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Restitution aus KHM und Belvedere

Emil Jakob Schindlers „Parklandschaft in Plankenberg“ wird an die Erben von Rudolf Mosse restituiert

Der österreichische Kunstrückgabebeirat empfiehlt die Restitution zweier Bücher aus der Sammlung Alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums (KHM) in Wien und eines Gemäldes von Emil Jakob Schindler aus der Österreichischen Galerie Belvedere. Die Bücher stammen aus den Beständen des Wiener Musikwissenschaftlers Guido Adler (1855-1941), der von den Nationalsozialisten verfolgt wurde und 1941 in Wien starb. Ein Jahr später wurde seine Tochter Melanie Adler in das Vernichtungslager Maly Trostinec ins heutige Weißrussland deportiert und dort ermordet. Das Vermögen wurde arisiert, die Bücher gelangten größtenteils in die Wiener Universitätsbibliothek. Diese gab sie 1949 wieder zurück, jedoch befanden sich zwei Druckwerke im Besitz des KHM. Diese sollen nun an die Erben von Melanie Adler restituiert werden: Gustave Chouquets „Le Musée du Conservatoire National de Musique“, Paris 1884, und der „Fachkatalog der Musikhistorischen Abtheilung der Internationalen Ausstellung für Musik- und Theaterwesen“, Wien 1892.

Emil Jakob Schindlers Gemälde „Parklandschaft in Plankenberg“ war im Besitz des Berliner Kunstsammlers und Verlegers Rudolf Mosse (1848-1920). Seine Tochter Erna Felicia Lachmann-Mosse und ihr Ehemann Hans Lachmann flüchteten kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in die USA. Die Kunstsammlung wurde am 29. Mai 1934 in Berlin versteigert. Die Italienerin Ida Pospisil bot 1941 das Gemälde der Österreichischen Galerie im Tausch gegen drei Bilder an, da sie keine Ausfuhrgenehmigung für die Landschaft erhielt. Letztlich ist es die Auktion in Berlin, die seitens des Rückgabebeirats als nichtige Rechtshandlung zu verstehen ist, so dass die Landschaft an die Rechtsnachfolger von Lachmann-Mosse zu übereignen ist.

Eine Rückgabe der fünf Arbeiten von Johann Martin von Rohden, Rudolf Friedrich Wasmann, Johann Christian Klengel, Johann Adam Klein und Adolph von Menzel aus der Albertina an die Rechtsnachfolger des Chemnitzer Bankiers und Kunstsammlers Carl Heumann (1886-1945) hingegen wurde verneint. Der Grund liegt im Umstand, dass seine Frau Irmgard als Arierin galt und somit eine „Mischehe“ mit besonderen Rechten vorlag. Am 23. Oktober 1940 übertrug Carl Heumann sein Vermögen auf seine Frau Irmgard, die nun die einzige Verwalterin war. Teil der Sicherungsanordnung dieses Sonderfalls ist eine Sammlung von Zeichnungen und Grafiken. Es bleibt unklar, welche Arbeiten auf Papier gemeint sind, jedoch war mit dieser Änderung die Verfügungsgewalt über das Vermögen wieder gegeben. Des Weiteren konnte eine rege An- und Verkaufstätigkeit der Familie Heumann zwischen 1937 und 1944 nachgewiesen werden, die auch die Blätter der Albertina einschließt. Diese Kauftätigkeiten hätten auch unabhängig von der Machtergreifung der Nationalsozialisten stattgefunden, da sie nicht Resultat der Verfolgung waren. Der Beirat schließt den Bericht: „Die zu beurteilenden (An- und) Verkäufe von Carl Heumann sind daher als Fortführung einer – unabhängig von der Verfolgung bestehenden – Sammeltätigkeit und nicht als nichtige Rechtsgeschäfte zu werten.“

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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 „Parklandschaft in Plankenberg“ wird an die Erben von Rudolf Mosse restituiert
Emil Jakob Schindlers „Parklandschaft in Plankenberg“ wird an die Erben von Rudolf Mosse restituiert

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