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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Heilbronner Auktionshaus Fischer legt wieder ein umfangreiches Glas-Angebot von der Antike bis zu Gegenwart vor

Teurer Müll



Krautstrunk, Deutschland, 15. Jahrhundert

Krautstrunk, Deutschland, 15. Jahrhundert

Was vor hunderten von Jahren die Menschen als Müll beseitigt haben, erfreut heute häufig die Archäologen. Bei Ausgrabungen mittelalterlicher Siedlungen geht der Blick der Fachleute daher häufig in die Kloaken, denn dort finden sich die anschaulichsten und aussagekräftigsten Relikte unserer Voreltern. Es gab aber offenbar auch noch andere Formen der Entsorgung. So sei es beispielsweise in Bayern früher üblich gewesen, den Hausmüll im Winter auf der Eisschicht zugefrorener Seen abzuladen. Auch hier hat unsere Zeit zahlreiche der damals bei Tauwetter versunkenen Gegenstände wieder ans Tageslicht geholt, und wie das nicht selten der Fall ist, hat der Müll von damals heute bisweilen einen beträchtlichen Wert. Ein gutes Dutzend Gläser und Glasfragmente, die schon vor einigen Jahrzehnten aus diversen bayerischen Seen herausgefischt wurden, kommt nun im Heilbronner Auktionshaus Fischer zum Aufruf. Darunter sind auch zwei sogenannte Krautstrunke – benannt nach den unregelmäßig aufgeschmolzenen Nuppen, die die Becher mit etwas Fantasie wie Weißkohlstrünke ausschauen lassen – des 15. Jahrhunderts für bis zu 12.000 Euro. In fragmentarischer Erhaltung werden dafür immerhin noch ein paar hundert Euro fällig.


Einen seltsamen Namen tragen auch Gefäße, die einen zwiebelförmigen Bauch, einen aus bis zu fünf Röhren bestehenden Hals und eine schalenartige Ausgussöffnung aufweisen. Abgeleitet vom lateinischen Wort „angustus“, zu Deutsch „eng, schmal, dünn“, werden sie „Angster“ genannt, aber auch „Kuttrolf“ nach dem ebenfalls lateinischen „guttur“ für „Gurgel“ oder „guttus“ für „(Tropf)-Kanne“. Ein solches Scherzgefäß aus dem frühen 17. Jahrhundert stellt Fischer am 17. März für 4.500 bis 6.000 Euro zur Verfügung. Fast dreißig Zentimeter in der Höhe misst ein Nürnberger Pokal des späten 17. Jahrhunderts, wobei der weitaus größte Teil auf den drechselartigen Hohlbalusterschaft entfällt. Die fein geschnittene Landschaft mit einer Hetzjagd auf der Kuppa stammt von Johann Wolfgang Schmidt (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Er war wohl Schüler des bekannten Glasgraveurs Hermann Schwinger, der selbst mit einem gleichaltrigen Pokal samt Diana und Bacchus in einer Waldlandschaft für 1.000 bis 2.000 Euro zum Zug kommt. Die ältesten Stücke der Versteigerung datieren in die antike Welt, etwa ein versintertes Doppelhenkelgefäß aus gelbgrünem Glas (Taxe 400 bis 600 EUR), das ebenso wie eine kobaltblaue Amphora mit weißen gekämmten Fadeneinschmelzungen aus dem Nahen Osten stammt (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Den Hauptteil des fast tausend Objekte umfassenden Angebots bei Fischer nehmen Gläser des 19. und 20. Jahrhunderts ein. 1801 datiert und von dem damals in Halle ansässigen Samuel Mohn signiert ist ein holzgerahmtes Silhouettenbild mit einer Gruppe von dreizehn Personen des Weimarer Hofes. Neben Angehörigen der Fürstenfamilie sind die Dichter Johann Gottfried Herder und Johann Wolfgang von Goethe sowie Charlotte von Stein zu sehen. 10.000 bis 12.000 Euro stehen hier auf dem Etikett. In ähnliche Preisregionen stößt der französische Jugendstil vor. Aus der gut fünfzig Stücke umfassenden Berliner Sammlung Barbara und Christian Sendtner-Voelderndorff stammt eine halbmeterhohe Bodenvase der Daum Frères aus dem Jahr 1902, auf der sechs Libellen über einen Seerosenteich hinwegfliegen. Herbstliche Ahornblätter zeigt ein etwas kleineres und wenige Jahre älteres Gefäß von Emile Gallé. Beide sollen jeweils 10.000 bis 15.000 Euro kosten. Auch für nordische Produkte interessierte sich das Sammlerpaar, etwa für Simon Gates farblose Vase mit einer exaltierten „Javanischen Tänzerin“ um 1940 (Taxe 400 bis 600 EUR) oder für Bengt Edenfalks dickwandiges Exemplar mit einer schemenhaften Figurenszene um 1960 (Taxe 1.000 bis 1.2000 EUR).

