117 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 2434 590
Telefax: +49 (0)30 – 2434 5999


28.03.2018

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


10.02.2018, Trix & Robert Haussmann. The Log-O-Rithmic Slide Rule: A Retrospective

Bei:


Kunst-Werke Berlin e.V.

Variabilder:

Trix und Robert Haussmann, Chair Fun: Neon-Stuhl, 1967/2012
Trix und Robert Haussmann, Chair Fun: Neon-Stuhl, 1967/2012

Variabilder:

in der Ausstellung „Trix & Robert Haussmann. The Log-O-Rithmic Slide
 Rule: A Retrospective“
in der Ausstellung „Trix & Robert Haussmann. The Log-O-Rithmic Slide Rule: A Retrospective“

Variabilder:

Trix und Robert Haussmann, Lehrstück V: Ionischer Säulenstumpf. Function Follows
 Forms, 1978
Trix und Robert Haussmann, Lehrstück V: Ionischer Säulenstumpf. Function Follows Forms, 1978

Künstler:

Robert Haussmann

Künstler:

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