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Haftstrafen wegen des Betrugs mit russischen Avantgardisten

Die 2013 sichergestellten Fälschungen der russischen Avantgarde

Das Landgericht Wiesbaden hat einen 45jährigen und einen 72jährigen Mann zu jeweils knapp drei Jahren Haftstrafe wegen gewerbsmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung im Handel mit Kunst der russischen Avantgarde verurteilt. Das Verfahren, das vor über drei Jahren begann, war wegen des Verkaufs von 19 gefälschten Bildern im Stil von Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch, Alexej von Jawlensky oder Natalja Gontscharowa angestoßen worden. Schon im Juni 2013 beschlagnahmten Ermittler nach monatelangen Untersuchungen bei einer Razzia in mehreren Bundesländern sowie in der Schweiz und in Israel in einem Wiesbadener Depot rund 1.500 Werke. Der Fall erregte große öffentliche Aufmerksamkeit und kommt nun vorerst zu einem Abschluss, wenn die Verurteilten nicht in Revision gehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte für die Männer eine Strafe von jeweils drei Jahren und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch für den ursprünglich als Drahtzieher geltenden 72jährigen und auf eine Anrechnung der Untersuchungshaft für den 45jährigen. Der Vorsitzende Richter erklärte in seiner Urteilsbegründung am Donnerstag allerdings, zweifelsfrei hätten nur drei Fälle mit insgesamt sechs Bildern nachgewiesen werden können. Dem 45jährigen ehemaligen Kunsthändler stehen nun drei Jahre Haft bevor, nachdem er gestanden hatte, Herkunftsnachweise gefälscht zu haben. Sein älterer Kollege, der als Besitzer der Bilder Kontakte zu Fälschern im Ausland gehabt haben soll, blieb bei seiner Version, er habe die Kunstwerke in der ehemaligen Sowjetunion im Glauben gekauft, es handele sich um Originale. Ihn verurteilte das Gericht zu zwei Jahren und acht Monaten.

Die rund eine Million Euro, die beide mit diesem nachgewiesenen Betrug verdienten, müssen sie zurückzahlen und zusätzlich einen Teil der Prozesskosten tragen. Die Männer sollen laut der Hessenschau mit Fälschungen insgesamt fast elf Millionen Euro ergaunert haben. Werke der russischen Avantgarde erreichen auf dem Kunstmarkt hohe Werte, gelten aber auch als fälschungsanfällig. Dementsprechend bewilligten auch die Sammler, die nun auf eine Rückzahlung hoffen können, große Summen an die Betrüger.

Quelle: Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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