Für das Art Déco stehen zwei dickwandige Vasen Gabriel Argy-Rousseaus aus den späten 1920er Jahren, deren abstrakter Dekor aus Mäander- und Wellenfriesen die frühe Antike wiederaufleben lässt (Taxen je 6.000 bis 7.000 EUR). Etwa der gleichen Zeit gehört eine bauchige Gallé-Vase an, deren Schmuck aus Pflaumenzweigen, -blättern und -früchten freilich das lange Festhalten der Firma an den Dekorationsformen des späten 19. Jahrhunderts dokumentiert (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Aus Frankreich sind ferner eine Tischlampe mit Seenlandschaft von Camille Tutré de Varreux, ausgeführt zwischen 1908 und 1914 in der Cristallerie de Pantin (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR), und ein Duo aus unterschiedlich geformten Vasen mit kraftvollen Kamelienblüten in Orange aus den Verreries Schneider zu nennen (Taxen je 4.500 bis 5.500 EUR). Den deutschsprachigen Raum repräsentiert die hochpreisige Massenware von Lötz Witwe in Klostermühle, darunter aus der späteren Zeit der Unternehmensgeschichte eine Art Déco-Vase mit stilisiertem energischem Dekor in Schwarz-Blau-Weiß nach Entwurf von Marey Beckert-Schider für 5.500 bis 6.500 Euro. Für die Josephinenhütte im schlesischen Schreiberhau gestaltete Alexander Pfohl um 1921/22 eine Fußvase aus hellopakem Glas mit stilisierten Pflanzenranken in Dunkelrot und Blau (Taxe 2.200 bis 2.700 EUR).

Die teuersten Objekte stellt Fischer in der Murano-Glas-Abteilung bereit. Für 45.000 bis 55.000 Euro ist eine grüne weibliche Schönheit aus der Serie „Ninfe e fauni“ zu haben, die Pablo Picasso für die Fucina degli Angeli gestaltete und die Egidio Costantini 1960 als Unikat zum Leben erweckte. Etwa zum halben Preis gibt es eine weitere, blaue „Nymphe“ der gleichen Serie, die allerdings noch sieben Zwillingsschwestern besitzt. Costantini arbeitete ferner mit Hans Arp zusammen und verlieh dessen geometrisierten „Pupo“ 1964 in blauem Glas greifbare Gestalt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Skulpturale Zierobjekte führen auch bei den jüngsten Objekten die Schätzpreisliste an, an erster Stelle William Morris’ „Suspende Artifact“ von 1993, das in Form und Farbe Objekte von Ureinwohnern täuschend echt nachzubilden scheint (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR). Die lange Traditionslinie der tschechischen Glaskunst führen Jan Fisars abstrahierte „Figurale Komposition“ von 1990 aus kupferrubinrotem Hohlglas (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) und Vladimír Procházkas kreisförmiges Objekt „The Black Hole“ von 2017 für 10.000 bis 13.000 Euro fort.

Die Auktion beginnt am 17. März um 10 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 15. März täglich von 11 bis 17 Uhr, am 16. März von 9 bis 16 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.auctions-fischer.de.

Kontakt:

Kunstauktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Trappensee-Schlösschen

DE-74074 Heilbronn

Telefax:+49 (07131) 15 55 720

Telefon:+49 (07131) 15 55 70

E-Mail: info@auctions-fischer.de



13.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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17.03.2018, 262. Auktion: Europäisches Glas & Studioglas

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Heilbronner Kunst- und Auktionshaus Dr. Jürgen Fischer

Bericht:


Hab mich lieb – oder lass es sein!

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Krautstrunk, Deutschland, 15. Jahrhundert
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Alexander
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Emile Gallé, Soufflé-Vase mit Pflaumen, Nancy um 1925

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Johann Wolfgang Schmidt, Hohlbalusterpokal mit Hetzjagd, Nürnberg Ende 17. Jahrhundert

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