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Beckmanns „Eisgang“ bleibt in Frankfurt

Max Beckmanns „Eisgang“ wird weiterhin im Städel Museum zu sehen sein. Mit den Erben der ursprünglichen Eigentümer konnte sich der Städelsche Museums-Verein über einen Verbleib des Gemäldes, das wohl als NS-Raubkunst angesehen werden muss, in Frankfurt einigen. Das im Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes gelistete, charakteristische Main-Panorama wurde 1994 vom Museums-Verein erworben. Im Zuge der Provenienzforschung stellte sich nun heraus, dass der erste Besitzer des 1923 entstandenen Bildes Fritz Neuberger war. Der jüdische Textilfabrikant aus Frankfurt hatte es direkt von Max Beckmann gekauft. Neuberger und seine Frau Hedwig wurden von den Nationalsozialisten verfolgt, deportiert und in Ostpolen ermordet.

Zwar ist die Provenienz über weite Strecken, vor allem in der NS-Zeit, nicht mehr rekonstruierbar. Doch spreche alles dafür, dass der Blick über den Main auf den Eisernen Steg mit treibenden Eisschollen dem Ehepaar Neuberger verfolgungsbedingt abhandenkam, teilte das Städel heute mit. Der „Eisgang“ gehört zu den mehr als ein Dutzend Stadtansichten in Öl, die Max Beckmann während seiner 17 Jahre in Frankfurt gemalt hat. Mit dem Städel Direktor Georg Swarzenski verband ihn eine enge Freundschaft. Bis zu seiner Entlassung durch die Nationalsozialisten im April 1933 hatte Beckmann eine Professur an der Städelschule inne. Mit den Neuberger-Erben sei nun eine „faire und gerechte Lösung“ im Sinne der Washingtoner Prinzipien zur Rückgabe von NS-Raubkunst erzielt worden. Großzügige finanzielle Unterstützung erhielt der Städelsche Museums-Verein dabei von der Bundesrepublik Deutschland. Eine Tafel am Gemälde soll zukünftig an das Schicksal des Ehepaars Neuberger erinnern.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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