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175 Jahre Kieler Kunsthalle

Heuer vor 175 Jahren, im Jahr 1843, wurde der Schleswig-Holsteinische Kunstverein gegründet mit dem Ziel, „Kunst-Sinn und Kunst-Kenntnis in Schleswig, Holstein und Lauenburg zu verbreiten“. Dieses Jubiläum feiert die 1909 eröffnete Kunsthalle zu Kiel, in der der Verein seinen Sitz hat und die zugleich ein Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist, seit diesem Wochenende mit der Ausstellung „globalocal“. Präsentiert wird Kunst nach 1945 aus der hauseigenen Sammlung unter anderem von Peter Doig, Marlene Dumas, Isa Genzken, Nam June Paik, Tal R, Daniel Richter, Gerhard Richter sowie den Künstlergruppen Spur und Irwin. Gegenübergestellt werden diese Werke mit den drei als „Special guests“ eingeladenen Installations- und Videokünstlern Cao Fei, Hiwa K und Mika Rottenberg.

Von der 1978 in Guangzhou geborenen und heute in Peking lebenden Cao Fei ist der 42minütige Film „La Town“ aus dem Jahr 2014 zu sehen, in dem sie sich dem Phänomen Stadt in all seinen gesellschaftlichen und architektonischen Dimensionen widmet. Der 1975 in der irakisch-kurdischen Stadt Sulaimaniyya geborene Hiwa K, der heute in Berlin lebt, kombiniert in seinem jüngst entstandenen Video „View from Above“ Aufnahmen eines Modells der im Zweiten Weltkrieg stark zerstörten Stadt Kassel mit einer Tonspur, in der ein Flüchtling seine Geschichte schildert. Damit berührt Hiwa K ein Thema, das er auch mit seiner bekannten, 2017 auf dem Friedrichsplatz vor der Documentahalle aufgestellten Röhrenskulptur in Kassel aufgegriffen hat. Die in New York lebende Mika Rottenberg, geboren 1976 in Buenos Aires, ist mit der Videoskulptur „Minus Yiwu“ vertreten, die sich mit vernetzten Produktionsabläufen, Arbeitsprozessen und Lebenswirklichkeiten in der Gegenwart beschäftigt. Alle drei Kunstschaffende sind in den letzten Jahren zunehmend einem internationalen Publikum bekannt geworden und waren unter anderem 2015 auf der Biennale in Venedig beteiligt.

Zugleich mit der Jubiläumsausstellung hat eine kleine Präsentation von Videos der Schweizer Künstlerin Pipilotti Rist eröffnet. Es handelt sich um vier frühe Werke aus dem Videobestand der Graphischen Sammlung mit den Titeln „I’m not the girl who misses much“ von 1986, „(Entlastungen) Pipilottis Fehler“ von 1988, „You called me Jacky“ von 1990 und „Pickelporno“; letztere Arbeit machte die Künstlerin 1992 international bekannt. In ihren Werken setzt sich die 1962 geborene Rist mit Themen wie dem traditionellen Frauenbild des Westens, dem sie eine „wilde Kunst für ein wildes (Frau-)Sein“ entgegenhält, sowie Sexualität und Popkultur auseinander.

Die Künstlerin, die von 1982 bis 1986 Gebrauchs-, Illustrations- und Fotografik an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien sowie von 1986 bis 1988 Audiovisuelle Kommunikation an der Schule für Gestaltung in Basel studierte, gehört heute zu den weltweit bekanntesten Videokünstlerinnen und wurde mit zahlreichen Preisen bedacht, unter anderem dem Zürcher Filmpreis 1992, dem Manor-Kunstpreis St. Gallen 1994, dem Premio 2000 der Biennale di Venezia 1997, dem Wolfgang-Hahn-Preis 1999, dem Zürcher Festspielpreis 2013 und dem Prix Meret Oppenheim 2014. Darüber hinaus hatte sie zahlreiche internationale Einzelausstellungen, unter anderem im Kunsthaus Zürich, in der Kunsthalle Bremen, in der Pinakothek der Moderne in München, im Museum of Modern Art in New York und im Centre Georges Pompidou in Paris.

Die Ausstellung „globalocal – Sammlungspräsentation mit den Gästen Cao Fei, Hiwa K und Mika Rottenberg“ läuft bis zum 13. Januar 2019, die Ausstellung „Pipilotti Rist. Videos 1986–1992“ endet am 2. September 2018. Die Kunsthalle zu Kiel ist dienstags bis sonntags zwischen 10 bis 18 Uhr und mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Kunsthalle zu Kiel
Düsternbrooker Weg 1
D-24105 Kiel

Telefon: +49 (0)431 – 880 57 56
Telefax: +49 (0)431 – 880 57 54

Quelle: Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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24.02.2018, globalocal – Sammlungspräsentation mit den Gästen

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24.02.2018, Pipilotti Rist. Videos 1986-1992

Bei:


Kunsthalle zu Kiel

Künstler:

Hiwa K

Künstler:

Fei Cao

Künstler:

Pipilotti Rist

Künstler:

Mika Rottenberg








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