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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Vor allem mit Möbeln wartet das Wiener Dorotheum unter dem Motto „Design First“ auf und sucht Liebhaber für seine vielfältige, hochwertige, aber auch hochpreisige Auswahl

Weniger ist langweilig



Ettore Sottsass, Bücherregal „Liana“, 1985/92

Ettore Sottsass, Bücherregal „Liana“, 1985/92

„Less is a bore“ konterte der amerikanische Architekt Robert Venturi provokant auf Ludwig Mies van der Rohes bekannten Ausspruch „Less is more“. So präsentieren sich seine Bauten in verwinkelter, unübersichtlicher und skulpturaler Aufmachung mit teilweise völlig sinnfreien gestalterischen Elementen, wie etwa Treppen, die ins Nichts führen. Er ist damit einer der Hauptvertreter der Postmoderne, die vorher gültigen Grundsätzen wie „Form follows function“ bewusst abschwor. Diesem Stil, der seinen Höhepunkt in den 1980er Jahren hatte, ist auch die Designergruppe Memphis und allen voran ihr berühmter italienischer Vertreter Ettore Sottsass verhaftet. 1985 gestaltete er das Bücherregal „Liana“. Zweckdienlich sollte es nicht sein, sondern vielmehr bunt, verspielt und abwechslungsreich. Die vier quadratischen roten Boxen über dem dunklen Sockel erinnern dabei noch am ehesten an ein typisches Regal. Andere Elemente, wie schrägstehend zylindrische Streben, kleine Lagerflächen oder geometrisch geformte Stützen, die allerdings nichts tragen, stehen der Nützlichkeit eines solchen Möbels nur im Wege. Postmodernes Design ist optisch auffällig und im Aufbau oft eigen, was derartigen Stücken schnell den Ruf von Staubfängern einbrachte. Heute schätzt man wieder ihre bewusste Aussage als Abkehr von den Prinzipien der Moderne – mit all deren Rationalismus-, Wahrheits- und Universalansprüchen.


Dieses wieder erstarkte Interesse verrät schon der Preis, mit dem das Dorotheum in Wien „Liana“ ausgewiesen hat: 12.000 bis 18.000 Euro sind gefordert. Für Sottsass-Anhänger, die es dezenter mögen, hat das Auktionshaus aber auch frühere Werke im Programm. Ein Paar kleine Vasen namens „Hui“ und „Kua“, die er 1968 designte, sind für 8.000 bis 15.000 Euro zu haben. An diesen ist deutlich der Einfluss der in jener Zeit hochmodernen Pop Art abzulesen. Kreiselemente aus hellem Quarz und dunklem Turmalin verband Ettore Sottsass ein Jahr früher mit 18karätigem Gold zu einer zeitlosen, aber nicht unauffälligen Halskette. 26.000 bis 35.000 Euro muss zahlen, wer diese tragen will. Für Liebhaber guten Designs hat das Dorotheum am 15. März mit 68 Losen jedoch noch weit mehr im Angebot.

Glitzer, Glanz und edelste Materialien

Wer es auffällig mag, kommt bei dieser Versteigerung auf seine Kosten, beispielsweise mit einem großen Schachspiel, dessen quadratische Grundfläche Seitenlängen von 2,44 Meter misst. Das Künstlerduo Georges Boisgontier und Arman entwarf es 1986 und setzte dabei edelste Materialien ein. Die abstrakten Figuren oftmals in Formen, die Streichinstrumenten entnommen wurden, sind aus Bronze und stehen auf einem Schachfeld aus weißem und schwarzem Marmor. Die aufgerufenen 90.000 bis 130.000 Euro rühren wohl schon vom Materialwert her. Nicht weniger dekadent, aber etwas schlichter und mit 20.000 bis 28.000 Euro preiswerter ist der „Table d’Or“ von Yves Klein aus der Zeit nach 1963. Dessen Platte bildet ein Kasten aus Glas und Acrylglas, der mit Goldblättern in 22 Karat gefüllt ist. An Prunk kann da nur ein anderes und viel älteres Highlight der Versteigerung mithalten: Dagobert Peches 1922 für die Wiener Werkstätte gestalteter Wandspiegel im Originalzustand. Für 130.000 bis 180.000 Euro ist dieses Stück mit seinem goldenen, breit gezogenen und bis zu zehn Zentimeter tief gewölbten Blattrahmen zu haben.

