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Erstmals Schmidt-Rottluff Kunstpreis an Michael Morgner vergeben

Der Maler, Grafiker und Bildhauer Michael Morgner ist am vergangenen Wochenende mit dem neuen Schmidt-Rottluff Kunstpreis geehrt worden. Neben einer Dotierung in Höhe von 20.000 Euro darf sich der 1942 in Chemnitz geborene Künstler auch über eine Festschrift freuen. Hier beschreiben 36 Autoren, darunter Klaus Staeck, Karl Clauss Dietel oder die Kunsthistoriker Jutta Penndorf und Matthias Flügge, ihre Begegnungen mit Morgner und seiner Kunst. Die neue Ehrung hat das Chemnitzer Unternehmer-Ehepaar Jürgen und Sonja Oehlschläger ins Leben gerufen, die dafür 2015 die Stiftung Schmidt-Rottluff Kunstpreis gegründet hat. Die Vergabe soll alle zwei Jahre an Vertreter bedeutender künstlerischer Positionen der Gegenwart stattfinden.

Bei der Preisübergabe lobte Katrin Arrieta, Leiterin des Kunstmuseums Ahrenshoop und Mitglied im Vorstand der Stiftung, das Lebenswerk von Michael Morgner als „Ergebnis einer alle Kräfte dieses Künstlers aktivierenden und aufzehrenden Auseinandersetzung mit der Übermacht von Natur und Geschichte über die Belange des Einzelnen“. Sein Œuvre kreise „um den im Grunde immer noch romantischen Entwurf des Menschen als Naturgeschöpf, der in die selbsterzeugte Kluft zwischen sich und der Natur gerät“. Michael Morgners Arbeiten entstünden aus einem ähnlichen Geist, den auch der aus Chemnitz stammende Karl Schmidt-Rottluff teilte. Für den Expressionisten „und die ihm gleich Gesinnten war die Malerei in reinen, starken Farben ein Erkenntnisweg, ein Brückenschlag in die grandiose Wahrheit der Natur“.

Michael Morgner, der von 1961 bis 1966 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig studierte und 1977 der Künstlergruppe und Produzentengalerie „Clara Mosch“ in Karl-Marx-Stadt beitrat, erklärte: „Die Arbeiten von Karl Schmidt-Rottluff waren fast die einzige hochklassige zeitgenössische Kunst, mit der ich als junger Mensch in der Ulbricht-Ära in Berührung kommen konnte.“ Morgner, der auch Gründungsmitglied der Sächsischen Akademie der Künste in Dresden und der Freien Akademie der Künste zu Leipzig ist, stellte unter anderem im Sprengel Museum in Hannover, dem Käthe Kollwitz Museum in Köln und dem Museum für bildende Künste in Leipzig aus. 2006 erhielt er den Kunstpreis der Stiftung Christliche Kunst Wittenberg und sechs Jahre später den Gerhard-Altenbourg-Preis des Lindenau-Museums in Altenburg. Morgner lebt und arbeitet in Einsiedel bei Chemnitz.

Die Bürgerstiftung Schmidt-Rottluff Kunstpreis will den Maler Karl Schmidt-Rottluff in seiner Geburtsstadt ehren. Der Expressionist lebte sein Bekenntnis zu einer unabhängigen, freien Kunstform. Die Festschrift unter dem Titel „Schmidt-Rottluff Kunstpreis 2018. Michael Morgner“ ist über den Buchhandel erhältlich. Weitere Informationen zur Bürgerstiftung und dem Kunstpreis unter:


Infos: www.schmidt-rottluff-kunstpreis.de

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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