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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Mit einer schier unüberschaubaren Fülle ist die 15. Ausgabe der Art Karlsruhe zu Ende gegangen. Für Aufregung sorgte eine Erdogan-Arbeit von Thomas Baumgärtel

Den Menschen im Blick



Skulpturenplatz der Galerie Victor Lope mit Arbeiten von Mario Dilitz

Skulpturenplatz der Galerie Victor Lope mit Arbeiten von Mario Dilitz

Fast schon überbordend gab sich auch heuer wieder das Angebot auf der Art Karlsruhe, die den Auftakt ins deutsche Kunstmessenjahr gestaltete und gestern mit rund 50.000 Besuchern zu Ende ging. Ihr augenfälliges Signet: Vier voluminöse, vom Tageslicht durchflutete Bogenhallen, die genug Platz für 215 Aussteller aus 14 Ländern boten. Sie präsentierten in der nunmehr 15. Ausgabe Werke von rund 1.500 Künstlern. Das üppige und variantenreiche Panorama aus vielen künstlerischen Ausdrucksformen lockerten abermals 20 Skulpturenplätze auf, die dieser Gattung besonderes Gewicht verliehen. Von klassisch modernen Richtungen bis hin zu brandneuen Arbeiten, von Low bis High, von wenigen dreistelligen Beträgen bis hin zu über drei Millionen Euro teuren Werken, von der kleinformatigen Grafik bis hin zur raumgreifenden Installationen bewegte sich das Spektrum.


Dabei sorgten in den zwei Haupthallen fließende Übergänge zwischen Positionen etablierter und junger Kunst für erfrischende Dialoge, die zudem den Sammlerblick schärfen konnten. Gleich zu Beginn wurde der Besucher mit aktueller Gegenwartskunst konfrontiert. So fand man sich hier unvermittelt zwischen hochrechteckigen Stahlplatten wieder, deren Schwere scherenschnittähnliche Durchstiche relativierten. Beim genauen Hinsehen erwiesen sich die von der Regensburger Galerie Art Affair platzierten Interventionen des Künstlers Ren Rong als Pflanzenmenschen, die er als Symbole der Hoffnung und Verschmelzung westlicher und östlicher Kulturen verstanden wissen möchte. Etwas weiter zeigte sich abermals, wie sehr der Mensch wieder in den Fokus der Kunst rückt. Die katalanische Galerie Victor Lope bespielte einen weiteren Skulpturenplatz mit teils lebensgroßen Holzskulpturen von Mario Dilitz, die die Verletzlichkeit des Seins in der Form stark entblößter menschlicher Figuren offenbarten.

Poppig in beißend grellen Farben verpackt, nähert sich Billi Thanner mit einer Mixed Media-Rauminstallation in der Koje der Wiener Galerie Gans menschlichen Heimsuchungen. Vor einer knallig roten Wand steht der „Narziss“, ein Thonet-Stuhl mit spiegelnder Sitzplatte, über dem die Neonarbeit einer geknoteten Todesschlinge hängt. Drumherum offerierten andere Galerien eher traditionelle Öl- oder Acrylmalerei, die sich beim Publikum besonderer Aufmerksamkeit erfreuten. Auf dem Stand des Düsseldorfer Galeristen Christian Marx waren die Acrylbilder des jungen Katalanen Marc Prats von Menschen umringt. „Dinning with Cannibals“ von 2017 reflektiert für 5.000 Euro kritisch in kräftiger, abgedunkelter Handschrift die Abgründe der Zeit unter Einbindung eines reichen Schatzes historischer Zitate. Ausnahmeposition unter den in dieser Halle vorgestellten Arbeiten war Günther Ueckers „Nageltisch“ von 2016. Für den Edelstahlhocker mit Nägeln unter der Sitzfläche waren bei Geuer & Geuer aus Düsseldorf 350.000 Euro fällig.

Aber auch in der schwerpunktmäßig der klassischen Moderne gewidmeten Messehalle 3 kamen viele Kunden auf ihre Kosten. Noch einmal mit dabei war die sich langsam vom Kunstbetrieb zurückziehende Galerie Döbele, die ihren Kunsthandel derzeit von Dresden nach Mannheim verlagert. Bildorganismus und grelle Farbgebung zeichneten Adolf Hölzels 43.000 Euro teures Pastellbild „Verkündung an die Hirten“ um 1925 aus. Etwas weiter war die Düsseldorfer Galerie Ludorff mit einem Aufgebot an musealen Werken vertreten. Als Verweis auf die bald stattfindende Retrospektive zu Josef Albers in Essen hingen hier für je 18.500 Euro zwei Farbserigrafien aus einer westfälischen Privatsammlung. Erotisch ging es diesmal in der Koje der Hannoveraner Galerie Koch zu. Neben der fast lebensgroßen Bronze einer entblößten „Jugend“ von Fritz Klimsch begeisterten sich viele Besucher für Erwin Wurms „Gurke“, eine 40 Zentimeter hohe, grün bemalte, aufreizende Bronze aus dem Jahr 2012.

