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Bei Wangen, 1945 / Erich Heckel

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Orange-Blau-Orange, 2004 / Kuno Gonschior

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei der zeitgenössischen Kunst wird die Haltedauer immer kürzer, und Sammler hoffen auf Gewinne im derzeit brummenden Markt. Das zeigte auch die Auktion bei Sotheby’s in London

Keine langen Lagerzeiten



Dieses Bild hat wirklich schon reichlich Auktionserfahrungen gesammelt in seiner nicht gerade langen Lebensgeschichte: Nicht weniger als fünf Mal war Peter Doigs zwei mal zweieinhalb Meter große Leinwand „The Architect’s Home in the Ravine“ aus dem Jahr 1991 inzwischen zu Gast bei Sotheby’s und Christie’s in London oder New York. Erstmals kam es im Juni 2002 unter den Hammer und erzielte bei Sotheby’s in London einschließlich des Aufgeldes rund 315.000 Pfund. Fünf Jahre später in New York waren es bereits 3,2 Millionen Dollar netto. Bei Christie’s in London kostete die schillernde Darstellung, auf der sich hinter einem schier undurchdringlichen Netz winterlich kahler Pflanzen im Vordergrund eine Wohnarchitektur abzeichnet, im Februar 2013 dann schon 6,8 Millionen Pfund. Zur unteren Taxe von 10 Millionen Pfund stieß der damalige Käufer es im Februar 2016 wieder ab. Und nochmals zwei Jahre später konnten 12,6 Millionen Pfund verbucht werden. Denn am 7. März 2018 kehrte das Bild zu Sotheby’s nach London zurück. Ob damit die Auktionsreise beendet ist? Wohl kaum, denn Kunst im Höchstpreissegment erfreut sich in Zeiten niedriger Zinsen als Geldanlage immer größerer Beliebtheit, und für den jetzigen Besitzer war das Bild nicht nur gemessen an der bisherigen Preisentwicklung, sondern auch am anvisierten Schätzpreis ein regelrechtes Schnäppchen: Der hatte bei 14 bis 18 Millionen Pfund gelegen.


Auch wenn Doigs geheimnisvolle Landschaft die Erwartungen nicht erfüllte, war es auf der Auktion von Gegenwartskunst bei Sotheby’s das Toplos und brachte das einzige zweistellige Millionenergebnis. Mit einem Gesamtumsatz von rund 109,3 Millionen Pfund im oberen Viertel der Schätzpreissumme gehört die Veranstaltung zu den erfolgreichsten für die Gegenwartskunst in London, und mit nur drei Rückgängen kann sich auch die Zuschlagsquote sehen lassen. Allerdings war das Angebot mit fast sechzig Werken auch sehr breit, und die meisten Zuschläge verharrten innerhalb ihrer Taxrahmen im sechs- oder niedrigen siebenstelligen Bereich. Ausreißer nach oben gab es nur wenige, am heftigsten bei einem riesenhaften „Untitled“ Christopher Wools mit schwarz-weißen Pinselbahnen in Franz Kline-Manier. Die 2007 datierte Leinwand kletterte von 4,2 bis 6,2 Millionen Pfund auf 9,1 Millionen Pfund.

2,4 Millionen Pfund akquirierte Antony Gormleys unterlebensgroßer, dennoch mehr als zweieinhalb Meter Spannweite messender „Angel of the North“ aus einer Zwölferedition von 1997. Auch hier liegt die Vermutung einer geplanten Kunstinvestition nahe, denn erst im Mai 2014 setzte sich der Einlieferer für netto 1,4 Millionen Dollar in den Besitz der Bronze (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Eine recht kurze Lagerzeit hatte auch Rudolf Stingels fotorealistisches Schwarz-Weiß-Bild eines Bergmassivs aus den Tiroler Alpen, des Künstlers Heimat. Ein unbekannter Sammler erwarb die 2009 entstandene, mehr als viereinhalb Meter breite Leinwand 2014 in der New Yorker Galerie von Larry Gagosian. Der damalige Preis ist unbekannt, jetzt lag er bei 4 Millionen Pfund (Taxe 4 bis 6 Millionen GBP). Mit 3 Millionen Pfund schlug Andy Warhols rot-schwarzer „Hammer and Sickle“ von 1976 in der Mitte des Schätzrahmens zu Buche, zur oberen Taxe von 2,2 Millionen Pfund Jean-Michel Basquiats zeichnerische, lustig-schauderhafte „Figure JMB #1“ von 1982 (Taxe 2,4 bis 2,8 Millionen GBP).

