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Barthold Suermondt in Aachen

Ludwig Knaus, Porträt Barthold Suermondt, 1852

Am 18. Mai 1818 kam Barthold Suermondt in Utrecht zur Welt. Den 200. Geburtstag nimmt nun das nach ihm benannte Suermondt-Ludwig-Museum in Aachen zum Anlass für eine Ausstellung, die seine Sammelleidenschaft und sein Mäzenatentum würdigt. Denn es waren die großzügigen Stiftungen des Lenkers der Montanindustrie, Bankiers und Ratsherren Suermondt, die ab 1880er Jahren den Grundstock für das Aachener Museum legten. Zu sehen sind 60 Gemälde und 22 Zeichnungen seiner ehemaligen Kollektion, darunter Werke von Hans Holbein d.J., Rembrandt, Frans Hals, Peter Paul Rubens, Frans Snyders, Willem Claesz Heda, Rachel Ruysch, Jan Havicksz Steen und Judith Leyster.

Barthold Suermondt war der Sohn des Direktors der Reichsmünze in Utrecht und einer englischen Mutter. Als 16jährigen zog es ihn an die Bauakademie nach Berlin. 1836 trat er in das Unternehmen von John Cockerill ein, der die zu dieser Zeit größte Maschinen-, Eisen- und Stahlfabrikation vom belgischen Seraing aus betrieb. Suermondt heiratete schließlich die Nichte seines Arbeitgebers und ließ sich in Aachen nieder. 1842 übernahm er die Führung des Unternehmens, wie es im Testament von Cockerill gewünscht war. Später sollte er auch auf dem Gebiet der Versicherung und Banken als Aktionär und Investor erfolgreich sein.

Sein erstes Kunstwerk, Jacob van Ruisdaels „Landschaft mit der Ansicht von Haarlem“ von etwa 1670, erwarb Barthold Suermondt 1854 in Paris. Schon hier folgte er in seiner Sammelpassion dem neuen Qualitäts- und Originalitätsanspruch, der sich laut den Kuratoren Peter van den Brink und Wibke Birth im 19. Jahrhundert entwickelte. So suchte Suermondt nicht nur bekannte Künstlernamen, sondern achtete auch auf die neuen Standards der sich eben formenden Kunstgeschichtsforschung und interessierte sich für „gute Unbekannte“. So gehörte Jan Vermeer damals noch zu den unentdeckten Schätzen, die Suermondt auf Empfehlung seines französischen Beraters Théophile Thoré ankaufte. Neben Werken der Alten Meister verlegte er sich auch auf moderne Bilder, Zeichnungen, ostasiatisches Porzellan und Kleinkunst. Schon bald galt seine Sammlung hinsichtlich ihres Umfangs und der hohen Qualität als „die erste Privatgalerie im Deutschen Reich“.

Barthold Suermondt arbeitete mit den entstehenden Fachblättern und Fachautoren verschiedener Länder zusammen, die seine Sammlung besuchten, begutachteten und ihn berieten, darunter Gustav Friedrich Waagen, Sir Charles Eastlake und Wilhelm Bode. Infolge der Wirtschaftskrise im Jahr 1874 musste Suermondt einige Werke verkaufen, etwa „Das Mädchen mit dem Perlenhalsband“ von Jan Vermeer und Jan van Eycks „Madonna in der Kirche“ an das damalige Kaiser-Friedrich-Museum, die heute zu den Spitzenwerken der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zählen. 1882 schenkte Suermondt dem Aachener Museumsverein 51 Bilder und der Stadt Aachen 60 Arbeiten. Noch vor seinem Tod 1887 vermachte er dem Museum weitere 28 Gemälde.

Die Ausstellung „Gestatten, Suermondt! Sammler, Kenner, Kunstmäzen“ läuft bis zum 17. Juni. Das Suermondt-Ludwig-Museum hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beläuft sich auf 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Für Besucher bis einschließlich 21 Jahre ist er frei. Der begleitende Katalog aus dem Belser Verlag kostet im Museum 39,90 Euro, im Buchhandel 49,90 Euro.

Suermondt-Ludwig-Museum
Wilhelmstraße 18
D-52070 Aachen

Telefon: +49 (0)241 – 479 800
Telefax: +49 (0)241 – 370 75

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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