An verspiegelten Elementen hat das Dorotheum große Auswahl. Der Sofatisch „Glacier“ von Shi Jianmin aus dem Jahr 2017 beispielsweise scheint wie ein massiver Block aus mattem Stahl. Eine Ecke ist jedoch wie abgeschmolzen und greift organisch abgerundet und hochglänzend tief in die geometrische Form ein. Bewertet ist die auf acht Stück limitierte Arbeit mit 45.000 bis 70.000 Euro. Kalt wie dieser „Gletscher“ ist die Fläche des „Sonar Smaragd“, eines tiefgrün spiegelnden Paravents von Oskar Zieta, den er 2016 wie viele seiner Produkte durch die FiDU-Technologie, die „Freie Innen Druck Umformung“, hergestellt hat (Taxe 14.000 bis 20.000 EUR). Wie Chrom scheinen die radial ausgerichteten Beine an seinem 2014 produzierten Rundtisch „Steel-in-Rotation“ mit Glasplatte (Taxe 8.000 bis 14.000 EUR). „Bronze Sniper“, ein Esstisch David Adjayes aus dem Jahr 2015, treibt diese Liebe zum Metallenen noch weiter. Die Platte und die drei Beine aus polierter Bronze wirken wie aus einem Guss, denn deren Schnittstellen ließ der Designer harmonisch ineinander verschmelzen. Das zeitlos anmutende Möbel verlangt ein gut ausgestattetes Konto. Bei 190.000 bis 250.000 Euro liegen die Hoffnungen des Auktionshauses.

Natürlich schön

Ebenfalls aus Bronze fertigte Giacomo Manzù 1963 einen Tisch. Er formte das Metall allerdings zu der organischen Konstruktion eines sich mehrfach gabelnden Astes. Diese trägt eine drei Zentimeter dicke Platte aus böhmischen Kristallglas. Bei 220.000 bis 280.000 Euro tritt kaum ein anderes Objekt der Auktion mit Manzùs Unikat in Konkurrenz. Carl Auböck beschäftigte sich um 1950 mit dem Thema Holz, bildete es allerdings nicht nach, sondern nutzte als Tischplatte ein massives Stück Walnussbaum. 10.000 bis 15.000 Euro soll diese Arbeit einbringen, die durch das individuelle Wachstum des Materials ein Unikat ist. Organische Formen führt auch Paul Evans vor. Sein hölzernes Sideboard aus den frühen 1970er Jahren hat er mit Bronzeplatten verblendet, die Naturerinnerungen als Reliefs ausbilden (Taxe 28.000 bis 35.000 EUR). Sein stilistisch vergleichbarer Sofatisch ist für 10.000 bis 18.000 Euro zu haben. Der „Flower Offering Chair“ von Satyendra Pakhalé aus dem Jahr 2001 holt die Natur noch direkter in das Lebensumfeld. Die Rückenlehne des strahlend weiß glasierten Keramikstuhls lässt sich als Vase verwenden (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Floral gemustert ist der von Édouard Bénédictus in Paris um 1925/30 gestaltete, rot grundierte Teppich zum Preis von 10.000 bis 15.000 Euro. Hoch in Mode stand zu dieser Zeit in Frankreich das Art Déco. Dass dieser Stil heute noch äußerst beliebt ist, beweist ein schlichtes hochrechteckiges Vitrinenpaar von Jacques-Émile Ruhlmann aus der Zeit um 1925/27. Für das elegante Möbel aus dunklem Wenge-Holz und versilberter Bronze, dessen Rückwand mit braunem Samt bezogen und von Spiegelstreifen eingerahmt ist, sind 110.000 bis 150.000 Euro veranschlagt.

Gegenteilig zu den naturverbunden Stücken wirken die Arbeiten von Ron Arad, die technoid die Industriekultur aufgreifen. Als einzelnen Sessel für 5.000 bis 8.000 Euro oder als Zweisitzer für 9.000 bis 13.000 Euro sind seine „Rover Seats“ zu haben. Diese schwarzen Autositze des Herstellers „Rover“, die auf einer Stützkonstruktion mit Halbkreisen als Beine montiert sind, produzierte Arad Londoner Studio „One Off“ in den frühen 1980er Jahren. Sein Stuhl „Box in Four Movements“ von 1994 besteht aus vier übereinander gelagerten Stahl- und Aluminiumquadern, die mit Gelenken verbunden sind. Zusammengeklappt bilden diese so annähernd einen Würfel, erst durch das Auffalten entstehen Sitzfläche, Lehne und Unterbau. Das raffiniert veränderbare Sitzmöbel will mit 85.000 bis 110.000 Euro gewürdigt werden. Eine ähnlich industrielle Ästhetik verfolgt Hans Kupelwieser, dessen auf seine Grundelemente reduzierter Tisch von 1989 aus einer Aluminiumplatte besteht, die an ihren Ecken und Kanten um ein Eisengestell herumgeschlagen ist (Taxe 13.000 bis 20.000 EUR). Diese Einfachheit zeichnet genauso Charlotte Perriands und Jean Prouvés Wandregal „Antony“ von 1954 aus. Zwei waagrechte Holzplatten bilden dessen oberen und unteren Rahmen, der von bunten metallenen Einschüben gegliedert wird (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Perriands ungefähr vier Jahre jüngere Liege namens „Cansado“, die auf ein Metallgestell und darauf ruhende Holzplanken heruntergebrochen ist, verlangt 7.000 bis 10.000 Euro.