Teuerstes Werk eines deutschen Künstlers und zugleich Nummer zwei der Zuschlagsliste wurde Gerhard Richters abstraktes Bild „Gelbgrün“ von 1982 für 9,5 Millionen Pfund – eine prominente Farbverwischung, die im Entstehungsjahr 1982 auf der siebten Documenta in Kassel zu sehen war (Taxe 7 bis 10 Millionen GBP). Noch zwei weitere Male fand sich Richter auf der Top Ten-Liste wieder: zum einen für 6,4 Millionen Pfund mit den öffentlich noch nie ausgestellten „1025 Farben“ von 1974 – im Mai 2008 hatte die mittelgroße Leinwand noch 3,6 Millionen Dollar eingespielt – und zum anderen für 2,6 Millionen Pfund mit dem abstrakten, von glühendem Rot dominierten Bild „Wind“, das letztmals 1983 ein Jahr nach seiner Entstehung den Besitzer gewechselt hatte (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen GBP). Über 1,6 Millionen Pfund konnte sich der amerikanische Einlieferer einer unbetitelten mit Körperfragmenten angereicherten Komposition Albert Oehlens von 1994 freuen, zumal er sie im Mai 2012 in New York für nur 722.500 Dollar inklusive Aufgeld erworben hatte (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP).

Die Wertsteigerung, die die ZERO-Kunst und insbesondere Günther Uecker während der vergangenen paar Jahre verbuchten, dokumentierte sich in der 1970 genagelten „Sandinsel“. Im Mai 2010 war sie Titellos der Zeitgenossenauktion im Wiener Dorotheum und spielte dort 220.000 Euro ein. Bei Sotheby’s waren es jetzt 620.000 Pfund (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Weniger erfolgreich schloss Martin Kippenbergers „Eifrau die man nicht schubladieren kann“ aus dem Jahr 1996 ab. Statt der erhofften 2 bis 3 Millionen Pfund erzielte das zwischen Surrealismus und blanker Ironie changierende Ölbild nur 1,8 Millionen Pfund und damit etwa genauso viel, wie es vor vier Jahren am selben Ort einschließlich des Aufgeldes gekostet hatte. Noch ohne Auktionserfahrung war Sigmar Polkes schwarz-weißes Rasterbild „Autounfall“ aus dem Jahr 1967 für 1,8 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP). Für Rosemarie Trockels schwarz-gelben Karostoff von 1990, durch den sich zwei Reihen Totenköpfe ziehen, blieben 380.000 Pfund übrig (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP), für Thomas Schüttes wulstige drei „Kleine Geister“ aus schwarzem PVC 330.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 400.000 GBP) und für Wolfgang Tillmans’ abstraktes rotes Staubfoto „Greifbar 40“ von 2013 taxgerechte 240.000 Pfund.

Die italienische Riege wurde von einem blutroten Concetto Spaziale Lucio Fontanas aus dem Jahr 1963 mit sechs senkrechten Schlitzen bei 4,3 Millionen Pfund angeführt (Taxe 2 bis 3 Millionen GBP). Michelangelo Pistolettos Liebespaar von 1962/66 auf polierter Stahlplatte, in der sich der Betrachter ruhig spiegeln darf, gab leicht auf 2,2 Millionen Pfund nach (Taxe 2,3 bis 3 Millionen GBP). Francesco Lo Savios von der Wand gewölbtes, schwarzes, minimalistisches Blechrechteck verabschiedete sich bei 250.000 Pfund zu unteren Erwartung, die Alighiero Boettis quadratische farbenfrohe Schriftstickerei mit sinnloser Buchstabenaneinanderreihung von 1988 bei 310.000 Pfund spielend übertraf (Taxe je 250.000 bis 350.000 GBP). Arte Povera-Kollege Luciano Fabro überzeugte mit der hochrechteckigen Bleitafel „Edra“ von 1969 bei 500.000 Pfund, über der sich eine vertrocknete braune Efeuranke zieht (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Für David Hockneys überraschend abstraktes und zusammenhangloses Schwimmbadbild „Diffrent Kinds of Water Pouring into a Swimming Pool, Santa Monica“ von 1965 interessierte sich bei 6 bis 8 Millionen Pfund indes niemand.

Neue Auktionsrekorde setzte Sotheby’s nur im sechsstelligen Bereich für Peter Halley, dessen schrille, in der Tradition geometrisch-abstrakter Malerei stehende Komposition „Yellow Cell with Triple Conduit“ von 1986 auf 420.000 Pfund kam (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP), und für Jason Rhoades’ bunt leuchtende Elektroinstallation „Down Under“ von 2003 für 280.000 Pfund (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Grayson Perrys Geschichten erzählende Keramikvase mit markanter Männergestalt unter dem Titel „Oiks, Tarts, Wierdoes and Contemporary Art“ von 1996 spielte gute 140.000 Pfund ein (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP), ebenso das von einem roten Sternennetz überzogene Interieur „Some People“ seines britischen Kollegen Hurvin Anderson aus dem Jahr 2004, das von 600.000 Pfund auf 850.000 Pfund kletterte. Seiner Lust an der Dekonstruktion traditioneller Kunstauffassungen frönte im Jahr 2009 der Londoner Street Art-Künstler Banksy. Rücksichtslos beschädigte er eine freilich sehr mittelmäßige Kopie von Guido Renis „Bacchus und Ariadne“ im Los Angeles County Museum of Art, indem er die Gesichter der beiden Protagonisten herausschnitt und dem Gemächt des Gottes einen Leitkegel überstülpte. Daran erfreuten sich gleich mehrere Interessenten, was den Preis von 250.000 bis 350.000 Pfund auf 550.000 Pfund anhob.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



09.03.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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07.03.2018, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


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