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Wilhelm Lachnit in Frankfurt an der Oder

Mit Wilhelm Lachnit stellt das brandenburgische Museum Junge Kunst einen national wie international wenig bekannten Künstler aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und der unmittelbaren Nachkriegszeit vor, der aber nach wie vor in seiner sächsischen Heimat eine größere Rolle spielt. Zu sehen sind in Frankfurt an der Oder rund 50 Gemälde, Radierungen, Pastelle und Monotypien, die zum hauseigenen Bestand des Brandenburgischen Landesmuseums für moderne Kunst gehören. Mit ihnen will das Museum einen kleinen, aber ebenso repräsentativen Einblick in das umfangreiche Lebenswerk Lachnits geben. Hinzu kommen Skulpturen seiner Dresdner Zeitgenossen Walter Arnold, Eugen Hoffmann, Gerd Jaeger, Max Lachnit, Reinhold Langner, Lucie Prussog und Willy Wolff. Ihre Arbeiten weisen direkt oder indirekt eine ähnliche Grundstimmung oder formale Haltung auf, wie sie in den Bildern des 1899 geborenen Malers anklingen.

Wilhelm Lachnit studierte von 1921 bis 1923 an der Dresdner Akademie für Bildende Künste und war Meisterschüler bei Richard Eduard Dreher. Zu seinem Künstlerumfeld zählten unter anderem Otto Dix, Curt Querner, Otto Griebel sowie Hans und Lea Grundig. Als Mitglied der KPD und der Assoziation revolutionärer bildender Künstler (ARBK) sah er in der Kunst ein gesellschaftspolitisches Anliegen, das wiederum nicht unmittelbar in den Bildwelten zu erkennen sein sollte. In der Nazi-Zeit kam es daher zu Arbeitseinschränkungen. So sind in Frankfurt an der Oder Porträts von Bekannten und von Menschen aus den unteren sozialen Schichten im Stil der Neuen Sachlichkeit versammelt. Wilhelm Lachnit interessierte sich dabei für das Seelische und das Empfindsame im Gegenüber und für das, was die Zeitumstände als soziale Prägung in die Personen eingeschrieben haben. Bereits hier wird seine ihm eigene spröde Bildsprache spürbar, bestehend aus poetischer Innerlichkeit und der Neigung zum Melancholischen.

Kleinformatige Radierungen von kargen Landschaften oder ein an Albrecht Dürers Rasenstück erinnerndes „Wiesenstück“ zeugen dann von Lachnits handwerklichem Können. In den 1930er und frühen 1940er Jahren wurde sein Stil etwas neoklassizistischer und symbolischer. Gut zu sehen ist das im kleinformatigen Knabenbildnis, gemalt in altmeisterlicher Lasurtechnik, und im Pastell „Abschied des Kriegers“ von 1940. Nach dem unmittelbaren Kriegsende standen für Wilhelm Lachnit Trauer und Mitgefühl im Vordergrund. Das Pastell „Erst die Mutter dann das Kind“ von 1945 zeigt eine Frau mit entblößter Brust und einem Kind im Arm. Vor den beiden steht ein Teller auf dem Tisch, und die Frau hält einen Löffel in der Hand. Ikonografisch verbindet sich hier die Mariendarstellung mit der Caritassymbolik, die Mutter- und Nächstenliebe mit Hunger und Leid.

Die Ausstellung „Wilhelm Lachnit. Sachlichkeit und Melancholie“ ist bis zum 13. Mai zu sehen. Das Museum Junge Kunst hat dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro.

Museum Junge Kunst – Packhof
Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Straße 11
D-15230 Frankfurt an der Oder

Telefon: +49 (0)335 – 401 56 29
Telefax: +49 (0)335 – 401 56 11

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


25.02.2018, Wilhelm Lachnit. Sachlichkeit und Melancholie

Bei:


Museum Junge Kunst Frankfurt (Oder)

Künstler:

Wilhelm Lachnit








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