Reduktion zeichnet genauso das Werk der aus dem Iran stammenden Architektin Zaha Hadid aus. Allerdings treibt sie diese zumeist nicht bis zur geometrischen Grundform, sondern schafft oft geschwungene und trotzdem schlichte Entwürfe. Ein Beispiel dafür bietet ihr Modellstuhl „Tippy“ aus dem Jahr 2011, der aus einem Stück Holz als zusammenhängende Fläche gearbeitet ist. Das Dorotheum schätzt das mit einem grauen Metallüberzug versehene Möbel auf 150.000 bis 180.000 Euro. Diesen Sitzplatz ergänzt Hadids weißer Tisch aus mit glasfaserverstärktem Polyester in ebenfalls fließender Form, den WMF 2007 auf der „Ambiente“ in Frankfurt für die Präsentation ihres Designs nutzte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Für Sawaya & Moroni schuf Hadid 1997 ein vierteiliges Tee- und Kaffeeservice aus vergoldetem Sterling-Silber. Dessen Elemente sind geometrisch so konstruiert, dass sie sich zu einem skulpturalem dynamischen Objekt zusammensetzen lassen. 140.000 bis 180.000 Euro sind dafür gefordert.

Die Auktion beginnt am 15. März um 17 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



12.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jan Soldin

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15.03.2018, Design First

Bei:


Dorotheum

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Zaha Hadid bringt Schwung ins Leben

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Georges Boisgontier und Arman,
 Überdimensionales Schachspiel „Double Gambit“, 1986
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Ettore Sottsass, Vase „Hui“ – Vase „Kua“, 1968
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Ron Arad,
 Bank „Rover 2-Seater“, 1981
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Ron Arad, Rover
 Seater, 1981
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Kunstwerk:

Satyendra Pakhalé, Flower Offering Chair, 2001
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Hans
 Kupelwieser, Tisch, 1989
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Zaha Hadid, Tisch, 2007

Zaha Hadid, Tisch, 2007

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 62.000,- EURO

Losnummer: 12

Ron Arad, Bank „Rover 2-Seater“, 1981

Ron Arad, Bank „Rover 2-Seater“, 1981

Taxe: 9.000 - 13.000 EURO

Losnummer: 27

Ron Arad, Rover Seater, 1981

Ron Arad, Rover Seater, 1981

Taxe: 5.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 28

Giacomo Manzù, Tisch, 1963

Giacomo Manzù, Tisch, 1963

Taxe: 220.000 - 280.000 EURO

Zuschlag: 220.000,- EURO

Losnummer: 13

Paul Evans, Sideboard, um 1970/71

Paul Evans, Sideboard, um 1970/71

Taxe: 28.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 67

Shi Jianmin, Sofatisch „Glacier“, 2011

Shi Jianmin, Sofatisch „Glacier“, 2011

Taxe: 45.000 - 70.000 EURO

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David Adjaye, Esstisch „Bronze Sniper“, 2015

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Taxe: 190.000 - 250.000 EURO

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Georges Boisgontier und Arman, Überdimensionales Schachspiel „Double Gambit“, 1986

Georges Boisgontier und Arman, Überdimensionales Schachspiel „Double Gambit“, 1986

Taxe: 90.000 - 130.000 EURO

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Yves Klein, Table d’Or

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Taxe: 20.000 - 28.000 EURO

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Jacques-Émile Ruhlmann, Paar Vitrinen, um 1925/27

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Taxe: 110.000 - 150.000 EURO

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Carl Auböck sen., Baumtisch, um 1950

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Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

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Zaha Hadid, Tee- und Kaffeeservice, 1997

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Taxe: 140.000 - 180.000 EURO

Losnummer: 41

Ettore Sottsass, Vase „Hui“ – Vase „Kua“, 1968

Ettore Sottsass, Vase „Hui“ – Vase „Kua“, 1968

Taxe: 8.000 - 15.000 EURO

Losnummer: 10




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