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Paul Boesch Kunstpreis für Mai-Thu Perret

Mai-Thu Perret erhält den diesjährigen Paul Boesch Kunstpreis. Die Ehrung wird heute im Kunstmuseum Bern an die Genferin verliehen. Sie darf sich nun über 50.000 Franken und den Ankauf einer Arbeit als Dauerleihgabe für das Kunstmuseum freuen. Die 1976 geborene Künstlerin mit französisch-vietnamesischen Wurzeln nehme in ihrem innovativen Werk, das sich durch eine enorme technische und inhaltliche Ausdrucksbreite auszeichne, zu existenziellen Fragen unserer Gegenwart Stellung, so die Jury der Paul Boesch Stiftung.

In ihrem Werk entwirft die Künstlerin, die zunächst ihr Studium der Englischen Literatur an der University of Cambridge 1997 absolvierte, utopische Gesellschaftsmodelle, wie die Frauenkommune in der seit 1999 fortgeführten multimedialen Erzählung „The Crystal Frontier“. Als Künstlerin zeige Perret, die 2002 und 2003 am Whitney Independent Study Program in New York teilnahm, mit Objekten, Skulpturen, Keramiken und Textilarbeiten auf, wie in diesem Setting eine neue post-digitale Kultur entsteht. Damit habe sie das Gesamtkunstwerk neu erfunden. Sie verstehe es, Maßstäbe zu setzen, auf die andere Künstler reagieren. Ihr Werk genießt entsprechend bereits heute internationale Aufmerksamkeit. Seit 2008 unterrichtet Mai-Thu Perret an der Haute École d’Art et de Design in Genf. Ihre Arbeiten waren unter anderem im Kunsthaus Zürich, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris zu sehen.

2010 gründete Liselotte Boesch (1919-2011) zum Andenken an ihren Vater, den Berner Künstler Paul Boesch (1889-1969), die gleichnamige Stiftung. Der Kunstpreis wird seit 2016 jährlich an einen Schweizer Künstler verliehen, bisher an Pamela Rosenkranz und Vaclav Požarek. Die Auszeichnung gehört zu den hoch dotierten Kunstpreisen der Schweiz.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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