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Tobias Zielony lehrt in Budapest

Tobias Zielony tritt als erster die neue Peter und Irene Ludwig-Gastprofessur an der Ungarischen Universität der bildenden Künste in Budapest an. Das Ziel der auf fünf Jahre ausgelegten Förderung, die nun ihren Anfang mit dem 1973 in Wuppertal geborenen Künstler und Fotografen nimmt, ist die Förderung des internationalen Austauschs an der Kunsthochschule in Budapest. Des Weiteren sollen auch die Kenntnisse über Entwicklungen und Tendenzen der globalen Gegenwartskunst gestärkt und damit die Ausbildung der Studierenden unterstützt werden.

Tobias Zielony, der Deutschland gemeinsam mit Olaf Nicolai, Hito Steyerl sowie dem Duo Jasmina Metwaly und Philip Rizk auf der Biennale in Venedig 2015 vertrat, will als Ausgangspunkt den menschlichen Körper, seine Politiken des Geschlechts, der Scham und der Sexualität für seinen Workshop im Rahmen der Gastprofessur nutzen. Die Veränderung des Körperlichen zeigen sich im Feld des Sports, der medizinischen Gewalt, des Todes, des Alters und vieler anderer Phänomene. Die moderne Technologie verändert den Körper, verlängert oder verkürzt ihn durch Prothesen, Schönheitsoperationen und Drogen. Seine Darstellung in den Medien stellt die Idee der Identität, des Selbst und der Erscheinung in Frage.

Tobias Zielony äußert sich hierzu: „Warum dürfen Flüchtlinge nicht wählen? Warum werden Frauen in fast allen Gebieten des sozialen Lebens benachteiligt? Welche Rolle nehmen die politischen und kulturellen Definitionen von Geschlecht und Rasse in dieser Situation ein? … Wo fängt ein Körper an und wo hört er auf? Was definiert seine physikalische wie zeitliche Endlichkeit? All diese Fragen stellen wir uns in unserem Workshop. Der Fokus liegt dabei darauf, Kunstwerke zu produzieren, die das Medium der Fotografie nutzen oder sich darauf in Relation zum Körper und seinen Politiken beziehen. Indem wir dazu theoretische Ansätze lesen und diskutieren, lernen wir die verschiedenen Ebenen und Problemstellungen zu verstehen, die das Thema mit sich bringt.“

Die Gastprofessur soll Studenten und Doktoranden ermöglichen, unabhängige internationale künstlerische Positionen kennenzulernen. Die Professur wird auf Vorschlag der Aachener Peter und Irene Ludwig Stiftung und der Universität der bildenden Künste sowie einer Gruppe von Lehrenden und zwei auswärtigen Kunstsachverständigen jährlich einem international tätigen Künstler vergeben. Die Einladung für die Gastprofessur erfolgt für das Sommersemester. Die Förderung ist festgeschrieben für die nächsten fünf Jahre. Brigitte Franzen, Vorstand der Ludwig Stiftung, erklärt: „Wir freuen uns, dass nun erstmals eine Gastprofessur ins Leben gerufen werden konnte. Gerade der Bereich Fotografie war im bisherigen Lehrplan der Universität wenig abgedeckt. Dies begreifen wir als aktiven Beitrag und als Zeichen für die Zukunft, Förderungen im akademischen Bereich zu ermöglichen, die den jüngeren Künstlergenerationen direkt zugutekommen.“

Die Kooperation zwischen der Universität der bildenden Künste in Budapest und der Peter und Irene Ludwig Stiftung existiert seit mehr als 20 Jahren. Dem Sammler und Mäzen Peter Ludwig (1925-1996) wurde 1988 der Ehrendoktor der Universität verliehen. Zu seinen Lebzeiten schloss er mit dem Rechtsvorgänger der Universität, der Hochschule der bildenden Künste, eine Vereinbarung über die langfristige Förderung der Studierenden ab. Diese wurde jetzt um neue Reisestipendien erweitert.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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