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Maucher-Deckelhumpen für Gotha

Johann Ernst Kadau II. und Christoph Maucher (zugeschrieben), Elfenbeinhumpen mit vergoldeter Silberfassung, Danzig, um 1674/80

Ein kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gestohlener Deckelhumpen ist nach Gotha zurückgekehrt. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Thüringer Staatskanzlei, der Ernst von Siemens Kunststiftung und privater Spender konnte die Stiftung Schloss Friedenstein die barocke Goldschmiedearbeit mit reicher Elfenbeinschnitzerei für etwas über 352.000 Euro wieder ankaufen. Schon 2015 sollte der das Ziergefäß im Heidelberger Auktionshaus Metz zum Schätzpreis von 36.000 Euro versteigert werden, was die Stiftung Schloss Friedenstein juristisch zu verhindern suchte und Raubkunst geltend machte. Doch die Einlieferer, eine Familie aus Bayern, waren die rechtmäßigen Eigentümer. Beim zweiten Anlauf im Mai 2017 übernahm dann die Galerie Neuse aus Bremen den Deckelhumpen bei Metz für netto 265.000 Euro und gab ihn nun an die Gothaer Kunstkammer ab.

War aufgrund der Meistermarke der Danziger Johann Ernst Kadau II. als Schöpfer der Goldschmiedearbeit bekannt, brachten nun neue Forschungen auch Licht in die Urheberschaft der Elfenbeinschnitzerei. In der Kunstkammer des Kunsthistorischen Museums in Wien befindet sich ein Humpen, der formal wie ikonografisch mit dem Thüringer Exemplar korrespondiert und Christoph Maucher zugeschrieben wird. Ist beim Wiener Humpen Moses mit den Gesetzestafeln dargestellt, präsentiert das Gothaer Stück seinen älteren Bruder Aaron und das Volk bei der Anbetung des Goldenen Kalbs. Zunächst befand sich das mit den alttestamentarischen Szenen überzogene Humpen-Paar vermutlich im Besitz des Herzogs Johann Adolf I. von Sachsen-Weißenfels. Im Jahr 1689 schenkte dieser seinem Schwager Herzog Friedrich I. von Sachsen-Gotha-Altenburg das Gefäß mit der Anbetung des Goldenen Kalbs.

Seit 1721 ist der Elfenbeinhumpen dann im Inventar Gothaer Kunstkammer verzeichnet. 1945 entwendete ein Mitarbeiter der Schlossbibliothek ihn aus der Fürstengruft des Schlosses, wohin er noch zu Kriegszeiten ausgelagert worden war. Um den bestmöglichen Schutz ihrer Exponate bemüht, hatten die Verantwortlichen den zierlichen Aufsatz mit Aaron, der sich schon mit großer Bestimmtheit wieder vom Kalb abwendet, getrennt von seinem Gefäß verpackt. Die Bekrönung blieb über die Jahr hinweg in Gotha und konnte nun mit dem Humpen wieder vereinigt werden.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Johann Ernst Kadau II. und Christoph Maucher
 (zugeschrieben), Elfenbeinhumpen mit vergoldeter Silberfassung, Danzig, um 1674/80
Johann Ernst Kadau II. und Christoph Maucher (zugeschrieben), Elfenbeinhumpen mit vergoldeter Silberfassung, Danzig, um 1674/80

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Christoph Maucher

Künstler:


Johann Ernst Kadau II








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