Einen bunten Reigen bedeutender Kunstschaffender aus dem heimischen Ländle stellte die Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier aus. Neben einem um 1970 entstandenen, geometrisch-konstruktiven Flachrelief aus geschichteten und bemalten Spanplatten von Thomas Lenk, das aus einer renommierten Privatsammlung für 20.000 Euro akquiriert werden konnte, sorgten vor allem die großformatigen Ölstillleben des Freiburger Malers Ralph Fleck für Beachtung. Zum Verkauf standen etwa ein Werk aus seiner Serie der Bücherstillleben für 41.000 Euro oder sein pastoses „Alpenstück“ für 36.000 Euro. Etwas weiter hatte der Düsseldorfer Kunsthandel Schwarzer seine Werke ausgebreitet. Unter den Kleinplastiken, Gemälden und Papierarbeiten taten sich Horst Antes’ 1972/73 geschaffenes Acrylgemälde mit dem formatfüllenden „Grauen Kopf I“ für 85.000 Euro und ein frühes titelloses Aquarell von Sigmar Polke für 8.500 Euro hervor. Das 1966 illustrierte kleinformatige Blatt zeigt zwei weibliche Personen mit extravaganten Kopfbedeckungen.

Auch beim Aussteller „Die Galerie“ aus Frankfurt drehte sich vieles um den Menschen, etwa bei dem überlebensgroßen hölzernen Schädel von Aron Demetz. Wie bei allen menschlichen Figuren des Südtiroler Bildhauers war er roh belassen und von Spänen besetzt und versprühte trotz formaler Strenge einen Hauch von Melancholie. Von dem bekannten „Hard-Edge“-Vertreter Georg Karl Pfahler hatte der Konstanzer Galerist Stephan Geiger für 39.000 Euro das Ölbild „Tex-Metro RRR“ von 1966 mitgebracht, dessen geschwungene Farbwülste dynamische Bewegungen evozieren. Gegenüber setzte der junge Frankfurter Galerist Tristan Lorenz auf stählerne Faltungen von Dirk Rathke. Die bunt lackierten Wandreliefs kosten hier 1.800 Euro.

In der Mitte der Halle hatte sich Michael Schultz aus Berlin mit einem raumgreifenden Stand ausgebreitet, in dem er unter anderem ein großes zweiteiliges Acrylgemälde von Cornelia Schleime präsentierte. Die „Windfängerin“ aus dem Jahr 2017 mit einer hageren Frau im Profil samt fliegender Eule im Nacken konnte sogleich einen Sammler überzeugen, der das Werk für 65.000 Euro erwarb. Für einige Aufregung sorgte eine Erdogan-Karikatur von Thomas Baumgärtel bei der Neue Kunst Gallery aus Karlsruhe: dem gebückten türkischen Präsidenten mit heruntergelassener Hose steckt eine Banane im nackten Gesäß. Nach handfesten Protesten von Erdogan-Anhängern hängte der Galerist Michael Oess das Bild aus der aktuellen Serie über Despoten kurzerhand ab. Obwohl es für 5.900 Euro einen Abnehmer fand, spricht Baumgärtel von Zensur und will sich von seinem Karlsruher Galeristen trennen.

Angereichert mit mehreren Sonderschauen, Spezialanbietern für Grafiken, Editionen und Fotografien, One Artist Shows, öffentlichen Diskussionsrunden, Museumsständen sowie mehreren Preisverleihungen bot die diesjährige Ausgabe wieder ein fast schon unübersehbares Angebot für jeden. So gut das Konzept bei den Besuchern ankam, so gespalten bleibt die Meinung bei vielen Ausstellern und maßgeblichen Akteuren der Kunstszene. Das Pendeln zwischen einem erlesenen hochpreisigen Angebot, neuen spritzigen Haltungen und weniger etablierten Nischenpositionen in einer überbordenden Auswahl begeisterte einerseits ein breites Publikum, stieß aber bei anderen bitter auf, die lieber eine engere Begrenzung der Auswahl begrüßen würden. Doch der Erfolg mit der hohen Besucherzahl gibt dem Kurator und Messemacher Ewald Karl Schrade Recht. Kunst ist nicht nur die elitäre Selbstverliebtheit von Sachverständigen. Die Art Karlsruhe hat es wieder gezeigt: Kunst ist vor allem auch ein Weg zu den Menschen.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten



26.02.2018

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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22.02.2018, Art Karlsruhe 2018

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Skulpturenplatz der Galerie Art Affair mit Arbeiten von Ren Rong
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Skulpturenplatz der Galerie Victor Lope mit Arbeiten von Mario Dilitz
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Adolf Hölzel, Verkündung an die Hirten, um 1925
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Skulpturenplatz bei „Die Galerie“ mit Arbeiten von Aron Demetz
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Adolf Hölzel, Verkündung an die Hirten, um 1925

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Skulpturenplatz bei „Die Galerie“ mit Arbeiten von Aron Demetz

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Skulpturenplatz der Galerie Art Affair mit Arbeiten von Ren Rong

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